Unmut über neue Fahrpläne

Münster ‐ Das neue Schuljahr hat angefangen, für Kinder und Jugendliche ist die sorgenfreie Ferienzeit vorbei, auch auf die Eltern kommt vermehrt Stress zu – und auch Probleme, mit denen sie erst einmal nicht gerechnet hätten. Von Niels Britsch

So müssen sich einige Familien Gedanken machen, wie der Nachwuchs zur Schule und zurück kommt – vor allem die Bewohner kleinerer Orte ohne ein größeres Schulangebot sind auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen.

„In den Sommerferien habe ich zufälligerweise erfahren, dass die Buslinie K70 von Altheim nicht mehr nach Groß-Umstadt fährt“, ärgert sich Yasmine Baumann-Winkler. Da die Mutter aus Altheim ihre Tochter auf ein reines Gymnasium schicken wollte, kam nur die Umstädter Max-Planck-Schule in Frage. „In Darmstadt ist es schwierig, die Kinder unterzubringen, außerdem ist der Schulweg dorthin aufwendig.“ Bisher war der Schulweg nach Groß-Umstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Linie K  70 möglich, „auch wenn es vorher schon Wartezeiten gab“, erzählt Baumann-Winkler.

Von Eppertshausen über Münster nach Altheim

Wegen der geringen Nachfrage wurde die Strecke der Linie K70 zum neuen Schuljahr geändert, der Bus fährt künftig nicht mehr von Altheim nach Groß-Umstadt, die Route führt nun von Eppertshausen über Münster nach Altheim und zurück. Als Yasmine Baumann-Winkler davon erfuhr, suchte sie weitere Familien, deren Kinder Umstädter Schulen besuchen und die von der Maßnahme betroffen sind. Sie kommt auf 15 Kinder unterschiedlicher Jahrgänge, die auf die Ernst-Reuter- oder auf die Max-Planck-Schule gehen. Sie bezweifelt die Zahlen der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina), wonach sich die Linie nicht mehr lohne.

Die Dadina hat inzwischen reagiert und nach den Protesten der Eltern zumindest für morgens eine Direktfahrt von Münster und Altheim nach Groß-Umstadt organisiert: Diese wird an Schultagen in die Linie K67 integriert.

Morgens kurzfristig noch Direktfahrt eingerichtet

Dadina-Geschäftsführer Matthias Altenheim kann den Ärger verstehen, er verweist aber darauf, dass es möglich ist, von Groß-Umstadt über Babenhausen nach Münster zu gelangen. „Das ist natürlich umständlicher, aber in der Vergangenheit hat sich die K70 auf dem betroffenen Abschnitt nicht mehr gelohnt, da waren zwischen fünf und sieben Fahrgäste unterwegs“, bedauert er.

Für morgens habe man kurzfristig noch die Direktfahrt einrichten können, mittags verteile sich jedoch das aus Schülern bestehende Fahrgastaufkommen, „da diese zu unterschiedlichen Zeiten Schulschluss haben“, sagt Altenheim. „Wir müssen wirtschaftlich arbeiten“, so der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe. Man werde schauen, wie viele Leute morgens den Bus benutzen. Bei Bedarf werde die Dadina die Fahrpläne nochmals überarbeiten – das werde aber voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres geschehen. „Denn wir müssen das Fahrgastaufkommen erst einmal beobachten.“

Quelle: op-online.de

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