Vollgas auf der Bühne

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Im Stile John Travoltas brillierte das Männerballett bei der DJK-Sitzung - ganz ohne Strings und haarige Männerbrust in eleganten weißen Anzügen.

Münster ‐ Witzparaden, Konfettihagel, Lachsalven und Tanzmarathon… Wenn diese Attribute angesagt sind, haben die Narren das Zepter ergriffen. Mit ihrer ersten Sitzung haben die Fastnachter der DJK Blau-Weiss Münster am Freitag in der Vereinshalle die närrische Bombe gezündet. Von Ursula Friedrich

100 Aktive der Fastnachtsabteilung sorgten in ihrer 63. Sitzung vor und hinter der Bühne für eine tolle Show. Unter Regie von Abteilungsleiter Andreas Müller war erneut ein fulminantes Programm entstanden, bei dem kein Auge trocken blieb.

Mit flotten Sprüchen und Partylaune setzte die „Doppelspitze“ im närrischen Regiment zum Sitzungsauftakt das Fastnachtsvirus frei: Achim Schledt und Peter Waldmann führten als Sitzungspräsidenten durch den Abend. Umringt vom Elferrat thronte das Gespann auf der Bühne und gab unter dem diesjährigen Motto „Hey das geht ab, wir feiern die Fassenacht“, Feuer frei für gute Laune und ein dichtes, abwechslungsreiches Programm. Büttenredner, Tanzgruppen und Musiker sorgten in einem flotten Wirbel für einen mit vielen Höhepunkten gespicktes Fastnachtsmarathon.

Aus der Bütt wurden böse Zoten gen Kirche, Bundespolitik, aber auch in die direkte lokale Nachbarschaft abgefeuert. Der „Eppertshäuser Dummschwätzer“ alias Jörn Müller erhielt erneut „Rederecht“ im kunterbunt dekorierten, voll besetzten Saal. „Mir Eppertshäuser hawwe für unser Neubaugebiet so e Mauer gezoge, nur damit mer nit nach Münster gucke kann“, flachste der altgediente Fastnachtsnarr. Schon als Herbert und Brigitte (Sandy Gerhold und Achim Schledt) die Bühne vereinnahmten, gab es viel zu lachen. „Herbert, host du die Klotür zugeschlosse?“ Mit diesem profanen Satz leitete Brigitte den bekannten Ehezwist des Erfolgsduos ein. Ihre närrischen Sporen mussten sich Matthias Wolf und Thomas Mack erst verdienen. „Der Bodensatz des guten Geschmacks“, kündigte der Präsident die quirlige Nummer der Youngsters an, die mit Elvistolle, rosa Anzügen und dussligem Entertainment sogar die „Gebissträger bei der Ü-70-Party“ aus der Reserve lockten.

Premiere: Matthias Wolf und Thomas Mack mit rosa Anzügen und dussligem Entertainment.

Von klassisch bis sexy und gruselig reichte die Palette der Tanznummern: Als Vampire eroberten die Kleinsten des Kinderballetts die Herzen des Publikums im Flug - die Trainerinnen Martina Peter und Manuela Mack hatten mit diesem Showtanz ganze Arbeit geleistet. Im Bann von Lady Marmelade und Michael Jackson präsentierte „Techtelmechtel“ einen dessousreichen Schwarzlichttanz, während das Männerballett im Stile John Travoltas brillierte - ganz ohne Strings und haarige Männerbrust in eleganten weißen Anzügen.

Fastnachtsbegeisterte Protagonisten gibt es im rund 700 Mitglieder großen Verein zu Hauf. Seit 1947 setzten die Fastnachter Jahr für Jahr mit ihren Sitzungen närrische Akzente im Gemeindeleben. Das kräftige Aufgebot singender, tanzender und Zoten reißender Aktiver spricht für sich: Ob Präsidentengarde, Hinnergassebuwe, Pan i Pani, Damenballett oder Siebenschläfer, alle gaben auf den Bühnenbrettern Vollgas. Mit den Singenden Damen ging es gar bis nach Afrika, Büttenfrau Petra Dümler entführte das Publikum in ihren Arbeitsbereich: das Klo, und zwei American Footballer (Willi Heckwolf und Josef Bonifer) eröffneten eine schlagkräftige Partie gegen die Nachbarn aus Eppertshausen.

Auch an Weiberfastnacht ist die DJK-Halle die richtige Adresse: Ab 20.11 Uhr wird am Donnerstag, 11. Februar, gefeiert, „bis die Schwarte kracht“.

Mit dem ausdrucksstarken Prosavortrag von Nicole Erdmann und einer humorvollen Jobvermittlung zum Weihnachtsmann (Rainer Rosskopf und Michael Bonifer) zeigten die Münsterer Fastnachter, dass sie auf allen Gebieten der Narretei kräftig punkten können. Der Erfolg des Sitzungsmarathons, der am 5. und 6. Februar mit zwei weiteren Veranstaltungen fortgesetzt wird, spricht für sich: „Viermal ausverkaufte Hütte“, so die Bilanz der Sitzungspräsidenten.

Quelle: op-online.de

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