Wenn Superhelden auf Zeitreise gehen

+
Schon in den Kostümchen, aber die Zeitmaschine mit den schicken Zahnbürsten wird für die Superhelden erst am Donnerstag zur Premiere von ihrem selbst geschriebenen Stück "Bibi und die Zeitmaschine" angeworfen.

Münster - Aufgedreht sitzen Bibi, Barbie, Prinzessin Lillifee und zwei der vier Spidermänner am Tisch und kichern. Harry Potter und Räuber Hotzenplotz fehlen beim Interview. Dabei ist es das erste der Gruppe. Von Kathrin Rosendorff

„Wir Kinder haben entschieden, dass alle Superhelden bei ‚Bibi und die Zeitmaschine’ mitmachen“, sagt Bibi und lässt ihre Beine baumeln. Eigentlich heißt sie ja Paulina, ist sechs und nicht ganz so gelbblond wie das Hexengirlie Bibi. Im wahren Leben hat Paulina auch keinen fliegenden Besenstiel, der Kartoffelbrei heißt, und nein, sie wohnt auch nicht in Neuberg, sondern in Münster. Mit 31 ihrer Kindergartenkollegen und Unterstützung ihrer Erzieher Tanja Larson, Jutta Krämer und Yüksel Deniz aus dem Haus der Kinder haben die drei- bis sechsjährigen Kinder in zwei Monaten ein eigenes Theaterstück entwickelt.

„Bibi und die Zeitmaschine“ feiert am Donnerstag, 23. April, um 17.15 Uhr in der Kita Premiere.

„Die Kinder haben uns ihre Ideen für Bibi und die Zeitmaschine gesagt und wir haben sie aufgeschrieben“,erzählt Tanja Larson, die in ihrer Gruppe zu Weihnachten ein Stück aufführt, das nach dem selben Konzept ablief. „Ðie Kinder aus den anderen Gruppen haben abgestimmt, dass sie so etwas auch machen wollen“, erzählt sie.

Die Mädchen sind in der Mehrheit: 25 Mädchen spielen Elfen, Prinzessinnen, Barbie, Bibi und Prinzessin Lillifee. Die sieben Jungs sind mal Batman, Spiderman, Räuber Hotzenplotz, Seppel, Tiger, Hund. „Auch Harry Potter ist dabei“, ruft Steven, der sich lässig an einem Tisch niedergelassen – er ist einer der vier Spidermänner.

Jeden Dienstag haben die Nachmittagskinder eine Stunde geprobt: „Manchmal war ich aber nicht da, weil ich Fußballtraining hatte“,sagt Michel (6) alias Spiderman, der aber trotz des süßen „Michel von Lönneberga“-Grinsen lieber Spiderman ist. „Aber dann habe ich halt beim Dribbeln meinen Text gemurmelt“,erzählt er und lacht. Dann zeigt er mit Steven die coole Handbewegung, wie sie imaginäre Spinnennetze mit den Händen ziehen. Schließlich erzählt Paulina, die als Bibi den meisten Text auswendig zu lernen hatte, mit Hilfe von Larson und den anwesenden Prinzessinnen und Spidermännern ihre Geschichte: Bibi und ihre Freundin Tina wollen mit der Zeitmaschine eigentlich in die Zeit zurückreisen, als sie selbst noch Babys waren, aber die Zeitmaschine klemmt und sie landen im Phantasia-Land und treffen auf Schneewittchen und tanzen sogar auf einem wunderschönen Schloss, wo es wunderschöne Prinzessinnen gibt.

„Ich bin auch die Schwanensee-Prinzessin“,sagt Lili, alias Prinzessin Marie, die nicht nur die für eine Prinzessin verpflichtenden wunderhübschen langen blonden Haare vorzuweisen hat, sondern auch das passende, zartrosa Kleid, das sie elegant beim Ballett-Teil des Stücks anhebt. „Bei den größeren Kindern gibt es eine richtige Choreografie. Die Kleineren tanzen ganz nach Phantasie, beispielsweise balancieren sie einen Vogel oder die Schneewittchen benutzen Gymnastikbänder“, erzählt Larson. „Sie haben auch bei den Kulissen mitgebastelt.“

Und wie kommt denn nun Harry Potter in die Geschichte? Nun, als zweiter Zeitreise-Stopp landen die Kinder in der Welt der Superhelden. Aber als Bibi und Tina die Heimreise zu Mama antreten wollen, raucht die Zeitmaschine. Da kann nur noch Harry Potter etwas zusammenzaubern. Ob er das wohl schafft?

Quelle: op-online.de

Kommentare