Münster: Vier Bäume fallen für Regenabfluss

Aufgeschobene Erneuerung des Rückhaltebeckens am Rathausplatz beginnt

Noch harrt der Rathausplatz seiner Umgestaltung, doch das unterirdische Regenrückhaltebecken wird schon bald erneuert.
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Noch harrt der Rathausplatz seiner Umgestaltung, doch das unterirdische Regenrückhaltebecken wird schon bald erneuert.

Zwar wird noch nicht mit der lange beratschlagten Rathausplatz-Erneuerung begonnen, doch sollen noch im Dezember vier Bäume am Platz fallen, um mit den Arbeiten fürs dringend benötigte neue Regenrückhaltebecken zu beginnen. Dies erklärt Bürgermeister Joachim Schledt auf Nachfrage.

Münster - Rund 5,5 Millionen Euro für zwei Regenrückhaltebecken im Bürgerpark und am Rathausplatz, dazu noch 2,6 Millionen Euro für Kanalerneuerung stehen der Gemeinde an Kosten ins Haus. Das Becken vor dem Rathaus wird im kommenden Jahr realisiert, es wird etwa 2,5 Millionen Euro kosten. 780 000 Euro stehen zudem für die Kanalsanierung in der Mozartstraße bis zum Frankenbachgelände im Haushalt. „Alles soll 2021 fertig werden“, sagt Schledt, die Firmen seien beauftragt. Und: Zunächst sollen nur einige wenige Parkplätze vor Münsters Verwaltung wegfallen, die, unter denen das Becken gebaut werde.

Die Umgestaltung des Rathausvorplatzes ist ein langes und stets umstrittenes Vorhaben in der Gemeinde. Parkplätze nein oder – wenn ja – wie viele, Begrünung oder eher Festplatzcharakter – viele Fragen gab es, sogar Workshops, in denen die Umgestaltung erarbeitet werden sollte. Unstrittig war indes immer, dass das vorhandene Regenrückhaltebecken unterdimensioniert ist und das Kanalnetz im gesamten Quartier unbedingt erneuert werden muss.

Aufgeschoben wurden diese wichtigen Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren immer wieder mal nach Starkregenreignissen feuchte Keller in des Rathauses Nachbarschaft nach sich zogen. Stets gab es die Begründung, erst müsse man die Gestaltung des Rathausplatzes festklopfen und die Entwicklung im Frankenbachareal abwarten. Stünde diese erst einmal, könne man alles auf einmal angehen.

Für die Umgestaltung des Rathausplatzes waren im Investitionsprogramm Münsters 2016 und 2017 schon mal jeweils 250 000 Euro eingeplant. Für die grundlegende Erneuerung der Straßen rund um den Rathausplatz sollte die Straßenbeitragssatzung der Gemeinde greifen, hier gedachte man, die Kosten umzulegen. Und man suchte nach Fördertöpfen.

Nicht mehr aufschiebbar sind jetzt indes die Erneuerungen im Unterirdischen, das Abwassernetz Münsters rund ums Rathaus wird saniert. Inwieweit sich die Arbeiten auf den Prozess der Entscheidungsfindung zur Platzumgestaltung auswirken, bleibt abzuwarten.

Nachdem die Erneuerung von rund 700 Meter Kanal einschließlich der Anschlüsse in der Mozartstraße und der Neubau eines Regenrückhaltebeckens auf dem Rathausplatz nebst technischer Ausrüstung ausgeschrieben war, kann es ab heute losgehen, denn in der „Ausführungsfrist“ der Ausschreibung wird als Baubeginn „ab 23. November .2020“, also heute, angegeben. Das „Bauende“ wurde auf den 23. Dezember .2021 datiert.

Und auch die ausgeschriebenen „Robotersanierungen von rund 120 Schäden mit Epoxidharz“ im Quartier können heute starten. Fertig sein müssen die Roboter spätestens am 9. April.

Von Thomas Meier

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