Wendeltreppe für Wissenschaft

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Forschergeist wecken: Da können (hinten, von links) Robert Reyers, Vertriebsleiter der DHL-Niederlassung Rodgau, Helga Blitz, Leiterin Regenbogenschule und Tanja Roth, Teammanagerin im Vertrieb bei DHL Rodgau nur staunen, was (vorne, von links) Tobias, Janina und Nadja bei ihren Experimenten alles rausfinden.

Altheim ‐ „41, 42“, Nadja, Janina und Tobias – Schüler der vierten Klasse aus der Altheimer Regenbogenschule – zählen am Mittwoch die Sekunden, bis die Kerze unter einer dickbauchigen Glasflasche erlosch. Die drei Grundschüler sind zusammen mit ihren Klassenkameraden in die schuleigene Forscherwerkstatt gekommen, um eifrig zu experimentieren. Von Ellen Jöckel

Seit 2004 gehört das Forschen zum normalen Schulalltag in der Regenbogenschule. Doch etwas war ein wenig anders als sonst: Die kleinen Wissenschaftler trugen alle gelbe T-Shirts mit dem DHL-Logo der Deutschen Post. Denn neben den Shirts und gelben Luftballons hatten Robert Reyers, Vertriebsleiter der DHL-Niederlassung Rodgau, und Tanja Roth, Teammanagerin im Vertrieb bei DHL Rodgau, ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht: Sie überreichten Schulleiterin Helga Blitz, Sylva Eberle vom Vorstand des Fördervereins der Regenbogenschule und Anne Lögl vom Elternbeirat einen Scheck über 10 000 Euro.

Zum Thema Bildung haben viele Leute etwas zu sagen. Einig sind sich alle darüber, dass es sehr wichtig ist, Bildung weiter zu entwickeln und Bildungschancen zu erhöhen. Sobald es aber dann an die konkrete Realisierung geht, endet der Konsens häufig. Insbesondere dann, wenn es um die Finanzierung von Maßnahmen in der Bildung geht“, sagt Reyers bei der Scheckübergabe. Er freue sich, dass er das Engagement der Regenbogenschule durch die Spende unterstützen könne. Die Zuwendung ist Teil eines Preises für Unternehmensverantwortung, der an DHL-Mitarbeiter verliehen wird, die sich in gesellschaftlichen Projekten in den Bereichen Bildung, Umweltschutz oder Katastrophenhilfe engagieren. Von 85 Vorschlägen wurden 30 Projekte ausgezeichnet, die nun finanzielle Förderung erhalten. Eines dieser Projekte ist die Patenschaft von den DHL-Mitarbeitern in Rodgau für die Forscherwerkstatt der Regenbogenschule in Altheim.

Veranstaltung wird vom Verein deutscher Ingenieure organisiert

Auf die Schule aufmerksam geworden ist DHL Rodgau durch Presseberichte über Aktionen der Forscherwerkstatt bei der Veranstaltung ,Arena frei für kluge Köpfe‘ in der Commerzbank-Arena in Frankfurt“, erklärt Tanja Roth. Die Veranstaltung wird jährlich vom Verein deutscher Ingenieure (VDI) organisiert. „Unsere Niederlassung hat sich ganz bewusst dafür entschieden, eine Grundschule in unserer Region zu unterstützen. Wir finden es wichtig, Kinder bereits im Grundschulalter zu fördern. Naturkundliche, naturwissenschaftliche und technische Bildung sollte so früh wie möglich beginnen. Der spielerische Zugang, die vorhandene Neugier und Begeisterung sollen erhalten und gestärkt werden. Nach unserer Auffassung haben die hier berührten Lernziele eine häufig unterschätzte gesellschaftliche und wirtschaftliche Dimension“, führt Roth weiter aus. Das Geld fließt auf das Konto des Fördervereins der Regenbogenschule. „Der Förderverein hat das Ziel, solche Bereiche, für die das Schulbudget nicht ausreicht, zu unterstützen“, sagt Sylva Eberle, Kassenwartin des Vereins. „So wird auch die Forscherwerkstatt durch Spenden und Zuschüsse unterstützt.“

Sehr gut ausgestattet ist das Labor der Schule, das 2006 aus gebrauchten Büromodulen auf dem Außengelände errichtet wurde. In langen Regalen steht Kiste an Kiste, gefüllt mit Materialien für Experimente. Es gibt einen Kühlschrank, ein großes Waschbecken, Mikroskope und Reagenzgläser. Doch Schulleiterin Helga Blitz weiß bereits, wofür sie die Spende gebrauchen kann: „Wir möchten gerne eine Wendeltreppe einbauen lassen, die auf eine Terrasse führen soll. Hier können dann Luft- und Flugexperimente durchgeführt werden. Außerdem sollen Pflanzen mit technischen Eigenschaften wie zum Beispiel Mimosen oder Lippenblütler dort oben einen geschützten Platz finden.“

Mehr Infos auf der Internetseite der Forscherwerkstatt

Robert Reyers ist begeistert von den Aktivitäten der Schule. „Wir möchten über die reine finanzielle Unterstützung hinaus auch tatkräftig aktiv werden. Geplant ist, gemeinsam eine Klimawoche hier an der Grundschule und ein Umwelttag im Paketzentrum Rodgau mit dem Schwerpunkt CO2-Reduktion zu veranstalten.“, sagt Reyers. Die Erlöse aus den Aktionen seien auch für die Forscherwerkstatt vorgesehen. Beim bewussten Umgang mit der Umwelt ist eigenständiges Denken gefragt. Genau das ist der Ansatz: „Im Forscherrat kommen die Kinder zum eigenständigen Denken. Hier erarbeiten die Kinder gemeinsam Ergebnisse. Damit eignen sie sich ein viel tieferes Wissen an, als wenn die Schüler den Stoff für Tests nur auswendig lernen“, erläutert Helga Blitz.

Quelle: op-online.de

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