Die Wehr war mit dem Radl da

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Alle Generationen Münsters schwangen sich zum Volksradeln in die Sättel.

Münster - Am 40. Volksradfahren des Vereins Radsport nahmen über 25 Mannschaften teil. Dabei stellte die Feuerwehr wieder die Mannschaft mit den meisten Teilnehmern. Von Michael Just

„Zweimal für das Rote Kreuz!“, sagt Maria Müller. Am Samstag um kurz vor 17 Uhr meldet sie sich und ihren Mann im Heim des Vereins für Radsport am Bahnhof für das Volksradfahren an.

„Ich bin passives Mitglied beim DRK, mein Mann ist aktiv beim Rettungsdienst und bei den Blutspendeterminen“, erzählt sie. Kurz darauf begibt sich das Paar auf die 20-Kilometer-Runde.

Siegerehrung: Rund 30 Vereine und Gruppen fuhren mit beim Volksradeln des Vereins für Radsport, rund die Hälfte erhielt einen Pokal.

Mit ihrer Anmeldung hoffen die beiden, dass sie dem DRK helfen können, im Vergleich mit den anderen Vereinen bei der Teilnehmerzahl die Nase vorn zu haben und damit möglichst nahe an den großen Wanderpokal zu kommen. In den letzten Jahren gehen dafür einige Vereine so ambitioniert zu Werke, dass sie die Anmeldegebühr für ihre Mitglieder und jene Personen, die sich in ihrem Namen auf die Sättel schwingen, übernehmen.

Auch am Wochenende nahmen wieder über 25 Vereine und Gruppen beim Volksradfahren teil, darunter sogar eine Vertretung aus Dieburg. Echte Münsterer sind dagegen Gabriele und Jörg Schubert. Auch sie fuhren bereits am Samstag, da am Sonntagmorgen eine Aufgabe im Gottesdienst in der evangelischen Kirche anstand. Beim Volksradeln sind sie immer dabei, sofern man zu der Zeit nicht im Urlaub ist. „Wir würden gerne mehr Radfahren“, sagen die beiden, verweisen aber auf ein Zeitproblem.

Beim befreundeten Ehepaar Rahel und Robert Wachtel setzt man die Vorsätze vieler Bürger, mehr zu radeln, in die Tat um. So fährt der 50-Jährige mehrmals die Woche von Münster nach Darmstadt auf die Arbeit zu Merck. Am Wochenende traten die Wachtels von Aschaffenburg nach Miltenberg 50 Kilometer in die Pedale und fuhren mit dem Zug zurück.

Trotz rückläufige Teilnehmerzahlen optimistisch

Mit dem 40. Volksradfahren gibt es 2012 für den Verein Radsport etwas zu feiern. „Die Veranstaltung ist eine Institution geworden“, sagt Pressewart Anton Frank. Trotzdem seien die Teilnehmerzahlen rückläufig und man erreiche bei weitem nicht mehr die einstige Bestmarke von 700. Stolz sei man, dass das Engagement für Gesundheit und Umwelt gewürdigt werde, was etwa die bronzene Auszeichnung beim Wettbewerb „Sterne des Sports“ untermale.

Laut Frank verzeichnet das Radfahren derzeit durch die hohen Benzinpreise und ein gestiegenes Umweltbewusstsein einen kleinen Boom. Der mache sich aber nur geringfügig in den Mitgliederzahlen bemerkbar. Profitieren würden eher die Fahrradverkäufer bei den Elektrorädern. Für ihn werde dabei oft vergessen, dass der Akku nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden müsse und dies dann mit mehreren hundert Euro zu Buche schlage. Nicht nur deswegen hat der Münsterer ein gespaltenes Verhältnis zu dieser Form der Fortbewegung: „Ein wenig Bequemlichkeit ist schon dabei“, gibt er schmunzelnd zu verstehen. Trotz gesundheitlicher Probleme am Jahresanfang komme für ihn ein solches Rad nicht in Frage: „Das probiere ich erst, wenn ich gar nicht mehr kann.“

Die meisten Volksradfahrer strampelten am Wochenende konventionell. Am Samstag fuhren 207 Personen (letztes Jahr 208), am Sonntag kamen weitere 379 hinzu, so dass die Gesamtteilnehmerzahl 586 lautete. Die größte Radlergruppe stellte mit 78 erneut die Feuerwehr, vor der DJK (62) und den Frisch-Auf-Wanderern (52). Der älteste Teilnehmer war Franz Jonke (Jahrgang 1925). Mit dem Waldfest bot der Verein wie gewohnt im Freizeitzentrum noch ein gemütliches Angebot für Speis und Trank.

Die Aktion „Münster fährt zum Mond“ vor erfolgreichem Abschluss

Ende des Monats werden die Kilometer des Volksradfahrens zur Aktion „Münster fährt zum Mond“ hinzugezählt. Von den 384 .401 Kilometern wurden schon jetzt rund 293 .000 zurückgelegt. So dürften die Radsportler und alle zur Teilnahme aufgerufenen Münsterer die Mondlandung noch vor Ablauf der selbst gesetzten Frist im November schaffen. „Vielleicht reicht es sogar noch für eine Mondumrundung. Der Erdtrabant ist ja nicht allzu groß“, konstatiert Frank und erzählt, dass die Aktion in Eppertshausen schon reichlich lieb gemeinten Spott hervorgerufen habe. „Hoffentlich bleiben sie nach der Landung droben“, würde nur ein frommer Wunsch aus der Nachbargemeinde lauten.

Quelle: op-online.de

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