Weniger Hitze, mehr Programm

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Das Weinfest zog in diesem Jahr eine stattliche Zahl von Besuchern an. Trotzdem war noch deutlich Luft nach oben. Die tropischen Temperaturen hielten einige Münsterer vom Schöppchen ab.

Münster - Es ist geschafft: Vier Tage Weinfest liegen hinter dem Sportverein (SV) und dem Männergesangverein (MGV), das sie in einer Kooperation auf dem Mäusberg ausrichteten. Von Michael Just

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr waren die Organisatoren mit großen Erwartungen und viel Engagement an die Sache herangegangen. Sie wurden nicht enttäuscht. Über die vier Tage war stets eine bestimmte Besucherzahl zugegen. Die Eröffnung am Donnerstag und der Samstag zeigten sich dabei als die stärksten Tage, auch wenn es selbst an diesen Stoßzeiten noch genügend freie Ecken und Plätze gab.

„Es war sicherlich den heißen Temperaturen geschuldet, dass viele mit dem Weingenuss etwas langsamer taten oder dem Alkohol unter diesen Bedingungen ganz abschworen“, sagt Wilfried Legler vom SV. Ansonsten sieht er das Weinfest erneut als Erfolg und als eine Bereicherung für die Gemeinde, das auf alle Fälle auch in Zukunft fortgeführt werden sollte. Mittlerweile hat sich nach der zweiten Auflage für ihn sogar schon ein Stammpublikum etabliert, das den Mäusberg für eine solche Veranstaltung schätzt.

Das Weinfest war mit einer großen Eröffnung im Beisein der Groß-Umstädter Weinkönigin gestartet. Nach einem ruhigeren Freitag spielten am Samstag „Uhrig und Echt“ auf. Der Auftritt kam mit seinen schmissigen Weinliedern und der deutschen Mundart beim Publikum besonders gut an.

Am Sonntag stand dann die große Neuerung zum letzten Jahr an: Der Mäusberg wurde zum „singenden Weindorf“ mit Chören vom Liederkranz-Frohsinn Eppertshausen, dem Männerchor Ober-Roden und dem Arbeitergesangverein Eintracht. Der Männerchor des MGV, der auch schon am Donnerstag auftrat, rundete das Programm ab.

Fest mit vier Weinständen

Insgesamt wartete das Fest mit vier Weinständen auf, einem mehr als im letzten Jahr. In die Gläser flossen gute Tröpfchen aus Rheinhessen, Franken, Baden, der Toskana und der Umstädter Winzergenossenschaft als Haus- und Hoflieferant des Veranstalters. Mit über zehn Angeboten auf den einzelnen Weinlisten boten sie den Besuchern eine große Auswahl mit über 40 Weinen, so dass jeder Genießer fündig wurde.

Zum zweiten Mal war das Weingut Buscher aus Bechtheim in Rheinhessen mit einem Pavillon dabei. Den Umsatz bezeichneten die Anbieter als „erträglich“. Wie Winzer Manfred Buscher (40) berichtet, hätten die Beschicker einen schweren Stand, da die Vereinsmitglieder vom MGV und dem SV den Ausschank für die Umstädter Winzergenossenschaft übernommen hätten: „Da gehen dann viele zuerst hin, weil man die Leute hinter der Theke kennt.“ Dazu sei der Stand auf der SV-Terrasse, wo das Gros der Besucher sitzt. Man wolle sich aber nicht beschweren: „Qualität setzt sich letztlich durch“, lacht der Mann aus Rheinhessen und verweist auf seinen „Summertime-Feinherb“ aus 2012, einen leichten Sommer- und Terrassenwein, der mit seinem frischen und fruchtigen Geschmack besonders gut ging. Wie er ergänzt, sei das Tagesgeschäft ohnehin nicht übergeordnet: „Die Werbung ist fast noch wichtiger. Es geht zu einem Großteil darum, neue Leute kennenzulernen und die Kontakte zu erweitern.“ So hätte die Präsenz in Münster schon ein paar Bestellungen gebracht.

Mit dem lokalen Publikum ist der Weinexperte zufrieden: Die gehobene Altersstruktur sieht er als vorteilhaft. Es gehe sehr gesittet zu und man hätte keine jungen Leute, die zu tief ins Glas schauten. Laut Buscher lohnte sich für ihn und die Kollegen aus den anderen großen deutschen Weinanbaugebieten der Besuch, wenn noch etwas am Programm gefeilt würde. So sei der Freitag ohne Musikangebot einfach zu dürftig. Fürs nächste Jahr brachte er einen Alleinunterhalter ins Spiel, den er kennt. Laut Wilfried Legler werde man die Vorschläge aufnehmen und versuchen umzusetzen. Das sei nicht so leicht, denn mehr Programm sollte nicht dazu führen, dass dem Veranstalter kein Gewinn mehr bleibt oder die Preise erhöht werden müssten.

„Wir wollen was bieten und trotzdem soll noch was hängen bleiben“, gibt der Veranstaltungsexperte vom SV als Vorgabe aus.

Quelle: op-online.de

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