Wichtiger Schritt hin zum neuen Kunstrasen

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Wenig Spaß macht er derzeit besonders den Torhütern, sich auf den Tennenplatz am Mäusberg zu werfen. Dort könnte - im Optimalfall bis 2014 - ein Kunstrasenplatz entstehen.

Münster - 2019 wird der SV Münster 100 Jahre alt. Schon früher, im Optimalfall zum 95-jährigen Bestehen 2014, will der Sportverein vom Mäusberg ein Großprojekt abgeschlossen haben: den Bau eines Kunstrasen-Großfelds dort, wo sich aktuell der Hartplatz befindet.

„Wir würden mit der Maßnahme sehr viel bessere Trainingsplätze schaffen und weiterhin konkurrenzfähig bleiben“, sagt Martin Peußer, Vorsitzender des 700 Mitglieder zählenden SVM, bei dem 200 Nachwuchsspieler kicken, zudem 50 Aktive und die Alten Herren. Nun ist der Verein bei seinem Vorhaben einen Schritt weitergekommen.

Die Anträge sind längst gestellt, nun hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg den Ball so weitergespielt, wie es sich der SVM erhofft hatte: Neben einem weiteren größeren Sportinfrastruktur-Projekt, eine Gymnastikhalle in Alsbach-Hähnlein, hat der Kreis das Münsterer Vorhaben in den entsprechenden Gremien ausdrücklich befürwortet und zur weiteren Begutachtung an das Hessische Ministerium des Innern und für Sport – so die offizielle Bezeichnung – weitergeleitet. Das geschieht bei Weitem nicht mit allen beantragten Projekten. „Ohne diese Weiterleitung wäre der Kunstrasen bereits gestorben gewesen“, stellt Peußer die Bedeutung der Entscheidung heraus.

Bis aus Wiesbaden eine Rückmeldung kommt, dürfte es Frühjahr 2013 werden. Komme auch von dort grünes Licht – das Land wäre der größte Zuschussgeber – könne man in die Feinplanung und weitere detaillierte Gespräche mit Land, Kreis, Gemeinde (wird erst nach Zustimmung der übergeordneten Gremien aktiv) und Deutschem Sportbund gehen, so Peußer. Und in Gespräche mit den Banken: Denn selbst wenn alle Zuschüsse wie erhofft fließen, müsste der SVM seinerseits einen sechsstelligen Betrag einbringen. Geld, das der Verein nicht eben auf dem Bankkonto liegen hat und sich leihen müsste. Die exakten Beträge, die das Vorhaben in seinen verschiedenen Baustufen kosten würde, möchte Peußer derzeit noch nicht veröffentlichen. Insgesamt dürfte das Projekt aber rund eine halbe Million Euro kosten. Einen mittleren fünfstelligen Betrag würde dabei wohl der Landkreis zuschießen, einen mittleren fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Betrag auch die Gemeinde Münster.

Die Kosten entstünden dabei nicht in erster Linie durch den Kunstrasenteppich selbst. „Viel Geld kosten die Tiefbauarbeiten, die Drainage, das Granulat und viele Arbeiten auch um das Feld herum“, sagt Peußer, der sich tief in die Materie eingearbeitet hat. Allein 100 Tonnen Sand müssten wohl verbaut werden. Das neue Feld würde im Falle des Baus schließlich rund 6 500 Quadratmeter groß. Was auf einen rund 100 mal 65 Meter großen Platz schließen lässt - ordentliche Maße für einen Kunstrasen und keineswegs ein Spielfeld am unteren Limit. Die Mindestmaße für ein Großfeld gibt der Deutsche Fußball-Bund vor: kürzer als 90 Meter (maximal 120 Meter) und schmaler als 55 Meter (maximal 70 Meter) darf der Platz nicht sein, damit dort Ligaspiele stattfinden können.

Auch der Randbereich ist in die bisherigen Kalkulationen des SVM eingeflossen - ein weiterer Betrieb der veralteten Flutlichts mache bei einem Neubau keinen Sinn mehr, zudem müssten Bäume fallen und Zäune erneuert werden, so Peußer. Das Gelände darf der Sportverein noch bis 2054 in Erbpacht nutzen und gestalten. In diesem Jahr und der jüngeren Vergangenheit hat die insgesamt sehr gut funktionierende Vereinsfamilie mit einigen Gönnern bereits einiges baulich umgesetzt: Die Treppe am Vereinsheim und dessen Vorgelände wurden bereits saniert, zudem nutzt der SVM die Solarthermie für die Duschen.

Die Sanierung des Vereinsheims soll in Zukunft noch weiter vorangetrieben werden. Denn wo es sich vielleicht schon in zwei Jahren komfortabler kicken lässt als auf dem derzeitigen hartschaligen Tennenplatz, da soll nach der Schweißtreiberei schließlich auch das Bier in angemessenem Ambiente durch die Kehlen rinnen. Vorerst aber heißt es: Der SV Münster wartet auf die Rückmeldung aus dem Innenministerium.

jd

Quelle: op-online.de

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