Vogel-Kreismeisterschaft

Züchter sehen sich auf Roter Liste

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Frank Leistners ganzer Stolz sind die weißen Farbkanarien. Dem Dreieicher Züchter gelang es in dieser Saison einen Championvogel auszustellen.

Münster - Über 400 Sittiche, Exoten, Kanarien und Mischlinge wurden bei der Kreismeisterschaft der Vogelzüchter einer kritischen Jury präsentiert. Von Ursula Friedrich

Der gastgebende Vogelzuchtverein 1952 Münster wurde bei der zweitägigen Schau in der Gersprenzhalle Münster als bester Verein des Kreisverbandes geehrt. Vielstimmiger Gesang empfing das fachkundige Publikum der ungewöhnlichen Messe. Die Positurkanarien machten ihrem Namen alle Ehre und punkteten beim Publikum mit meisterlichem Gesang. Als sich die Pforten der Gersprenzhalle am Samstagnachmittag zur Kreisschau öffneten, war der für die Züchter wichtigste Teil bereits gelaufen: die Prämierung der besten Tiere eines Züchterjahres. 30 Züchter aus elf Vereinen stellten sich mit ihren insgesamt 405 Tieren den prüfenden Blicken der sechs Preisrichter.

Von Rodgau über Schaafheim, Dietzenbach bis Groß-Bieberau hatte es erfahrene Züchter zum kreisweiten Wettstreit nach Münster gelockt, wo die Schau mit wenigen Ausnahmen seit vielen Jahren stattfindet. Groß- und Wellensittiche, Europäer und Exoten, Kanarien und Mischlinge mit unterschiedlichsten Zuchtmerkmalen wurden gezeigt. Feine Unterschiede erschlossen sich nur dem Fachmann. So treten die Farbkanarien sowohl in leuchtenden, als auch matteren Farben auf.

Kaum Nachwuchs bei den Züchtern

Gezüchtet werden müsse mit Vater und Mutter jeweils eines Farbstamms, erläuterte Hans Ganz, Vorsitzender des Kreisverbands, sodass für den Züchter selbst bis zum Schlüpfen des Nachwuchses die Überraschung bleibt, ob farbintensive oder matte Vögelchen aus dem Ei schlüpfen. Unter Züchterkollegen gab es so jede Menge Stoff zum Fachsimpeln. Doch auch das unkundige Publikum hatte seine Freude an den kleinen Tieren, die in freier Natur ihres Heimatlands zum Teil nur noch selten zu finden sind. „Artenschutz ist sicher ein Randaspekt unseres Hobbys“, sagte Peter Steinbeck, Vorsitzender des Vogelzuchtvereins Groß-Zimmern.

Auch die Züchter selbst sehen sich als Rote-Liste-Spezies. Das aufwendige, platz-, zeit- und kostenintensive Hobby findet wenig Nachahmer. „Wir haben das Problem der Überalterung unserer Aktiven“, sagte Hans Ganz, „und es gibt wenig Nachwuchszüchter.“ Über einen Rückgang von 20 Prozent der Züchterfreunde klagt man in Groß-Zimmern. Münster gehört zu den aktivsten Vereinen im Kreis und zählt 23 Züchter. Die Vogelfreunde sind tüchtig. Im Januar wollen sie ins italienische Bari ausschwärmen, wo die Weltausstellung der Vogelzüchter ausgetragen wird. Vielversprechende Münsterer Vögelchen könnten da durchaus auch dabei sein.

Hiemenz mit besten Exoten

Der Wellensittich ist eine Vogelart, die zur Familie der Eigentlichen Papageien gehört.

„Aber das ist auch eine Kostenfrage“, sagte Ganz, Transport, Standkosten und mehr summieren sich rasch zum stattlichen Betrag. Die aktuellen Kreismeister, die für ihre rassespezifischen, gut ausgeprägten Merkmale die höchsten Punktzahlen bekamen, könnten aber in Italien durchaus Chancen haben. Kreismeister wurden Lothar Frühwein (Münster) mit seinen Farbkanarien (gelb schimmel), Helga Weber (Rodgau) mit ihren Positurkanarien (Norwich), Heinz Frühwein (Münster) mit seinen Mischlingen Karmingimpel/Kanarien, Phillip Orth (Lützelbach) mit seinen Gartenrotschwänzen, Willi Kreher (Münster) mit Schwarzkopfgrünlingen, Nicolai Kaiser (Groß-Umstadt) mit Wellensittichen (Gelbgesicht/fgra) und der Groß-Zimmerner Peter Steinbeck mit seinen Großsittichen der Rasse Penantsittich zimt.

Die besten Exoten zeigte der Dieburger Hubert Hiemenz (Japanische Mövchen, Schecke) und der Groß-Umstädter Peter Kos (Kleiner Kubafink). Kreisjugendmeister wurde Hendrik Hiemenz aus Dieburg mit seinen Positurkanarien. Championvögel züchteten Frank Leister (Farbkanarien), Helga Weber (Positurkanarien), Günther Kreher (Mischlinge) und Klaus-Peter Ohlmann (Cardueliden) sowie Philipp Orthe (Europäer).

Quelle: op-online.de

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