Betrugsmasche: Per Fax Vertrag abgeschlossen

Münster (dsc) - Gewerbetreibende in Münster erhalten in diesen Tagen vermehrt Faxe einer in England ansässigen Firma. Scheinbar unverfänglich werden sie darin aufgefordert, ein bereits abgedrucktes Inserat zu überprüfen.

Dass sich im Kleingedruckten ein mit hohen Folgekosten verbundener Vertrag befindet, ahnen die wenigsten. Die Kripo Darmstadt ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs.

„Die Masche ist eigentlich alt, kommt aber in regelmäßigen Abständen immer wieder vor“, so Annerose Siegler, Leiterin des Darmstädter Betrugskommissariats. Die Betroffenen – meist Kleinunternehmer – hatten in der Regel zuvor Anzeigen in einer örtlichen Bürgerinformationsbroschüre geschaltet. Diese wird regelmäßig im Auftrag der Gemeinde Münster gedruckt und dient der allgemeinen Information. Vor etwa 14 Tagen sei eine Neuauflage der Broschüre in Münster veröffentlicht worden.

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung erhielten die ersten Unternehmer Anrufe

Scheinbar haben die Betrüger nur hierauf gewartet. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung erhielten die ersten Unternehmer Anrufe, in denen ihnen ein Fax angekündigt wurde. Mittels diesem solle lediglich eine Überprüfung der zuvor veröffentlichten Anzeige stattfinden. Der Anrufer bat, das Fax nach Erhalt schnellstmöglich zurück zu senden. Das angekündigte Papier einer in England ansässigen Firma kam unmittelbar nach dem Anruf.

Auf diesem abgebildet war, neben reichlich Kleingedruckten, eine Kopie der zuvor in der Gemeindebroschüre veröffentlichten Anzeige. Die Betroffenen waren wegen des vorangegangenen Gesprächs im Glauben, dass es sich lediglich um die angekündigte Überprüfung ihrer Annonce handelte. Das Kleingedruckte wurde daher meist nur schnell überflogen und das Fax anschließend unterschrieben zurück an den Absender geschickt.

Betrugskommissariat der Darmstädter Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

Was die wenigsten ahnten: Im Kleingedruckten des Fax verbirgt sich ein neuer Vertrag, den die Betroffenen unfreiwillig mit ihrer Unterschrift eingehen. Dieser beinhaltet eine teure Neuauflage der Anzeige in einer noch zu veröffentlichen Broschüre. Nach den bisherigen Erfahrungen bekommen die Betroffenen die aber in der Regel nie zu Gesicht.

„Die Gemeinden wenden sich mit einem Brief an ihre örtlichen Gewerbetreibenden. Eine telefonische Akquise erfolgt in aller Regel nicht“, sagt Siegler. Das Betrugskommissariat der Darmstädter Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Annemarie Siegler von der Kripo bittet Betroffene umgehend das Betrugskommissariat unter 06151/9690 zu kontaktieren.

Quelle: op-online.de

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