Nikolausmarkt der Schule auf der Aue

Schleim und jede Menge Schlumpfeis

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An Leckerem und kleinen Geschenken zu Weihnacht mangelte es beim Nikolausmarkt nicht.

Münster - Tag der offenen Tür, Schulfest, Info-Möglichkeit für Eltern und Abschluss der Projekttage – der Nikolausmarkt der Schule auf der Aue ist mehr als nur ein herkömmlicher Basar im Advent. Von Michael Just 

Mango, Vanille, Snickers oder „Schlumpf“ – eigentlich würde man diese Eissorten eher in einer gut bestückten Eisdiele im Sommer vermuten und nicht im Winter an einer Schule. Doch wer so denkt, kennt die Schule auf der Aue nicht: Zum Nikolausmarkt am Samstag ließ sich an leckeren Eiskugeln an ungewohntem Ort und zu ungewohnter Jahreszeit schlecken. „Wir haben das Eis nicht zum ersten Mal. Die Erfahrung zeigt, dass der Ansturm bis spätestens 15 Uhr dazu führt, dass wir ausverkauft sind“, berichtete Lehrerin Sabine Fengel. Vor allem die Sorte „Schlumpf“ sei wegen ihrer tollen blauen Farbe der Renner. Zum Verkaufserfolg trug nicht zuletzt der nostalgische Eiswagen mit zwei großen Schirmen bei. „Den bekommen wir mit Eis komplett von einem Anbieter aus Reinheim“, erläuterte Fengel.

Dass das Eis zum Verkaufsschlager wurde, lag sicherlich auch daran, dass der Nikolausmarkt nicht im Freien, sondern seit fünf Jahren in den gut geheizten Räumlichkeiten der Schule stattfindet. Am Haupteingang drückte Schüler Stefan Brodde jedem einen orangefarbenen Zettel in die Hand. Doppelseitig bedruckt, wies der auf die über 30 Programmpunkte hin.

Das riesige Angebot hängt damit zusammen, dass der Nikolausmarkt weit mehr als nur ein Basar ist: „Er ist zusätzlich Tag der offenen Tür, Schulfest, Info-Möglichkeit und Abschluss der Projekttage“, sagte Schulleiterin Sabine Behling. Unter dieser Prämisse war die riesige Zahl an Vorführungen, Mitmachaktionen, Ausstellungen, Vorträgen und Rundgängen zu erklären, die von 11 bis 16 Uhr Kurzweil garantierten. Für Eltern, deren Kinder möglicherweise bald auf die Aue-Schule wechseln, erläuterte Behling gerne die Vorteile einer kooperativen Gesamtschule. „Bei uns verfügen die Schüler über feste Bezugsgruppen. Gehen sie auf eine integrierte Gesamtschule, erwarten sie wechselnde Lerngruppen“, verdeutlichte die Schulleiterin. Dazu seien alle Zweige an der Aue, was Lehrer oder auch die Schulbücher betrifft, eng verzahnt. Über das Ganztagsprogramm lieferte sie zusätzliche Infos.

Neben Wissenswertem war der Nikolausmarkt vor allem dazu da, auf Entdeckungstour zu gehen. Staunen ließ sich über die vielen Präsentationen, mit denen die derzeit 1 000 Schüler die Klassenräume oder Gänge füllten. So rührt von einem Projekttag ein „Aue-Lippenbalsam“. Das zu 100 Prozent natürliche Produkt, in dem keine Konservierungsstoffe verarbeitet wurden, besteht aus Kakaobutter, Bienenwachs, Honig und wahlweise Jojoba- oder Mandelöl. Ein kleines Döschen war bereits für einen Euro zu haben.

Im NaWi-Bereich, wo die Naturwissenschaften zuhause sind, fanden fortwährend Live-Vorführungen statt. Die Chemie-Lehrer Tobias Schallmayer und Peter Nürnberger vereinten die meiste Neugier: Sie stellten Schleim her und damit jenen Glibber, der schon immer die Herzen von Schülern höherschlagen lässt. „Das ist so einfach, dass das jeder zuhause nachmachen kann“, sagte Schallmayer. Grundlage sind 0,2 Liter Wasser und das Nahrungsergänzungsmittel Flohsamenschalen, was es in jeder Drogerie gibt. Kocht man dieses mit Lebensmittelfarbe kurz auf, entsteht Schleim, der sich sogar essen lässt. „Nach einer Woche verändert sich aber die Konsistenz und die Sache riecht nicht mehr gut“, gab Schallmayer zu bedenken.

Ein musikalisches Intermezzo zum Tag der offenen Tür steuerte der Chor der John-F.-Kennedy-Schule bei. Dass die Aue-Schule ebenfalls musikalisch ist und sogar ein Unterrichtsschwerpunkt auf der Musik liegt, demonstrierten die Musikklasse 5/6 und das Nachwuchsorchester.

Wer vom vielen Laufen, Gucken und Staunen Hunger verspürte, konnte eine Kürbissuppe versuchen, die Sabine Fengel am Vortag mit Schülern gekocht hatte. Kaffee und Kuchen gab es beim Förderverein, wo Dagmar Hartmann 60 abgegebene Kuchen vermeldete. Frisch gestärkt konnten sich dann auf dem Basar zum Abschluss noch ein paar Weihnachtsgeschenke kaufen lassen.

Hier hatten Schüler im Vorfeld von Korkengel bis zu Lichtergläsern reichlich gebastelt. Auch Strickwaren, die Lehrerinnen in ihrer Freizeit fertigen, ließen sich erwerben. Zu den selbstgebackenen Plätzchen der Schüler fielen in ungewöhnlichen Reagenzgläsern die Grundlagen für eine Trinkschokolade ins Auge. Die Zutaten: Kakao, brauner und weißer Zucker sowie Schokoraspel. Hier griffen einige zu, die vorher zuviel Eis gegessen hatten und in der Trinkschokolade eine gute Möglichkeit sahen, auf den kalten Genuss bald noch was Wärmendes folgen zu lassen.

Quelle: op-online.de

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