Wisent unterm Wachturm

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Christoph Goebel, Matthias Pollmeier und Harald Fuhrländer vor einem US-Wachhaus innerhalb der Muna.

Münster ‐ Innerhalb des 260 Hektar großen Muna-Geländes zwischen Münster und Urberach entstanden in Jahrzehnten einzigartige Biotope, für deren Erhaltung die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit dem hessischen Forstbetrieb Konzepte entwickelt. Von Thomas Meier

Wo seit 1939 Munition gelagert und gesprengt wurde, könnten schon bald Wisente unter zu Aussichtstürmen umfunktionierten Wachtürmen grasen. Sie sprechen von einer „einmaligen Biodiversität auf der einzigartigen Konversionsliegenschaft“, preisen deren Flora und Fauna in den höchsten Tönen, auf dem sich doch ein so wertvolles ökologisches Ensemble etabliert habe, dass es eines fundierten Perspektivenkonzeptes bedürfe, um das Habitat für die Bewohner rundherum, für die gesamte Republik zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Mehr Fotos von der Natur in der Muna:

Munagebiet zwischen Sprayern und Tümpeln

Die drei studierten Forstleute von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bekennen schließlich: „Das hier ist ein Paradies, das es sonst in unserem Land nirgendwo mehr gibt“.

Wo sie so ins Schwärmen geraten? Inmitten des 260 Hektar großen Areals, das landläufig als „Muna“ den Bewohnern drumherum eher ein Schreckgespenst ist, zu dem sie seit Jahrzehnten keinen Zutritt mehr haben. Abgeschirmt liegt die verbotene Landschaft seit 1939 zwischen Münster, Eppertshausen, Urberach und Dieburg, gilt als hochgradig munitionsverseucht, bombenbelastet, neudeutsch als No-go-Area schlechthin.

Doch wo sich seit langen Zeiten scheinbar nichts zu tun scheint, entwickelte und entwickelt sich eine Natur, wie sie es sonst in der Kulturlandschaft Deutschlands nie vermocht hätte. Viele Ideen entstanden und wurden wieder verworfen. Doch sind sich die drei Forstleute in einem sicher: Freies Betreten wird in absehbarer Zeit auf dem Muna-Gelände nicht geben.

Quelle: op-online.de

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