Winziges in Großaufnahme

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Thomas Keil fotografiert nicht nur gern die atemberaubenden Landschaften und Stadtansichten rund um den Erdball ein, sondern ebenso gern fängt er Details ein.

Münster ‐ Schon fast die ganze Welt hat Thomas Keil gesehen. Sein treuester Begleiter ist seine Fotokamera. Sie ist im Gepäck immer dabei. Von Jasmin Frank

Vor gut zehn Jahren war ich mit dem Rucksack in Afrika unterwegs. Als ich nach Hause kam, musste ich feststellen, dass ich noch nicht einmal 30 Bilder geschossen hatte, obwohl die Reise mich sehr beeindruckt hat. Danach habe ich mir vorgenommen, von nun an mehr Fotos zu machen, um meine Erinnerungen und Eindrücke festhalten zu können“, erzählt der 35-jährige Globetrotter.

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Münsterer hält die Welt in Fotos fest

Zunächst stieg er von seiner analogen Kamera auf eine digitale Kompaktversion um. Schnell wurde ihm klar: „Einfach nur draufdrücken ist nicht alles. Ich wollte auch etwas Schönes machen.“ Von Anfang an wollte der Chemieingenieur wissen, wie seine Kamera funktioniert, ihn motivierte eine Mischung aus Spieltrieb und Technikbegeisterung. So dauerte es auch nicht lange, bis er sich für eine digitale Spiegelreflexkamera entschied, mit der ihm alle Möglichkeiten offen standen. Nun wurden nicht nur die zahlreichen Reisen nach Australien, Indien und Thailand detailliert dokumentiert, sondern auch durch künstlerisch anspruchsvolle Motive angereichert.

Keil, der immer mit dem Rucksack unterwegs ist, schwärmt von den Ländern, die er bereist hat. „Es muss aber nicht immer die weite Ferne sein. Auch Rügen finde ich einfach Klasse“, erzählt Keil. So finden sich an den Wänden seiner Wohnung neben Stadtaufnahmen von Sydney auch Strandaufnahmen der deutschen Nord- und Ostseeküste. „Einen Traum habe ich aber noch: Ich würde gerne mal durch Südamerika reisen“, schwärmt der passionierte Billardspieler. „Ich fotografiere eigentlich nur für mich. Ich hätte nie gedacht, dass andere sich für meine Bilder begeistern können“, bleibt der Münsterer Künstler bescheiden.

„Ich fotografiere eigentlich nur für mich. Ich hätte nie gedacht, dass andere sich für meine Bilder begeistern können“, sagt der Münsterer.

Die Idee, an der Ausstellung „Kunst zwischen der Kerb“ teilzunehmen, stammte von seiner Freundin Nicole Reifschneider, die auf seine Fotografien sehr stolz ist. Erst durch die Präsentation seiner Bilder wurde ihm bewusst, wie sehr diese andere Menschen ansprechen. „Mich freut es sehr, dass meine Fotos anderen gefallen, deshalb will ich daran auch nichts verdienen. Ich verkaufe sie einfach zum Selbstkostenpreis, je nachdem was der Rahmen und die Entwicklung gekostet haben für etwa 20 Euro. Jeder der ein Bild will, kann gerne eines haben. Sie sind ja keine Unikate, wie bei anderen Künstlern, ich kann sie mir ja immer wieder nachmachen“, erklärt der Autodidakt.

„Mir gehen die Ideen nicht aus.“

Natürlich ist er nicht immer auf Tour, deshalb hat er noch ein weiteres fotografisches Steckenpferd: Die Makrofotografie, bei der winzige Details groß in Erscheinung treten. „Ich finde es toll, dass ich feststellen kann, dass jedes Stück irgendein interessantes Detail hat, wenn ich nur die richtige Perspektive finde“, erläutert Keil begeistert und widmet sich der Aufnahme eines kleinen Baggers, den er liebevoll vor einem roten Hintergrund drapiert. Doch nicht nur Technisches hat er schon in Großaufnahme in Szene gesetzt, auch Blumen lichtet er gern ab. Und ein Weberknecht durfte ebenfalls schon Modell stehen. „Mir gehen die Ideen nicht aus und spätestens, wenn ich in diesem Jahr wieder nach Australien fahre, kommen die Motive von ganz alleine zu mir“, freut sich Keil, der wahrscheinlich auch bei der nächsten Ausstellung „Kunst zwischen der Kerb“ wieder mit von der Partie sein wird.

Quelle: op-online.de

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