Altheimer Wolfgang Schwarz hat einen neuen Gast

Wellensittich fühlt sich wohl im Starenkasten

Sitzt gern im Starenkasten, der vagabundierende Wellensittich von Altheim. Foto: Frank

Altheim (jas) - Vögel liebt Wolfgang Schwarz über alles und deshalb hat er sein Haus und seinen Garten mit über 120 Nistkästen ausgestattet.

Sogar zwei Storchennester finden sich auf seinem Dach, bewohnt sind sie allerdings nicht, denn als einer der klappernden Großvögel sich dort niederlassen wollte, kam es zum Konflikt mit einem Nachbarn (wir berichteten).

An jedem Winkel um sein Dach herum finden sich Nisthilfen, auch Behausungen für Fledermäuse sind vorhanden und es gibt sogar „Two in One“ Häuser: Der Vordereingang steht für Mauersegler offen, im Hintereingang fliegen Fledermäuse ein und aus.

„Ich genieße es, die Tiere bei mir im Garten und um das Haus herum zu beobachten, in meinen Tümpeln lebt auch der Laubfrosch, den man sonst nur noch selten findet“, schwärmt der Altheimer.

Doch sein Steckenpferd bleiben Vögel: Alle möglichen Arten finden sich bei ihm, so auch die vom aussterben bedrohten Haus- und Feldsperlinge. „Sie fressen Futter, das heute in den Gärten kaum noch zu finden ist, früher durch die Haltung von Kleinvieh aber überall reichlich vorhanden war, zum Beispiel Mais und Getreide“, erzählt er.

Ab und an fliegen die Spatzen zu seinem Nachbarn in den Taubenschlag und tun sich dort gütlich. Damit die Abstecher nicht überhand nehmen, streut Schwarz immer ein wenig Futter in seinem Garten aus, der ohnehin ein natürliches Kleinod für Tiere und Pflanzen ist.

Das Futter und die paradiesischen Zustände haben nun einen weiteren Gast angelockt, der in unseren Gefilden nur selten in freier Wildbahn zu sehen ist: einen Wellensittich. „Er ist sicherlich irgendjemanden davongeflogen und hat sich erfolgreich selbstständig gemacht“, erzählt Schwarz, der offensichtlich ein wenig stolz auf den seltenen fliegenden Vagabunden ist.

Normalerweise haben die Tiere in freier Wildbahn kaum Überlebenschancen, denn sie sind es weder gewohnt, sich selbst Futter zu suchen, noch ist welches vorhanden, dass sie fressen können. „Ihnen geht es wie den Sperlingen, und deshalb fühlt sich der Ausreißer hier auch so wohl: Er hüpft zwischen den andern Vögeln umher und wird schön satt“, erzählt Schwarz schmunzelnd und fügt hinzu, dass der Gesang des Exoten schön anzuhören ist.

Seit drei Monaten hält der Wellensittich es nun schon in einem der 30 Vogelkästen aus, die der Vogelfreund rund um den Friedhof aufgehängt hat.

Doch als ein Turmfalke, der ebenfalls in einem von Schwarz’ Vorrichtungen auf dem Kirchturm wohnt, auftaucht, hört und sieht man nichts mehr von der munteren Vogelwelt. „Ich habe hier auch schon einen Sperber aus dem Wald beobachtet, der gekommen ist, um sich einen Spatz zu fangen, und er war erfolgreich“, erzählt Schwarz, der auch für die Raubvögel einen Platz in seinem Herzen hat.

Doch ein Problem kommt unweigerlich auf den Wärme liebenden grünen Wellensittich zu: der Winter. „Ist es ein Vogel, der in einer Wohnung gelebt hat, wird er kaum eine Chance haben, die kalte Jahreszeit zu überstehen. Ist es aber ein Volierenvogel, könnte er es schaffen, was natürlich auch von der Härte des Winters abhängt“, informiert der Experte.

Weil sein grünes Reich auch regelmäßig von Schulklassen besucht wird, hat Schwarz nun zwei Nistkästen angeschafft, die mit einer Kamera ausgestattet sind. Sollte sich der kleine gefiederte Abenteurer im nächsten Frühjahr also eine Freundin suchen und in ein solches Heim umziehen, könnten die Altheimer Kinder ihn dann mit seinem Nachwuchs per Kamera beobachten, Futter würde die kleine Familie von Vogelfreund Schwarz sicher genug bekommen.

Quelle: op-online.de

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