Kreistierheim will aufklären

Tierschützer erwägen Anzeige

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Münster - Der vor genau zwei Wochen von unserer Zeitung veröffentlichte Artikel über die umfangreichen Vorwürfe von Tierschützern und ehemaligen Mitarbeitern gegen das Kreistierheim in Münsters Munastraße hat zahlreiche Reaktionen der Leser hervorgerufen. Von Jens Dörr

In Anrufen und E-Mails monierten sie fast durchweg einen im Artikel noch nicht einmal thematisierten, von den Tierschützern in ihrem Brief an die 13 Mitgliedskommunen aber ebenfalls kritisierten Punkt: Die Vermischung der Tierheim-Arbeit der aktuellen Leiterin mit ihrer privaten Zucht von Bordercollies. Deshalb und wegen anderer Punkte erwägen einige Tierschützer nun sogar eine Anzeige.

Der Vorstand des Trägervereins kündigte für die kommende Woche die Aufklärung der Vorwürfe an. Dabei soll dann auch die Leiterin selbst gegenüber unserer Zeitung zu Wort kommen dürfen.

Vorstand kündigt Aufklärung an

Eine Gruppe von Tierschützern und Ex-Mitarbeitern aus Münster, Roßdorf und Messel hatte ihr öffentlich unter anderem Mobbing, Tötungen von Nagetieren und einen nicht tiergerechten Umgang etwa mit den Hunden vorgeworfen. Eine „Anklageschrift“, die die Gruppe an die 13 Mitgliedskommunen (zwölf aus dem Ostkreis Darmstadt-Dieburg plus Rödermark) des Trägervereins, das Veterinäramt, der Landestierschutzbund, Promi-Hundetrainer Martin Rütter sowie an weitere Prominente (Sonya Kraus, Sonja Zietlow) geschickt hat, führt insgesamt 13 Vorwürfe auf.

Einen dieser Vorwürfe griffen nahezu alle Leser auf, die sich in den vergangenen Tagen schriftlich oder mündlich zum Artikel äußerten. Angeprangert wurde immer wieder, dass die Leiterin das Tierheim-Gelände für die Bordercollies mitnutze, die sie privat betreibt. „Zwinger und ein Auslauf für die Tierheimhunde werden von ihr für ihre Bordercollies genutzt. Auch das Gelände in dem Teil des Tierheimes, in dem sich die Hundezwinger befinden, wird von ihr für Treffen mit anderen (von ihr verkauften) Bordercollies missbraucht. Die Zwinger, in denen sich Tierheimhunde befinden, werden mit Decken abgehängt und dann dürfen die Welpen in einer Welpenspielstunde oder auch erwachsene Bordercollies vor den Zwingern herumtoben“, formulieren es die Tierschützer.

Private Haltung hat im Tierheim nichts zu suchen

Und weiter: „Dies kann einfach nicht im Sinne einer tiergerechten Haltung im Tierheim sein. Private Hunde und Tierheimhunde dürfen laut Tierschutzgesetz nicht zusammen untergebracht werden, da eine Seuchen- beziehungsweise Krankheitsübertragung entstehen könnte.“ Futterspenden würden stellenweise zudem für ihre Tiere statt die im Tierheim abgegebenen verwendet. Unter anderem deshalb lassen einige der empörten Tierschützer nun rechtliche Schritte prüfen und planen eine Anzeige.

Walter Blank, Bürgermeister Münsters und Vorsitzender des Trägervereins, versprach für die kommende Woche Antworten auf diese und weitere Fragen. Eine solche blieb er am Montagabend in der „Bürgerstunde“ am Ende einer Sitzung des Gemeindeparlaments auf Nachfrage eines Münsterers schuldig. Blank wies gegenüber dieser Zeitung darauf hin, dass sich einige Vorwürfe - wie die vorgehaltenen Beziehungen der Tierheim-Leiterin zu den Hells Angels - auf die Leiterin persönlich bezögen und nicht auf den Trägerverein. Deshalb soll die Leiterin in Kürze auf einige Fragen nun auch selbst antworten dürfen.

Quelle: op-online.de

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