Popchor Future Vox des MGV Münster

Viel Applaus heilt das Lampenfieber

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Gewollt nah am Publikum sangen die Mitglieder des Popchores Future Vox in der Gersprenzhalle. Mit dabei auch die Musiker Selina (Saxofon) und Jannik (Gitarre) Pistauer.

Münster - Das Wochenende stand musikalisch ganz im Zeichen von Future Vox, einer gemischten Chorformation unter dem Dach des MGV 1845 Münster. Sowohl am Samstag- als auch am Sonntagabend begeisterten die Sänger und Musiker in der Gersprenzhalle. Von Peter Panknin 

Für Future Vox war es nicht der erste Auftritt in der Öffentlichkeit, vielmehr startete die Formation bereits im April 2015 als Projekt, um dann im November des gleichen Jahres zusammen mit dem Männer- und dem Regenbogenchor ihr Debüt auf der Bühne der Kulturhalle Münster zu haben. Die Sängerschar hatte so viel Freude an ihrem Tun gefunden, dass daraus eine neue Gesangsformation im MGV entstand und fortan unter dem Namen Future Vox ihre Übungsabende und natürlich ihre Auftritte gestaltet. Ihre Konzertliteratur besteht aus Popsongs, die durch Gruppen wie die „Beatles“ oder Solisten wie Justin Timberlake bekannt in aller Ohren drangen. Unter der Leitung von Dirigent Dirk Schneider reifte die neue Formation heran und hatte bereits mehrere Gemeinschaftskonzerte, unter anderem mit dem Jugendorchester des Musikvereins Münster.

Bei seiner Begrüßung der Konzertbesucher im ausverkauften kleinen Saal der Gersprenzhalle sprach Lothar Pistauer, Mitglied im Vorstand des MGV, ein allen Bühnenkünstlern bekanntes Phänomen an, das Lampenfieber. Sollten die Zuhörer also in den Gesichtern der Sängerinnen oder Sänger Schweißperlen entdecken, sind die nicht auf die von den Lampen produzierten Temperaturen, sondern auf vorgenannte Diagnose zurückzuführen. Verständlich, denn an diesem Wochenende kam ein Programm zur Aufführung, dass die Mitglieder von Future Vox erstmalig allein gestaltet haben. Als Medizin gegen besagtes Fieber helfe nur kräftiges Zusammenschlagen der Hände, so Pistauer in seinen Ausführungen, das in „Fachkreisen“ auch Applaus genannt wird. Weil es eben das erste abendfüllende Programm der Gesangsformation war, zog sie eine eher kleine Räumlichkeit vor, die wohnzimmerähnliche Heimeligkeit und Nähe zum Publikum bieten sollte. So hatte der kleine Saal der Gersprenzhalle Utensilien eines Wohnzimmers aufgenommen, als da sind Steh- und Tischlampen aus den 70er Jahren mit warmem Licht und verschiedene Bildern an den Wänden. Nur zwei Reihen niedriger Podeste hob die Protagonisten leicht über die Kopfhöhe ihrer Gäste. Nach den ersten Auftaktmelodien, darunter auch „Lasse redn“ – bekannt geworden durch die Gruppe „Die Ärzte“ – legte sich das Lampenfieber.

Ob es nun dieser Titel oder die vom Publikum verabreichte „Medizin“ in Form von kräftigem Applaus bewirkte, konnte nicht festgestellt werden. Auch wenn ein Chor sich passend zum Rhythmus des vorgetragenen Liedguts bewegt, bleibt das Erscheinungsbild doch relativ statisch. Deshalb löste sich aus der singenden Formation eine Vierergruppe, die mehr Bewegung ins Spiel bringen sollte. Angeregt durch Filmsequenzen im Internet – da sieht alles ganz einfach aus – versuchten sich Christine Groh, Gabriele Baakes, Ira Balgheim und Michael Groh in der Kunst der Bodypercussion, bei der mit Händen, dem eigenen Körper und denen der Partner rhythmische Klänge erzeugt werden. Wenn man dann noch, wie am Samstag in Münster, leere Becher mit ins Spiel bringt, wird das ganze doch schwieriger, als es aussieht. Die vier lösten die selbstgestellte Aufgabe mit Bravour, wie der anschließende donnernde Beifall belegte. Ebenfalls hochwertig war das Spiel von Selina mit Saxofon und Jannik mit Gitarre ohne gesangliche Begleitung. Beide, aus dem Haus Pistauer stammend, trugen gemeinsam instrumentale Stücke von Adele und den Beatles sowie „What a wonderful World“ und „Crazy little things“ vor. Obwohl sie keine „Medizin“ gebraucht hätten, bekamen sie vorbeugend reichlich Beifall.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Ein weiteres Ensemble trat aus den Reihen des Chores in den Vordergrund, nennt sich ab sofort „Focus on Four“ und eroberte das Herz des Publikums im Sturm. Die Sängerinnen Jeannette Kohlstrung, Tina Palmy, Dunja Wiesner und Ira Balgheim erfreuten das Publikum mit Melodien aus dem Film „Pitch Perfect.“ Nach der Pause kam Freiheit aus München auf die Bühne, denn Future Vox löste einen wahren Begeisterungssturm mit „So lang man Träume noch leben kann“ der „Münchner Freiheit“ aus. Weitere Höhepunkte waren sicherlich „With a little help of my friends“ von den Beatles und „Ode an die Heimat“ von Maybebop.

Der quicklebendig agierende Dirk Schneider versteht es nicht nur, die Chormitglieder zu begeistern und mitzureißen, auch das Publikum blieb nicht verschont. Sortiert nach Altersgruppen, als das nicht funktionierte – wie er meinte – nach Männern und Frauen, durfte das Publikum Melodien summen, brummen oder klatschend begleiten. Er bedankte sich fürs engagierte Mitmachen und forderte die gut gelaunten Menschen auf, sich bei den Chorproben in der Kulturhalle einzufinden, denn „80 Prozent dessen, was in einer Chorprobe so läuft, habt ihr gerade gemacht. Den Rest kriegen wir auch noch hin“.

Quelle: op-online.de

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