Viel Bewegung auf der Kinderinsel

+
Außen fast fertig: Die neue Kita für unter Dreijährige soll im August eröffnet werden. Wenn es frostfrei bleibt, kommt in der kommenden Woche der Estrich rein.

Münster - Unter Dach und Fach ist Münsters neue Tagesstätte für die Jüngsten unter den Einwohnern: Die „Kinderinsel“, die in Anlehnung an ihre Lage in der Borkumer Straße im „Inselviertel“ ihren Namen erhielt, wird vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) geführt. Von Ellen Jöckel

Der Vertrag für die Trägerschaft wurde jetzt im Münsterer Rathaus dingfest gemacht. Wer die Leitung der Kindertagesstätte (Kita) übernehmen wird, wurde bereits vor einem Jahr von der Gemeindevertretung einstimmig beschlossen.

„Die Mitarbeiter des ASB haben bereits viel Erfahrung im Bereich der U3-Betreuung unter anderem durch die Betreuung von Kindergärten im benachbarten Babenhausen und Darmstadt“, begründete Bürgermeister Walter Blank vor Vertretern des ASB und der Presse die Entscheidung. Hintergrund für den Bau der Kita sei die gesetzliche Vorgabe gewesen, bis zum Jahr 2013 für mindestens 35 Prozent aller Kinder zwischen null und drei Jahren einen Betreuungsplatz bereitzustellen.

Mehr Krippenplätze erforderlich

Die ursprüngliche Annahme, dies allein mit der Umwandlung von Kindergartengruppen in Krippenplätze für unter Dreijährige gewährleisten zu können, erwies sich bereits nach einer Bedarfsumfrage der Gemeindeverwaltung im Jahr 2009 als Trugschluss. Diese habe ergeben, dass bis zum Jahr 2012 rund 60 Krippenplätze erforderlich seien, Tendenz steigend. „Zurzeit sieht es danach aus, dass mehr als 35 Prozent der U3-Kinder einen Platz brauchen“, so Blank. Grundsätzlich sei es schwer abzuschätzen, wie viele Kinder geboren werden. Derzeit würden zwölf Kinder unter drei Jahren im Verein „Blumenkinder“ in Altheim betreut. Zehn Plätze seien durch die Umbildung einer Gruppe in der Münsterer Kita „Im Rüssel“ geschaffen worden. Weitere 40 Kleinkinder könnten ab dem 15. August in der „Kinderinsel“ untergebracht werden. Geplant sei allerdings in Rücksicht auf die Umgewöhnung, die Kleinen schrittweise einziehen zu lassen. Anmeldungen hierfür lägen schon reichlich vor. Der tatsächliche Bedarf müsse noch ermittelt werden.

Für die Knirpse, die ihren Alltag auf der 1,4 Millionen teuren „Kinderinsel“ verbringen werden, scheint es räumlich gesehen ein Inselparadies zu werden: Jeder Gruppe mit jeweils zehn Kindern wird ein eigenes Haus mit einem 45 Quadratmeter großen Gruppen- und einem 15 Quadratmeter großen Schlafraum zur Verfügung stehen. Jeweils zwei Gruppen teilen sich ein Wickel- und Badezimmer. Neben Räumen für das Personal, Büro, Küche, Lager und Hauswirtschaft gibt es zudem einen 45 Quadratmeter großen Mehrzweckraum. „Jeder Gruppenraum wird beim Innenausbau so gestaltet, dass Bewegung im Vordergrund stehen kann“, betonte der ASB-Geschäftsführer der Region Darmstadt-Starkenburg, Harald Finsel. Ein Schwerpunkt im pädagogischen Konzept sei die Psychomotorik. Die Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bunds seien bei der Planung des Neubaus durch das Architektenbüro Happel aus Reichelsheim miteinbezogen worden, sodass die künftige Umgebung der U3-Kinder an die pädagogischen Inhalte des ASB angepasst werden konnten. Für die Umsetzung der Inhalte seien zwölf Vollzeit-Erzieherstellen vorgesehen, die unter Umständen auf Teilzeitstellen aufgeteilt werden. Bewerbungen von Interessenten aus dem Umkreis würden derzeit ausgewertet.

Ziemlich „abgegrastes“ Arbeitsfeld

Trotz des momentan ziemlich „abgegrasten“ Arbeitsfeldes erwartet die ASB-Bereichsleiterin der Kindertageseinrichtungen, Martina Barz, keine Schwierigkeiten bei der Besetzung der Erzieherstellen: „Die Kinderinsel ist für Bewerber attraktiv, weil es eine neue Einrichtung ist“, stellte Barz fest. Bei der Besetzung der Leitung sei sie zuversichtlich, „dass die Stelle sehr zeitnah besetzt werden kann.“

Für alle Eltern oder solche, die es werden wollen, veranstaltet der ASB am 19. April um 19.30 Uhr einen Informationsabend. Der Veranstaltungsort steht noch nicht fest.

Quelle: op-online.de

Kommentare