Weltmeister an Oberliga-Platte

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Jörg Roßkopf kehrt zurück in seine sportliche Heimat und fightet an der Platte wieder für die DJK Münster.

Münster (tm) - Es gibt sportliche Fakten über Spitzenspieler, über die man selten nachdenkt. Tut man es doch, wundert man sich. So ist zum Beispiel Timo Boll nie Vereinsmeister gewesen, und Jörg Roßkopf hat nie in der ersten Mannschaft bei seinem ersten Klub gespielt.

Zumindest der Herren-Bundestrainer wird dies jetzt ändern: Mit dem Beginn der neuen Saison geht der Doppel-Weltmeister von 1989 und Rekord-Nationalspieler, Roßkopf, für die DJK Blau-Weiß 1956 Münster auf Punktejagd (wir berichteten in unserem Sportteil).

Die Münsterer sind freilich stolz auf ihren berühmten Mitstreiter: In der Oberliga-Mannschaft (4. Liga) seines Heimatvereins ist er fortan an Position eins gemeldet. Zuvor stand Jörg Roßkopf beim Bundesligisten TG Hanau auf der Meldeliste, hatte dort aber seit seinem Rücktritt von der Karriere als Aktiver im Frühjahr 2010 kein Spiel mehr bestritten.

„Ich freue mich schon darauf, mit einigen sehr guten Freunden und ehemaligen Schulkollegen in der nächsten Saison ein paar Spiele in der Oberliga zu machen. Auf diese Weise kann ich dem Verein etwas zurückgeben“, sagt Jörg Roßkopf. Der 42-jährige Olympiadritte von Atlanta und World-Cup-Sieger von 1998 hatte bei der DJK das Tischtennisspielen erlernt, war von 1973 bis 1984 dort aktives Mitglied. Für Schaukämpfe und als Stargast war er auch danach regelmäßig in Münster zu Besuch, hat den Kontakt stets gehalten. Als sich in den vergangenen Wochen die Anfragen aus Münster zur neuen Saison bei ihm häuften, fiel dem Wahl-Groß-Umstädter die Zusage nicht schwer.

„Jörg war gerade einmal 14 Jahre alt, als er die DJK verließ um die Tischtenniswelt zu entdecken. Dass er jetzt, nachdem er alles in seinem Sport erreicht, zu uns zurückkehrt, freut mich außerordentlich“, sagt DJK-Ehrenvorsitzender Hubert Schledt zum Wechsel des Ex-Weltmeisters zu seinem Heimatverein. Schledt war Vorsitzender der DJK Münster, als Jörg Roßkopf seine größten Erfolge als Spieler feierte. Und so hat sein berühmt gewordenes Mitglied mehrfach öffentlich ehren können. „Nach der Weltmeisterschaft standen wir zusammen auf dem Rathausbalkon in Münster“, erinnert sich Schledt an einen der schönsten Momente seiner 14-jährigen Amtszeit.

Jörg Roßkopf hat seine Wurzeln in Münster, das wurde immer wieder deutlich. Er war bei vielen Tischtennisveranstaltungen bei seinem Heimatverein und die DJKler aus Münster begleiteten ihn bei seinen Erfolgen. Sogar bei den Olympischen Spielen in Barcelona waren die DJKler, als er zusammen mit Steffen Fetzner die Silbermedaille gewann.

Quelle: op-online.de

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