Nur wer verheiratet ist, erbt

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Seit 14 Jahren bringt die Theatergruppe Spectaculum ihr Publikum zum Lachen – mittlerweile besteht sie aus 13 Frauen.

Münster - „Es läuft sehr gut“, meint Inge Fiedler von der Theatergruppe Spectaculum bei einer Probe für den Bauernschwank „Es ist was los auf dem Hungerhof“ im evangelischen Kindergarten in Münster. Ihre Stimme klingt ein wenig erstaunt. Von Ellen Jöckel

Vor einem Jahr bei den Proben für das vorherige Stück waren wir noch nicht soweit“, fügt sie hinzu. Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 ist das Team aus 13 Frauen bereits gut eingespielt. Das neue Mitglied Sylvia Pieritz aus Dieburg bringt frischen Wind ins Ensemble. Die 25-Jährige hat die Aufführung im vergangenen Jahr hinter der Bühne mitverfolgt. „Danach habe ich gleich angefragt, ob ich mitmachen könne und wurde herzlich aufgenommen“, erzählt sie. Die Frauen der Spectaculum-Gruppe sind zwischen 40 und 60 Jahre alt und freuen sich über den jungen Neuzugang. Wie in jedem Jahr sind bei dem Theaterstück auch Männerrollen zu besetzen. So schlüpft Sylvia Pieritz beispielsweise in die Rolle des Testamentvollstreckers Wilfried Nippes.

Andere Mitspielerinnen hingegen haben sich in diesem Jahr gewünscht, endlich mal wieder „Frau“ sein zu dürfen. So hat die aus Halle an der Saale stammende Dorle Schreiber die Rolle der Josefine (Fine) Alwine Pfötchen übernommen. Im Stück ist sie der Kurschatten des Schweinebauern Wolfgang Eckstein, gespielt von Andrea Kreher.

Der Schwank in drei Akten von A. und E. Döhmen wird am 6. und 7. November in der Kulturhalle in Münster aufgeführt. Der Vorverkauf ist bereits angelaufen. Karten zu je sechs Euro sind beim Dieburger Anzeiger, im Kaisersaal Münster oder bei der Metzgerei Löbig in Münster erhältlich. An der Abendkasse kostet die Karte dann einen Euro mehr.

Wie gewohnt fließen verschiedene Mundarten mit ein: So ist die Figur der Fine als Auswärtige mit sächsischem Akzent wie gemacht für Dorle Schreiber, die sich nach 25 Jahren in Dieburg aber schon zu Hause fühlt. Doch worum geht es eigentlich in „Es ist was los auf dem Hungerhof“? Ein lediger Bauer lebt mit seinen zwei etwas einfach gestrickten, ebenfalls ledigen Schwestern auf dem idyllisch ruhigen Hungerhof. Aus dem Urlaub bringt er seinen Kurschatten mit, der die Ruhe auf dem Hof ebenso durcheinander bringt wie ein Brief aus Amerika, indem eine Erbschaft angekündigt wird. Das Erbe erhält aber nur das Familienmitglied, welches „unter der Haube“ ist. Nun wollen natürlich alle an das Geld – egal, ob verwandt oder (noch) nicht verwandt. Mit von der Partie ist auch in diesem Jahr wieder Urgestein Anneliese Kreher in der Rolle der Nachbarin Lisa Hündchen, die sich plötzlich als mit der Familie des Bauern verwandt erklärt.

Quelle: op-online.de

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