Vom Winken und Strahlen

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Harald Buschmann feiert mit CDU-Anhang und Blaskapelle aus Klein-Zimmern eine „Hessische Nacht“ in der Münsterer Kulturhalle – Wirtschaft, Schule und Gesundheit waren seine wichtigsten Themen.

Münster - Nein, Landrat ist Harald Buschmann noch lange nicht. Davor hat das Wahlgesetz den Wettkampf mit Klaus Peter „Pit“ Schellhaas von der SPD gesetzt. Doch das mit dem Schüren der Euphorie haute am Samstagabend in der Kulturhalle Münster schon gut hin. Von Jens Dörr

Mit stehenden Ovationen ermutigten rund 200 Parteimitgliedern den CDU-Mann und studierten evangelischen Theologen, der am kommenden Sonntag um die Stimmen der Bürger kämpft. Winkend und strahlend verabschiedete sich Buschmann gegen 20.30 Uhr von der Bühne und überließ diese wieder der Blaskapelle aus Klein-Zimmern.

Was er den Gästen der „Hessischen Nacht“ – so der offizielle Arbeitstitel der behaglichen Abendveranstaltung des CDU-Kreisverbands Darmstadt-Dieburg – zuvor eingetrichtert hatte, war die Kurzfassung der Prioritäten seiner Arbeit für den Fall der erfolgreichen Wahl. Drei Hauptthemen sollen dies sein, die er auch schon im Wahlkampf „entfaltet“ hat: „Wirtschaft und Infrastruktur, Schule und Bildung sowie Gesundheit und Alter“, zählte Buschmann auf – die drei Bereiche seien eng verbunden.

Bei Wirtschaft und Infrastruktur komme es vor allem darauf an, die „Verkehrswege im Landkreis weiter zu optimieren“.Zudem müsse das Standortmarketing verbessert werden und den Bürgern generell eine „klare Linie“ aufgezeigt werden. Und: „Wir wollen der Wirtschaft ein echter Partner sein“,stellte Buschmann klar.

Bei der Bildung wünscht sich der gebürtige Dieburger, der in Münster aufgewachsen ist, wo seine Ehefrau Stefanie einst eine Ausbildung im Kindergarten machte, insbesondere die Abkehr von der „ideologischen Schulpolitik“. Entscheidend sei ein vielfältiges, differenziertes Schulangebot, da davon viele Menschen ihre Wohnort- und viele Firmen ihre Standort-Entscheidung abhängig machen würden. „Außerdem brauchen wir im Landkreis ein weiteres Gymnasium.“ Das einzige reine in Groß-Umstadt sei zu wenig.

Befürchtungen, das Krankenhaus in Groß-Umstadt könne irgendwann privatisiert werden, trat Buschmann deutlich entgegen. Allerdings sei er gegen den Ausbau des alten Standorts, weil wegen einer mehrjährigen Baustelle die Patienten abwandern könnten. Auch gelte es, die Betreuung zuhause zu fördern sowie alles dafür zu tun, damit alte Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben könnten.

„Um eine Wahl zu gewinnen, braucht es drei Dinge“,zählte anschließend Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär der CDU in seiner Lobeshymne auf die eigene Partei auf. „Den richtigen Kandidaten, das richtige Programm und das richtige Team.“Geht es nach der Intensität des Klatschens an diesem Abend, hat Harald Buschmann gute Chancen. Doch neben Klaus Peter Schellhaas dürfte er am kommenden Sonntag auch gegen das „Desinteresse der Menschen“kämpfen, wie es Storm ausdrückte. Die CDU fürchtet offenbar eine geringe Wahlbeteiligung.

Quelle: op-online.de

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