Kleingartenanlagen im Norden Münsters

Wenn die Legalität zuviel kostet...

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Das nicht legalisierte Kleingartenareal „Auf dem Hamm“ steckt im Schneegestöber - und wird wohl abgerissen werden.

Münster - Um die vor Jahrzehnten am Rande Münster gen Eppertshausen hin „wild“ angelegten Kleingärten im Außenbereich „An der Hensenbrücke“ und „Auf dem Hamm“ zu legalisieren, bedürfte es eines Bebauungsplanes. Von Thomas Meier

Solchen aufzustellen kostet guten Willen seitens der Kommunalpolitiker und Geld. Letzteres sind einige der betroffenen Eigentümer nicht aufzubringen bereit. Darüber informierte jetzt Bürgermeister Walter Blank.

Anlass amtlicher Bestrebungen Mitte 2011, dem Wildwuchs im Nachhinein einen legalen Anstrich zu geben, waren Überprüfungen durch den Landkreis. Die Abteilung Natur- und Umweltschutz in der Kreisverwaltung stieß dabei auf die einst illegal errichteten baulichen Anlagen der Kleingärtner, die schon lange das Bild am nördlichen Ortsrand prägen. Die Eigentümer der betroffenen Grundstücke „An der Hensenbrücke“ - drei an der Zahl - beantragten daraufhin die Aufstellung des Bebauungsplanes. Dagegen hat sich aufgrund vorangegangener Beschlusslagen zunächst der Gemeindevorstand ausgesprochen, doch legten die Eigentümer Einspruch gegen den ablehnenden Bescheid ein.

Kleingartenanlagen im Außenbereich legalisieren

Bereits Anfang der 1990-er Jahre beschäftigten die Kleingärtner-Bauten, Schrebergartenhütten, Unterstände und Mini-Gewächshäuser die Gemeindeverwaltung. Und zwar nicht nur die heute zu behandelnden. Um die Kleingartenanlagen im Außenbereich zu legalisieren, wurden damals alle bereits bestehenden Gelände mit den darauf befindlichen Bauten aufgenommen, nachzulesen im Protokoll der 16. Sitzung der Kommission für Umweltschutz und Ortsverschönerung.

Damals wurden Münsters Kleingartenanlagen am Max-Bock-Heim, diejenigen entlang der Gersprenz, der Eisenbahnlinie, der Munastraße, dem Stiegelgraben und weitere berücksichtigt und auch als solche ausgewiesen. Auch die Flächen „An der Hensenbrücke“ und „Auf dem Hamm“, in denen sich kleine bauliche Anlagen befanden oder die im Liegenschaftskataster für eine gärtnerische Nutzung ausgewiesen sind, wurden im Plan gekennzeichnet. Allerdings: „Die Flächen An der Hensenbrücke und Auf dem Hamm sind im Flächennutzungsplan nicht als Flächen für gärtnerische Nutzung ausgewiesen“, heißt es im aktuellen Positionspapier für die Gemeindevertreter.

Aufstellung eines Bebauungsplanes

Dennoch beschloss die Gemeindevertretung am 4. Juni vergangenen Jahres die Aufstellung eines Bebauungsplanes, nachdem einige Betroffene in der Verwaltung vorstellig geworden waren. Voraussetzung allerdings: Die Kosten des Verfahrens sollten über einen städtebaulichen Vertrag von den Antragsstellern getragen werden.

Die Münsterer Verwaltung schrieb alle betroffenen Flurstückseigentümer zwei Mal an und forderte sie auf, sich innerhalb angemessener Frist verbindlich zu äußern, ob sie an einer legalen Nutzung ihrer Grundstücks als Kleingarten Interesse hätten.

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Hierbei haben vier von sechs Eigentümern „Auf dem Hamm“ Interesse bekundet, zwei im mittleren geplanten Geltungsbereich zeigten indes keines. „An der Hensenbrücke“ haben von sechs Eigentümern drei gesagt, sie wollten die Kleingärten als solche behalten. In beiden Fällen wäre so der Geltungsbereich zerstückelt, sagt Bürgermeister Blank. Gemäß Beschluss der Gemeindevertretung seien die Voraussetzungen für ein Bauleitplanverfahren demnach nicht gegeben. Diese Information erhielten die Besitzer der illegalen Datschen und auch der Landkreis. Letzterer kann nun Verfügungen zum Abriss der baulichen Anlagen wie Zäune und Hütten verschicken.

Quelle: op-online.de

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