Viel Platz für Kleinste

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Am Rande des Abtenauer Platzes mit Andienung vom Borkumer Weg her sollen in Münster 40 neue Krippenplätze in Modulbauweise entstehen.

Münster ‐ Erdhügel ragen noch in den Himmel, wo sich schon bald rund 40 kleine Kinder wohlbehütet tummeln sollen: Am Montag steht in der Gemeindevertretersitzung der lang erwartete Entscheid für den Bau einer vierzügigen Kinderkrippe an der Borkumer Straße an. Von Thomas Meier

Schon zwei Jahre sind Krippenplätze ein großes Thema, ging es um den Ankauf eines Rohbaus am Helgolandring, der wieder verworfen wurde, um Passivbauweise und Gruppenstärken. Jetzt sollen Nägel mit Köpfen im großen Stil gemacht werden und Bürgermeister Walter Blank ist guter Hoffnung, dass das rund 1,4 Millionen Euro teure Projekt auf der Sitzung am Montag ab 19 Uhr im Rathaus auch problemlos über die Bühne kommt.

Noch 2009 plante die Gemeinde eine Einrichtung für zwei Gruppen, von denen damals jede noch zwölf Kinder hätte aufnehmen können. Doch als die Kinderkrippen-Gruppengröße landesweit auf zehn reduziert worden war, disponierte Münster auf einen Dreigruppenbau um. Zu dieser Zeit sollten die Kosten für das Gesamtprojekt noch unterhalb der Millionengrenze liegen.

Doch wurde die Gemeinde von der Nachfrage nach Plätzen für unter Dreijährige überholt. Obwohl in Altheim erst zwölf Krippenplätze verwirklicht worden waren, stellte sich der weitere Bedarf rasch heraus.

SPD-Vorschlag fand Zustimmung

Ursprünglich war einmal eine gemeinsame Kinderkrippe von Münster und Dieburg in der Planung, die sich jedoch zerschlug, als Dieburg für sich eine andere Lösung fand. Der Handlungsbedarf für Münster wuchs Ende 2009 rapid, als in Münster und Altheim zwar 22 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren vorhanden waren, doch plötzlich von einem mittelfristigen Bedarf bis 2013 von rund 80 Plätzen ausgegangen werden musste.

Über einen langen Zeitraum hinweg favorisierte die CDU in Münster den Ankauf eines Rohbaus am Helgolandring, der jedoch von Anfang an politisch umstritten war. Die Sozialdemokraten machten sich für den Bau eines Passivhauses stark. „Münster hat eine einzigartige Chance, mit neuester richtungsweisender Technik ein Vorzeigemodell in der Region für energieeffizientes Bauen in moderner Architektur zu schaffen", lobpreiste noch im August vergangenen Jahres der Münsterer SPD-Vorsitzende Gerald Frank.

Und der Vorschlag der SPD, einen Bau in Modulbauweise am Abtenauer Platz zu errichten, er fand schließlich auch Zustimmung in der Gemeindevertretung.

520.000 Euro für die Krippenplätze waren bereits im Haushalt für 2010 eingestellt, im vergangenen Jahr wurde der Ansatz auf 900.000 Euro erhöht. Auch wenn man sich zu dieser Zeit noch mit einem dreizügigen Bau beschäftigte, dürfte die Umsetzung vom Vier-Gruppen-Projekt auf keinen Widerstand stoßen, da für jeden der nun 40 ins Auge gefassten Krippenplätze vom Land 14.500 Euro Zuschüsse fließen. Bereits im Dezember beschäftigte sich das Gemeindeparlament mit den neuen Plänen, die jüngst im Bauausschuss wie auch im Haupt- und Finanzausschuss über alle Fraktionsbänke hinweg trotz lebhafter Diskussion positiv aufgenommen wurden, wie Bürgermeister Walter Blank sagt.

Kredite müsse die Gemeinde allerdings trotz der relativ hohen Landeszuschüsse für die Krippenplätze aufnehmen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Baugrund am Rand des Abtenauer Platzes wegen schwieriger Bodenverhältnisse gründlich aufbereitet werden muss.

Quelle: op-online.de

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