Wasserrechnung: Getrennt oder zusammen?

Münster - „Wir stehen weiterhin zu unserer Aussage, dass sich durch die Aufsplittung der Abwassergebühren für die Mehrheit der Ein- oder Zweifamilienhausbesitzer keine oder nur geringe Veränderungen der Kosten ergeben“, betont Münsters Bürgermeister Walter Blank in einer schriftlichen Stellungnahme. Von Jens Dörr

Dem hatte - und das war der Anlass für Blanks Reaktion - Gerhard Bonifer-Dörr, ALMA-Fraktionsvorsitzender im Gemeindeparlament, zuvor deutlich widersprochen. „Bei uns haben Bürger über die neue, getrennte Wasserrechung geklagt, nachdem wir die Gebühren über eine Pressemitteilung thematisiert hatten“, sagt Bonifer-Dörr.

Hintergrund: Brauchwasser und Oberflächenwasser werden seit einiger Zeit gesplittet berechnet, was nach ALMA-Ansicht zu Verwirrung, vor allem aber zu Mehrkosten geführt habe. Eine „Bestrafung der Bürger, die Wasser sparsam verwenden“, moniert Bonifer-Dörr. Der zentrale Spieler sei zwar der Zweckverband Gruppenwasserwerk, jedoch wolle man erst einmal die Gemeinde mit dem Thema konfrontieren.

Die äußert sich in Blanks Namen ganz anders: „Viele Bürger fahren jetzt - insbesondere in Mehrfamilienhäusern - mit der gesplitteten Gebühr günstiger, da sie anteilig über eine verhältnismäßig geringe versiegelte Fläche verfügen“, heißt es in der Mitteilung. Es zahle jetzt lediglich mehr, wer im Vergleich zu seinem bisherigen Wasserverbrauch eine überdurchschnittliche versiegelte - und an den Kanal angeschlossene - Grundstücksfläche besitze. Zudem verschweige die ALMA-Fraktion die Tatsache, „dass die bisherigen Gebühren auf Basis des Frischwasserverbrauchs in der Gemeinde Münster nicht kostendeckend waren.“ So sei eine Erhöhung - da fiel das Wort dann doch - notwendig gewesen.

Die Gemeinde Münster, heißt es weiter, würde Wassersparer unterdessen auch dadurch belohnen, dass der zu zahlende Anteil an den Abwassergebühren ebenfalls sinke. Das würde zusätzlich vergütet, wenn Bürger überdies mögliche Flächen entsiegeln oder vom öffentlichen Kanalnetz abtrennen würden.

Richtige „Beschwerden“ hat es bei der Münsterer Gemeinde, so erklärt sie, nicht gegeben. Es gab zwar Einzelfälle, dabei habe es sich aber um Bürger gehandelt, die den Beratungs- und Änderungsservice der Gemeinde bei Einführung der gesplitteten Gebühr nicht in Anspruch genommen hatten und erst durch die diesjährige Rechnung wieder darauf aufmerksam wurden. Aber alle diese Fälle konnten schnell und unbürokratisch geklärt werden, so gibt die Gemeinde Auskunft.

Quelle: op-online.de

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