Wo wenige viel bewegen

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Agenda 21-Sprecherin Renate Waldschmitt (zweite von links) während ihrer Rede zum zehnjährigen Bestehen der Gruppe vor ehemaligen Mitgliedern und Gemeindevertretern. Zuvor hatte Bürgermeister Walter Blank (links) in seiner Begrüßung das Durchhaltevermögen der Gruppe gewürdigt.

Münster ‐ „Mit weniger Mitgliedern sind wir viel dynamischer“, sagte die Sprecherin der Münsterer Agenda 21-Gruppe, Renate Waldschmitt, bei der Ausstellungseröffnung im Foyer des Rathauses anlässlich des zehnjährigen Bestehens. Von Ellen Jöckel

Trotzdem findet sie es doch bedauerlich, dass von den ursprünglich über 50 Mitgliedern und vier Gruppen lediglich sieben ehrenamtlich arbeitende Aktive übrig geblieben sind, die sich in der Ortsentwicklung engagieren. Entmutigen lässt sich Waldschmitt dadurch nicht. Der Mitgliederschwund ist ihrer Ansicht nach hauptsächlich auf die vorgegebenen Regularien zurückzuführen, welche die Arbeit der Gruppen erheblich erschwert hätten. „Ich kann mir vorstellen, dass diese bürokratischen Bedingungen manche Mitglieder der Agenda entmutigt hat. Bei der Gruppe Ortsentwicklung, die damals aus 30 Mitgliedern bestand, konnte es 30 Minuten dauern, bis ein Mitglied zu seiner zweiten Meinungsäußerung kam“, berichtete Waldschmitt in ihrer Jubiläumsrede vor ehemaligen Mitgliedern und Gemeindevertretern.

Nach zehn Jahren ist die geschrumpfte Gruppe ein eingespieltes Team. „Wir können relativ kurzfristig Aufgaben annehmen und unsere Vorstellungen dazu ausarbeiten, ohne gleich in einen behördlichen Genehmigungsprozess einsteigen zu müssen“, sagte Waldschmitt. Nicht weiter geregelt sei allerdings der Punkt, wie es mit den von der Agenda 21-Gruppe ausgearbeiteten Vorschlägen weitergeht, wenn diese der Gemeindevertretung vorgestellt wurden. „Nach unserer jahrelangen Erfahrung sehen wir eine mangelnde Anbindung der Agendagruppe an die politischen Gremien. Wir denken, es sollte ein Forum geben, das an die politischen Gremien angebunden ist, wo wir unsere Vorstellungen vortragen können“, meint die Gruppen-Sprecherin.

Trotz der Schwierigkeiten, die solches Projekt mit sich bringt, hat die Agenda 21-Gruppe in den vergangen Jahren in Münster viel erreicht. Getreu ihrem Motto: Sozial verträglich, ökonomisch dauerhaft und ökologisch tragfähig, wurden Ideen wie die Verbreiterung des Bürgersteiges vor dem Kino „Kaisersaal“ in der Darmstädter Straße oder die Einrichtung einer regelmäßigen Energieberatung für Bürger verwirklicht. Das Projekt „Flusserlebnis Gersprenz“, bei dem die Ufer des Baches an einer Stelle abgeflacht und dadurch für die Bürger erlebbar gemacht wird, sei von der Gemeinde positiv aufgenommen worden. Der Wasserverband Gersprenzgebiet habe daraufhin eine Fachplanung aufgestellt, die nun kurz vor der Genehmigung stünde.

„Die Agenda21-Gruppe ist glücklich und stolz über die Verwirklichung des Flusserlebnisses Gesprenz“, merkte Waldschmitt zu ihrem Projekt an. Entwürfe und Konzepte zu diesem und anderen Projekten sowie der selbstproduzierte Film „Meine Zeit – Deine Zeit“ - eine Gegenüberstellung der Lebensverhältnisse früher und heute, sind noch bis zum 19. Mai im Foyer des Rathauses zu sehen. Am Ende ihrer Rede bedankte sich Renate Waldschmitt bei den Gemeindevertretern Frank-Ulrich Lenz, Reiner Werner und Bürgermeister Walter Blank für ihre Unterstützung.

Quelle: op-online.de

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