Stille auf dem Weihnachtsmarkt

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ndGroße Kinderaugen leuchteten gerade bei den ganz kleinen Dingen, wie dem winzigen Vogel aus Keramik von Elke Huther.

Münster - „Klein aber fein ist es hier, das ist eben eine Eigenart des Münsterer Weihnachtsmarktes und mir gefällt sie gut“, meinte am Wochenende Margrit Frühwein, die über die Kunstausstellung im Rathaus bummelte. Von Jasmin Frank

Draußen wie drinnen drängten sich die Besucher, zwar gab es im Außenbereich nicht allzu viele Stände, doch die vorhandenen waren rund um den Brunnen platziert, so dass sich eine gemütliche und einladende Atmosphäre ausbreitete.

„Wir haben leider in diesem Jahr kein wirkliches Programm zu bieten, denn die Auftritte von Gesangs- oder Musikvereinen mussten abgesagt werden, weil unsere Musikanlage ausgefallen ist“, bedauerte Annelore Oestreicher vom Münsterer Gewerbeverein . Dennoch gab der Männergesangsverein, der sein neues Projekt „Men around the world“ im ehemaligen Kaufhaus vorstellte, einige Lieder spontan und auch ohne Verstärkereinsatz zum Besten.

Bei Glühwein und verschiedenen kulinarischen Leckereien herrschte an allen Ständen gute Laune, so auch beim Arbeitergesangverein. „Wir finden den kleinen Weihnachtsmarkt zwar schön, aber Gesang und Musik gehört eben auch dazu, es fehlt schon“, meinte Anja Hahn, und Clemens Östringer fügte hinzu: „Gerade das Kinderkarussell war immer ein Anziehungspunkt für Senioren, die mit ihren Enkeln unterwegs waren. Nun gibt es nicht einmal mehr das, was sollen die Kinder denn hier machen?“

Einige von ihnen sprangen munter im ausgetrockneten Brunnen herum, andere warteten auf die Feuerspucker, die für den frühen Abend angekündigt gewesen waren.

„Ich finde es schade, dass sich viele Menschen beschweren, hier sei nichts los, aber selbst machen sie nichts. Für uns als Verein ist der Weihnachtsmarkt nicht nur eine schöne Sache, sondern er spült auch etwas Geld in die Vereinskasse, gerade dann, wenn man sich etwas Schönes einfallen lässt“, meinte Sibylle Opificius. Sie hatte gemeinsam mit ihren Sangeskollegen nicht nur Weihnachtskränze gebunden, sondern auch lustige Mützchen gestrickt, die auf Honiggläser gesetzt wurden – schon am Samstagnachmittag waren die kleinen Mitbringsel ausverkauft.

Kunstausstellung im Rathaus

Während es mit Einbruch der Dunkelheit im Freien zwar romantischer, aber auch kälter wurde, zog es immer mehr Besucher ins Rathaus, wo die Kunstausstellung bewundert werden konnte. Viele Künstler nehmen schon seit Jahren am Weihnachtsmarkt teil, so auch Edith Haase, die bunte und vielschichtige Werke aus Patchwork ausstellte. „Ich finde es hier immer sehr angenehm. Und viele Besucher kaufen schon die ersten Geschenke für Weihnachten. Gerade kleine Dinge, wie diese genähten Nikoläuse, werden gut angenommen“, so die Künstlerin.

Einen Tisch weiter stand ein Neuzugang im Münsterer Künstlerkreis: Elke Huther, die bunte Keramik anbot. Vom Käfer über Vögel und Fische bis hin zum Engel erfindet sie alle Figuren selbst. Vor dem Tisch standen Kinder und bestaunten die fröhliche und farbenfrohe Pracht. „Mir gefallen hier drinnen viele Sachen, vor allem aber die Krippen sind echt super“, meint der kleine Jannis. Er wartet mit den anderen Jungen auf ein besonderes Ereignis, das jedoch nicht die Feuerspucker waren. „Das ist nicht so spannend für uns, der Nikolaus ist viel besser, aber er kommt leider nur morgen“, weiß Niklas, und der kleine Linus hält derweil einen winzigen Keramikvogel in den Händen.

Für Kinder hat sich der Gewerbeverein schließlich doch noch etwas Besonderes einfallen lassen: Eine Malaktion zum Thema Märchen, die bis Weihnachten läuft und über die in den örtlichen Geschäften informiert wird.

Quelle: op-online.de

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