Beste Resonanz aufs Fest-Experiment

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Beim weinseligen Publikum kam Münsters Festneuerung bestens an. Und es darf auf eine Wiederholung im kommenden Jahr hoffen.

Münster- „In vino veritas“ heißt es regelmäßig. Doch liegt im Wein tatsächlich Wahrheit? „Wer ihn trinkt wird offener und lockerer. Ob dann allerdings immer die Wahrheit ans Licht kommt, wer weiß das schon?“, fragt Tilly Schrod (64). „Ich denke schon. Von Michael Just

Kinder sowie Menschen, die das Glas gehoben haben, tun die Wahrheit kund“, glaubt Brigitte Ries (49). Die Wahrheit im Wein erkunden konnten die Münsterer die vier Tage beim ersten Weinfest auf dem Mäusberg, zu dem der SV 1919 und der Projektchor Men around the world (MGV) eingeladen hatten.

Für Wilfried Legler vom SV-Wirtschaftsausschuss erfüllte sich mit dem Fest ein fast zehnjähriger Traum. „Vorher fand ich dafür kein Gehör“, sagt der emsige Münsterer. Dabei liege die Idee für ein solches Fest doch nahe: „Bei Weinfesten in der Umgebung sehe ich immer Münsterer. Dann sollte so etwas doch auch im Ort gehen.“ So machte er sich auf Partnersuche und wurde beim MGV fündig. Ein Wunschkandidat, da Wein und Gesang bekanntlich zusammen gehören.

„Am Wochenende ist‘s dann voll hier“

Mit der Ausdehnung des Festes über vier Tage präsentierte sich Legler als mutiger Stratege: „Kommt der erste Abend bei den Leuten an, macht das am nächsten Tag im Ort die Runde. Am Wochenende ist‘s dann voll hier“, sagt der 64-Jährige lachend und mit schelmischem Blick. „Wir haben ein bisschen was aufgebaut. Da lohnt sich ein Tag nicht. Dazu sollte man etwas riskieren“, schickt er hinterher.

Schon im Frühjahr begannen die Vorbereitungen, etwa mit dem Einholen von Tipps bei der Groß-Umstädter Winzergenossenschaft. Zur Weininsel wurde noch die Münsterer Weinhandlung Wolf als Spezialist für Frankenweine ins Boot genommen. Und mit einem zusätzlichen Stand für Rheinhessen standen so gleich drei Anbaugebiete und über 30 Tröpfchen zur Auswahl. Da blieb kein Geschmack unbedient und die Organisatoren verrieten, dass Substanz ihre Sache ist.

Echt urig war´s zum Fest am Mäusberg.

Zum Gefallen der Gäste. „Wir waren am Donnerstag schon einmal da und es war sehr nett“, sagt Tilly Schrod am Samstagabend, während im Hintergrund „Urig und Echt“ aus Breuberg zünftig aufspielen. Der Saumagen mit Sauerkraut bekommt von ihr ein besonderes Lob. „Die kleinen Feste sind doch viel schöner als die großen“, sagt Albert Wunderlich (74).

„Weinfeste sind immer ruhiger und es gibt weniger Streit als in Bierzelten“, hebt Georg Köhl (73) hervor. Alle drei glauben, dass das Fest Zukunft hat. Bürgermeister Walter Blank lobt vor allem den Mut der Organisatoren: „Ich hoffe, dass sich die Sache etabliert und ein fester Bestandteil im Ort wird.“ Wie der Verwaltungschef verriet, trinke er lieber Weiß- statt Rotwein – und manchmal auch lieber ein Bier.

Für Münster war es nicht die erste Veranstaltung zu Ehren von Bacchus und Co. Die gab es auch schon beim MGV, allerdings nur in der Halle. Die Premiere im Freien mit Verkaufspavillions schien noch gefehlt zu haben. Gleich am Donnerstag wars proppenvoll (wir berichteten), der Freitag und der Samstag trotz diverser Schauer immer noch gut besucht. „Wir sind sehr zufrieden“, bilanziert Harald Ries vom MGV. „Es war super und die Resonanz total überraschend. Wenn beide Vereine wieder bereit sind, das zu machen, sehen wir uns nächstes Jahr wieder“, so Wilfried Legler.

Quelle: op-online.de

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