In Frankreich hängen geblieben?

Neues über Antoine Griezmanns Herkunft

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Die Vorfahren von Antoine Griezmann kommen wohl aus Münster.

Münster - Nach Einsicht der Eintragungen im Archiv der Pfarrgemeinde St. Michael Münster kann nun bestätigt werden: Die Vorfahren des französischen Fußball-Nationalspielers Antoine Griezmann stammen aus Münster. Von Lars Herd 

Das Kirchenbuch der Gemeinde St. Michael in Münster: „Am 5ten März früh um 4 Uhr ist dahier im Münster geboren Emmerich Grießmann“.

Es hat zwar ein paar Minuten gedauert, die Kurrentschrift in den Aufzeichnungen von Anfang des 19. Jahrhunderts zu entziffern, doch dann ging es einigermaßen flüssig. „Am 5ten März früh um 4 Uhr ist dahier im Münster geboren Emmerich Grießmann“. Da lagen die Online-Übermittlungen mit dem 5. Mai 1817 knapp daneben. Schon am Donnerstagfrüh hat sich mit Thomas Krämer, Sprecher der Odenwälder Bezirksgruppe der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung, ein Experte für Auswanderungsforschung in der Redaktion gemeldet und konnte weitere Informationen zur Familiengeschichte Griezmanns liefern. Sofern seine Aufzeichnungen stimmen, ist Emmerich Grießmann der Ururur-Großvater Antoine Griezmanns. „Mangels Informationen aus dem datenschutzrechtlichen Bereich, kann ich nicht sagen, wie viele Generationen es genau sind“, berichtet Krämer.

Er mutmaßt, dass die Familie Grießmann Mitte des 19. Jahrhunderts aus Münster fortgegangen war, weil Mutter Christina Grießmann nach dem Tod ihres Ehemannes mit den Kindern nach Amerika auswandern wollte – aber in Frankreich nicht mehr weitergekommen ist. Für diese These spricht, dass Emmerich Grießmann an der Westküste Frankreichs in Carnac gestorben ist. „Es kam durchaus vor, dass eine Familie kein Geld mehr hatte, bis zum Abfahrtshafen“, meint Krämer und ergänzt: „Die Familiengeschichte in Frankreich war nicht vorteilhaft, wie man so hörte.“ Damit bezieht er sich auf den schweren finanziellen Stand, den Korbmacher in der damaligen Zeit hatten.

Griezmann stoppt zweite Liebe Uruguay

Doch für einen ist die Geschichte doch vorteilhaft gelaufen: Antoine Griezmann. Ohne diese vielen Zufälle wäre er derzeit wohl kaum noch bei der Weltmeisterschaft in Russland im Einsatz, sondern – sofern er überhaupt Fußballprofi geworden wäre – mit Deutschland in der Gruppenphase ausgeschieden oder hätte die Qualifikation mit den USA ganz verpasst. Dafür freut sich Frankreich: Am Freitagabend erzielte Griezmann einen Treffer beim 2:0-Sieg über Uruguay.

Quelle: op-online.de

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