Wandern mit Mandolinenklang

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Das Madolinenorchester harmonierte bestens mit seinen Gästen, dem Chor Michelangelo.

Münster - Einst trugen sie die Wanderer auf ihren Touren bei sich, um darauf ihre Lieder zu begleiten, weshalb das Instrument noch heute in vielen Vereinen zu finden ist: die Mandoline. Von Jasmin Frank

Auch die Wandergesellschaft Frisch Auf in Münster hat ein kleines, aber feines Orchester, in dem sich zudem die großen Schwestern des kleinen Zupfinstruments befinden: Mandolas und Gitarren.

„Wir zeigen, dass diese Instrumente zu weit mehr in der Lage sind, als nur zum Begleiten von zünftigen Liedern“, verspricht Orchestersprecherin Katja Roßkopf. Damit nicht nur die Mandolinen, sondern auch die Musiker ihr Können optimal zu entfalten vermögen, hatte das Orchester am vergangenen Wochenende einen Probenmarathon einberufen, denn am 29. Oktober steht das große Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen ins Wanderfreundehaus.

Von Freitagabend bis Sonntagmittag waren die Musiker in der Münsterer Kulturhalle zusammengekommen und übten fleißig – dabei blieben sie freilich nicht unter sich, sondern bekamen hochkarätige musikalische Unterstützung. „Unser Konzert wird sich in zwei Teile gliedern. Zunächst wird es einen Klassik-Part geben, bei dem Sängerin Katja Berker aus Eppertshausen Lieder aus Opern wie Carmen zum Besten geben wird. Danach geht es weiter mit Filmmusik“, erläutert Roßkopf das vielseitige Programm.

Neues und Ungewöhnliches, das Freude macht

Während Berker am Samstag zu den Mandolinen gestoßen war, kam Sonntag der Münsterer Chor Michelangelo hinzu, der sich auf moderne Chorliteratur versteht. „Als wir die Anfrage des Mandolinenorchesters erhielten, war uns gleich klar: Das ist zwar etwas Neues und Ungewöhnliches für uns, wird aber allen viel Freude machen“, lächelte Chorleiter Norbert Müller, der mit den Männern und Frauen des Chores gleich in den Hit „I will follow hin“ einstimmte.

Alle gemeinsam ergänzten sich unter den Anweisungen von Dirigentin Anja Rosenberger prächtig. Auch Günter Keil, der seit der Gründung des Orchesters im Jahr 1961 mit von der Partie ist, war erfreut und erinnert sich: „Als wir zu dritt angefangen hatten, hieß es erst einmal, viele junge Menschen an der Mandoline auszubilden. Seine Blütezeit hatte das Orchester in den siebziger Jahren, als wir etwa 55 Teilnehmer hatten. Nun sind noch etwa 20 Personen verblieben und das auch nur, weil wir vor fünf Jahren mit dem Mandolinen-Club Wiebelsbach fusionierten. Er hatte zu wenige Mandolinenspieler, wir hingegen zu wenig Verstärkung an den Gitarren, da hat der Zusammenschluss wunderbar funktioniert.“

Viel ist in dem vergangenen halben Jahrhundert geschehen und zahlreiche Konzertreisen innerhalb Deutschlands und den Nachbarländern wurden unternommen. „Herausragend war ein Austausch mit einer ungarischen Trachtengruppe, denn es war zur damaligen Zeit nicht selbstverständlich, dass Ungarn in den Westen reisen durften“, erzählt Keil.

Eines hat sich jedoch nicht geändert: Junge Menschen, die sich für die kleinen Instrumente interessieren, sind jederzeit willkommen und werden im Orchester von Frisch Auf fachgerecht unterrichtet.

Quelle: op-online.de

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