Vorzeigeobjekt made in Münster

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Vor einem Jahr eröffnete das neue Gersprenz-Senioren-Dienstleistungszentrum in Münster. Bei einer kleinen Feier stießen die Bewohner auf das Jubiläum an.

Münster (mj) ‐ Der Rathauschef ist gut gelaunt. Dazu hat Bürgermeister Walter Blank auch allen Grund: Das 4,8 Millionen Euro teure Senioren-Dienstleistungszentrum, das vom Senio-Zweckverband Reinheim gebaut und von der Gersprenz gGmbH betrieben wird, gilt wegen seiner modernen Einrichtung als Vorzeigeobjekt.

Im nächsten Monat steht die komplette Auslastung mit 60 Bewohnern bevor. Dazu verfügt man bereits über eine Warteliste von 18 Personen. Grund genug für eine Jubiläumsfeier. Zwar war das Heim erst im Juni dieses Jahres offiziell eröffnet worden, doch die ersten Bewohner wohnten schon eine Weile dort. Sie waren bereits im November 2008 eingezogen. „Die großen Möbelhäuser der Region feiern alle paar Monate ein Jubiläum. Das können wir auch“, nahm Blank das Jubiläum nur wenige Monate nach der offiziellen Eröffnungsfeier mit Humor. „Ursprünglich an der Kulturhalle geplant, ist das Haus in der Wilhelm-Lehr-Straße jetzt gut im Ort integriert“, lobte der Bürgermeister. Man biete eine gute Pflege, dennoch sei vieles neu und müsse sich erst noch einspielen. Wie Hausleiterin Ina Herda-Götze sagte, habe man mittlerweile die anfänglichen Probleme in den Griff bekommen, genügend examinierte Pflegekräfte zu finden: Sie sind derzeit in der ganzen Bundesrepublik Mangelware. Das Team zählt aktuell 44 Mitarbeiter, die Quote des Fachpersonals liegt bei über 60 Prozent. Mit Nina Wagner sei zudem eine neue engagierte Pflegedienstleitung hinzugestoßen, so Herda-Götze.

Mit Entwicklung der Häuser in Groß-Zimmern und Reinheim sehr zufrieden

Sie machte keinen Hehl daraus, dass die Leitung des Hauses nicht immer einfach ist: Neben der Personalproblematik habe man harte Zeiten erlebt. „Wir haben aber durchgehalten“, so die Hausleiterin, die damit auf das veröffentlichte Papier aus Reinheim anspielte, das einigen Gersprenz-Häusern Versäumnisse in der Hygiene vorwarf. „Das ist eine bösartige Verleumdung. Die Vorwürfe kann ich in Münster nachweislich widerlegen“, betonte Herda-Götze. Ihr Haus stehe jedem jederzeit offen, um sich ein eigenes Bild zu machen.

Wie Blank als Vertreter des Senio-Verbandes wissen ließ, sei man mit der Entwicklung der weiteren Häuser in Groß-Zimmern und Reinheim sehr zufrieden. Nur die Einrichtung in Groß-Umstadt mache nach wie vor Verluste, was sich erst mit dem Neubau ändern werde. „Das hat die Verbandsversammlung aber so gewollt. Jetzt muss sie die Verluste hinnehmen“, konstatierte Blank mit Blick auf das jährliche Defizit von 200 000 Euro. Auch mit dem kürzlich verabschiedeten Strategiepapier (wir berichteten) ändere sich nichts an der grundsätzlichen Ausrichtung des Senio-Verbandes, versicherte Blank: „Wir streben keinen Gewinn an, sondern wollen, dass die Heime auskömmlich sind. Eine gute Pflege steht im Vordergrund.“

Nicht einverstanden ist er mit der Satzungsänderung des Gesellschaftervertrags, die dem Landkreis neben seiner Beteiligung im Zweckverband auch eine größere Mitsprache in der Verbandsversammlung einräumt. Dies beschneide nachhaltig den Stellenwert der kleineren Mitgliedskommunen, so Blank.

Quelle: op-online.de

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