Der Wehr fehlt´s an Ausrichtern

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Florian Kisling (mit erhobenem Arm) moderierte die Übung zum Feuerwehrtag

Münster -  "Dies ist wohl leider der letzte Kreisfeuerwehrtag für die nächsten Jahre. Wir finden keine Ausrichter mehr. "Von Thomas Meier

Mit diesem Paukenschlag eröffnete Landrat Klaus Peter Schellhaas am Samstag offiziell das Treiben am Abtenauer Platz, das indes in hervorragender Manier von der Freiwilligen Feuerwehr Münster organisiert und veranstaltet wurde.

Bilder vom Kreisfeuerwehrtag

Kreisfeuerwehrtag in Münster

Sorgten fürs gesamte Fest für Stimmung: die Festdamen der Freiwilligen Feuerwehr

Der 98. Kreisfeuerwehrtag im heimischen Raum ist auch der Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen der Münsterer Wehr, die von Freitag bis heute Abend ausgiebig begangen werden. Doch trübte des Landrats Verlautbarung ein wenig den Blick nach vorn, denn die Wehren haben wie alle Vereine im Land zu kämpfen, ihre Mitglieder für solch Großveranstaltungen einzuspannen.

Der Landrat bedauerte zur Eröffnung diese Entwicklung, gerade auf dem Sektor des Brandschutzes sei der Kreisfeuerwehrtag stets eine „wichtige Leistungsschau“, die sehr guten und starken Einsatztruppen mit ihrer Schlagkraft gut zu präsentieren. Schellhaas bescheinigte den Feuerwehren im Kreis eine Spitzenposition im bundesweiten Vergleich.

"Jetzt stehen wir vor einer Durststrecke"

Kreisbrandinspektor Ralph Stühling bestätigte im Gespräch mit unserer Zeitung die betrübliche Entwicklung. Sehr viel Aufwand werde für die jährlichen Feuerwehrtage mit großem Festzelt und Umzügen betrieben, eine Anstrengung, die Vereine nur noch dann stemmten, wenn auch ein Jubiläum wie in Münster mit einher ginge. „In manchen Jahren könnten wir auf drei oder vier Interessenten an einer Ausrichtung zurückgreifen, doch jetzt stehen wir vor einer Durststrecke - niemand fand sich für die kommenden drei Jahre zu einer Ausrichtung bereit.“ Gemeinsam mit dem Landrat wollen die Kreiswehren zu einer für alle befriedigenden Lösung kommen. Man denke daran, einen informativen Aktionstag zu organisieren.

Münsters Gemeindebrandinspektor Florian Kisling kann nur bestätigen, welch Mühen hinter dem viertägigen Jubelfest mit Wehrtag stehen. 18 Monate bestimmten sie die Vereinsarbeit, unzählige Stunden seien von den Ausschüssen und Verantwortlichen geleistet worden. 94 Aktive und 650 Mitglieder zählt der Verein, 70 Mann stark war die Kerntruppe, die fürs Gelingen Gewehr bei Fuß stand.

Nun - solch Mühen sollen sich auch in Zahlen ausdrücken. Vor etwa 900 Zuschauern verwandelten die Lollies und Peter Wackel das Festzelt am Freitag zum Auftakt für wenige Stunden zum „Bierkönig von Mallorca“. Mit Ballermann-Hits brachte Wackel das Festzelt zum Kochen. Als er dann zum Höhepunkt mit den Lollies und Hits von AC/DC durch das Zelt rockte, gab´s für viele Besucher bis in die frühen Morgenstunden kein Halten mehr.

Im Mittelpunkt stand der Fachvortrag

An der Dienstversammlung der Wehren in der Kulturhalle in Münster nahmen zahlreiche Delegierte der 80 Kreisfeuerwehren und Bürgermeister der 23 Städte und Gemeinden des Landkreises teil. Kreisbrandinspektor Ralph Stühling berichte zu aktuellen Themen. Kreisjugendwart Manuel Feick vertiefte in seinem Bericht die positiven Entwicklungen zu den Mitgliedszahlen in den Jugendfeuerwehren.

Im Mittelpunkt der Dienstversammlung stand der Fachvortrag von Dipl. Ing. Detlef Thoma zum Thema „Energiewende - Auswirkungen eines Stromblackouts“. Sehr anschaulich stellte der Referent die Belastungsgrenzen des Übertragungsnetzes dar, erörterte, welche Randbedingungen zu einem Blackout führen und wo die Netzbetreiber Vorbeugung und Fehlerbeseitigung umsetzen können.

Viel Spaß bereitete dem Publikum die Aktionsmeile zum Tag der Feuerwehr mit großer Fahrzeugausstellung und Schauübung vor der Kulturhalle. Die Jugendfeuerwehr war nicht nur in die Übung integriert, sie sorgte auch für Kinderbelustigung und erklärte Gerätschaften.

Am Samstagabend sorgten die „Original Wällster Bayern Power“ vor knapp 1500 Besuchern im Festzelt für super Stimmung. Und gestern fanden sich nach dem Treffen der Kreismusikzüge zum großen Festumzug 45 Formationen ein. „Alle 23 Gemeinden des Kreises waren durch Wehrabordnungen vertreten“, freute sich Kisling.

Quelle: op-online.de

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