Waldmann gibt Vorsitz zurück

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Peter Waldmann ist seit Jahrzehnten in Münster engagiert und bleibt der DJK trotz der Abgabe seines Vorsitzes treu.

Münster - „Man kann seine Stärken einbringen und getrost seine Schwächen in die Hände anderer legen, das bedeutet für mich Verein“, fasste Peter Waldmann, Vorsitzender der DJK, am Wochenende seine Vorstellungen zusammen. Von Jasmin Frank

Grund für das Resümee gegenüber unserer Zeitung war der Vereinsabend, auf dem der engagierte Münsterer seinen Rückzug von dem Amt bekannt gab.

„Ich meine, dass ein Vorsitzender den Posten auch wieder frei machen muss, damit neue Ideen eingebracht und Mitglieder mit anderen Ansichten besser integriert werden können“, so Waldmann. Seit seiner Jugend ist der Münsterer im kirchlichen Bereich engagiert, als Kind als Messdiener, als junger Erwachsener als Pfadfinder. „Die Verbindungen zwischen der katholischen Jugend und der DJK, die sich als Sportverein mit christlicher Orientierung versteht, war früher noch viel enger als heute. Deshalb lag es mir als engagierter Stammesführer nahe, mich auch zur DJK hin zu orientieren“, erinnert sich Waldmann, der sich dem Verein 1972 anschloss.

Grund dafür war auch eine seiner Leidenschaften: Die Fastnacht. An seinen ersten Vortrag, den er vier Jahre später hielt, kann er sich noch genau erinnern – ging er doch auf die Bühne, stellte sich ans Rednerpult und holte mit einem gezielten Griff ins Jackett seine Rede hervor. Doch die Vorlage entpuppte sich als Rechnung – Waldmann hatte das falsche Papier eingesteckt! „Da ich die Rede aber auswendig konnte, kam ich auch ohne das Ablesen gut durch den Vortrag“, schmunzelt der gelernte Drucker und späterer Produktionsleiter, der sofort anfängt zu rezitieren: „Heil, Druck und Papier – ich komme von der Zeitung, egal was passiert – ich sorge für Verbreitung!“

Hang zur Pressearbeit

Den Hang zur Pressearbeit hat Waldmann nicht nur in der Fastnachtszeit ausgelebt – bis 1984 war er Pressewart der Pfadfinder, im Anschluss übernahm er das Amt bei der DJK Münster und im Diözesanverband in Mainz, sogar im Bundesverband war er acht Jahre lang als Referent für Öffentlichkeitsarbeit aktiv. „Als ich meine ersten Berichte geschrieben hatte, war ich nicht damit zufrieden, sie glichen zu sehr Schulaufsätzen. Deshalb habe ich in den 1980-er Jahren an einem Seminar teilgenommen und seitdem weiß ich, was zu tun ist“, erklärt Waldmann.

Obwohl er von 1994 bis 1998 stellvertretender Vorsitzender und von 2002 bis zu seinem aktuellen Rücktritt Vorsitzender war, sieht er sich nicht als Führungsfigur, sondern vielmehr als Moderator. „Die DJK ist vielfältig und das soll auch so bleiben. Doch die Eigenheiten der Abteilungen zu bewahren geht einher damit, eine Auseinanderentwicklung zu vermeiden“, benennt er seine langjährigen Bestrebungen.

Mit seinem Abschied von der DJK-Spitze zieht sich Waldmann längst nicht aus dem Ehrenamt zurück: Ihn kribbelt ein neues Projekt in den Fingern. Erst vor wenigen Jahren ist er der CDU beigetreten, und als dann nach einer überstandenen schweren Krankheit ein Anruf kam, ob er als Gemeindevorstand bereitstehen würde, sagte er nach kurzer Bedenkzeit ja. „Es hat mir nach dieser persönlichen Zäsur sehr gut getan, eine neue Aufgabe zu finden, die mir bislang auch sehr viel Freude macht“, lächelt Waldmann, dem seine christliche Orientierung viel Kraft für sein ehrenamtliches Engagement gibt.

Quelle: op-online.de

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