Bis zu 32 Bauhof-Einsätze in kalter Jahreszeit

Optimal auf Winter geeicht

+
Insgesamt 40 Tonnen Streusalz hat Bauhofleiter Richard Ries eingelagert. (Bild vergrößern)

Münster - Auf dem Schreibtisch von Bauhofleiter Richard Ries stapeln sich Straßenpläne, Tabellen, Übersichten, Wetterkarten und Einsatzpläne.

„Um den Winterdienst optimal zu organisieren, brauchen wir hier vor allem eines: Überblick“, schmunzelt Ries und verweist auf die vielen Papiere. Mit Überblick ist nicht nur die Koordination von öffentlichen Wegen und Plätzen und deren Verteilung auf die Schneeräumer im Winter gemeint, auch die Fahrstrecken der Einsatzfahrzeuge  müssen gut koordiniert sein, denn wenn es morgens geschneit hat, muss es schnell gehen. „Als Kommune haben wir den Auftrag, unseren Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten, bevor der Hauptberufsverkehr los geht“, informiert Bürgermeister Walter Blank, der weiß, was die Männer und Frauen seines Bauhofteams im Winter leisten. „Wir müssen ständig das Wetter im Auge behalten und uns danach entscheiden, ob wir ausrücken oder nicht. Ist das abends schon klar, ist es einfach. Wenn nicht, steht immer einer von uns um 4.30 Uhr morgens auf und schätzt die Lage ein“, erläutert Ries. Fällt um diese Uhrzeit Schnee oder ist es spiegelglatt auf Münsters Straßen, heißt es für fast alle der knapp 20 Kollegen: Aufstehen! Spätestens um 5.30 Uhr sind die Männer und Frauen unterwegs und streuen die Straßen und öffentlichen Gehwege und Plätze und sorgen dafür, dass der Schnee geräumt wird.

„Wir teilen uns in Teams auf, die mit Fahrzeugen – vom kleinen Unitruck bis hin zum großen Unimog unterwegs sind. Zudem wird auch mit der Hand ganz klassisch Schnee geschippt“, berichtet Ries. Dabei gilt: Priorität hat zunächst der schwächste Verkehrsteilnehmer, also der Fußgänger, daher müssen Überwege, Bürgersteige und Fußwege zuerst auf Vordermann gebracht werden, denn das Auto könnte im Bedarfsfall auch stehen gelassen werden. „Natürlich trennen wir das nicht strikt: Wenn wir zu den Bushaltestellen fahren, wird unterwegs auch schon gestreut“, so der Bauhofleiter.

Ärgerlich ist für die Frühaufsteher, dass sie immer wieder beobachten müssen, wie Anwohner den Schnee von ihren Bürgersteigen auf die gerade eben vom Winterdienst gesäuberten Straßen werfen. „Die Fahrbahn muss frei bleiben, denn sonst wird die Straße spiegelglatt. Entweder muss der Schnee an den Straßenrand, zwischen Fahrbahn und Bürgersteig oder aber zur Not in den Vorgarten geschaufelt werden“, rät Ries.

Erster Frost und Schnee in Hessen

Erster Frost und Schnee in Hessen

Wie oft die Bauhofmitarbeiter ausrücken müssen, ist unterschiedlich: Im Winter 2006/2007 war es nur ein einziges Mal der Fall, im vergangenen Winter gar 32 Mal. Ebenso unterschiedlich ist die Menge an Streusalz, die auf die Straßen kommt: Von fünf Tonnen bis hin zu 85 Tonnen ist alles möglich. „Wir orientieren uns an unserem Durchschnittsverbrauch von 40 Tonnen und lagern deshalb in diesem Jahr 55 Tonnen Streusalz ein“, rechnet Ries vor und zeigt auf das Streusalzlager, das aus einem riesigen weißen Berg losen Salzes und aus zahlreichen in Regalen gestapelten Säcken besteht. Dabei wird natürlich so kostengünstig wie möglich agiert: Zum einen wurde im Jahr 2012 in eine Feuchtsalzanlage investiert, die den Salzverbrauch reduziert, zum anderen wird im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit gemeinsam mit den Dieburger Nachbarn eingekauft, denn größere Mengen sind schlicht günstiger zu bekommen.

tm

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare