Viertägige Veranstaltung von SV und MGV Münster

Ein Weinfest ohne Berge

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Eine nette Damenrunde beim Weinfest: Schon am Auftaktabend waren die Plätze gut gefüllt.

Münster - „Guter Wein ist ein geselliges Ding“ – Das wusste schon William Shakespeare und am Donnerstagabend auch Münsters Bürgermeister Walter Blank, der den englischen Dichter zitierte und damit die zweite Auflage des Weinfests am Mäusberg eröffnete. Von Michael Just

Dass in Münster ein Weinfest das Potenzial zu einem ziemlich „geselligen Ding“ hat, ließ sich schon im letzten Jahr beobachten: Die Premiere wurde so gut angenommen, dass jeder, der dabei war, zweifelsfrei davon sprach, dass hier eine Marktlücke entdeckt und gefüllt wurde.

Die Organisatoren waren im letzten Jahr sieben Mitglieder des Projektchors Men around the World vom MGV, die mit dem Sportverein kooperierten. Das war durch die Doppelmitgliedschaft einiger Personen in beiden Vereinen nicht schwer. Nach dem Abschluss des Projektchors steht nun der MGV als Gesamtverein sowie der SV aus Ausrichter des viertägigen Fests dahinter.

Eröffneten den Genuss edler Tröpfchen in Münster: Wilfried Legler als Vertreter des Sportvereins (von links), die Weinhoheiten Lea Schaller und Franziska Jourdan, Bürgermeister Walter Blank und Lothar Pistauer vom Männergesangverein.

„Wein schmeckt nicht nur dort, wo er heranreift, sondern auch dort, wo Voraussetzungen zum Genuss geschaffen werden“, führte Blank an. Gute Voraussetzungen lagen auf dem Mäusberg vor, denn zu den erlesenen Tropfen gab es nicht nur Passendes aus der Küche wie Saumagen, Käsewürfel oder Schinkenplatte, sondern auch den Besuch der Groß-Umstädter Weinkönigin Franziska Jourdan mit ihrer Prinzessin Lea Schaller. Die zweite Prinzessin Andrea Beck weilt derzeit im Urlaub. Auf 120 repräsentative Termine kommt das Trio während seiner Amtszeit. „In Münster fühlen wir uns schon deshalb wohl, weil die Gemeinde zu unseren Nachbarn gehört“, sagt die 20-jährige Königin. Sie habe beobachtet, dass man sich für das Fest reichlich Mühe gibt. Zudem führt sie einen Vorteil in eigener Sache an: „Münster liegt nah, da bleibt es uns erspart, dass wir nicht wie bei anderen Terminen ein paar Stunden im Auto sitzen müssen.“

Da die Weinhoheiten zum letztjährigen Umstädter Winzerfest gekrönt wurden, wird es im September neue Regentinnen geben. „Irgendwann muss man eben die Krone abgeben“, bedauert Prinzessin Lea. So genossen die jungen Damen ihren Auftritt in Münster besonders, da er zu den letzten zählt.

Zu den schönsten Orten, wo repräsentiert wurde, zählen sie die Partnerstädte von Groß-Umstadt in Italien, Frankreich und Portugal. Der Tag auf dem Hessentag, wo sie beim Umzug mitfuhren und vor den TV-Kameras des Hessischen Rundfunks standen, blieb ebenfalls unvergessen.

Um Wein zu genießen, muss man zum Glück kein gekröntes Haupt sein. Zur Eröffnung stellte sich bereits eine große Zahl an Besuchern ein, die die SV-Terrasse sowie die Festzeltgarnituren vor den Wein-Pavillons in der Nähe des Spielfeldrands füllten. „Das ist nicht selbstverständlich, schließlich eröffnen wir unter der Woche und es gibt Leute, die morgen arbeiten müssen“, sagte Lothar Pistauer, Vorstandsmitglied des Männergesangvereins. Trotzdem ist der vorletzte Arbeitstag der Woche für ihn nicht ungeeignet: „Für viele beginnt am Donnerstagabend schon der Start ins Wochenende.“

So zeigte sich die Stimmung zum Auftakt des Weinfestes als gut. Aus Altheim war eine Gruppe mit mehreren Frauen gekommen. „Wir waren letztes Jahr schon da, das Angebot hat uns gefallen. Es ist toll, dass Münster ein Weinfest ausruft, ohne Weinberge zu haben“, sagt Elisabeth Hensel. Die Gruppe der etwas reiferen Damen, die sich altersmäßig auf die 70 Jahre zubewegen, macht alle 14 Tage ihren Frauenabend – und das bereits seit 40 Jahren. Nun fiel der Termin auf das Weinfest. Was lag da näher, als ihn auf dem Mäusberg zu verbringen.

Zusammen fand sich die Gruppe einst im Kindergarten, als der Nachwuchs in den Hort kam. Einige sind auch Nachbarn. Dass ihre Männer sich Sorgen machen müssen, wenn Frauenabend und Weinfest zusammenfallen, verneinen die Ausflüglerinnen aus Altheim. Normalerweise sei man spätestens um 23 Uhr zuhause. „Wie auch immer, unsere Männer sind Kummer mit uns gewohnt“, sagte Hanne Rühl und bringt damit alle am Tisch zum Lachen.

Zweifelsfrei hat es laut ihr auch schon Abende gegeben, wo die Frauen auf ihre Männer gewartet hätten, wenn es bei Fußballspielen des TSV Altheim mal wieder später wurde. Da bleibt für Hanne Rühl nur eine Antwort: „Was die Männer können, das können wir auch.“

Quelle: op-online.de

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