Workshop zur „Emotions- und Selbstregulation“

Lernen, gern und effektiv zu büffeln

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Anne-Kathrin Scheibe (vorn) erläuterte zum Auftakt Ziele und Inhalte des Effektivlernkurses an der Aue-Schule.

Münster - Was die Technische Universität Darmstadt da der Schule auf der Aue anbietet, liest sich so: „Ein Workshop zur Emotions- und Selbstregulation in Lernsituationen für Schüler“. Von Thomas Meier

Dass sich auf derart verklausulierte Offerte tatsächlich 36 von über 90 angesprochenen Neunt- und Zehntklässlern, zumeist aus dem gymnasialen Zweig, anmeldeten, liegt daran, dass sie verstanden, worum es geht: Sich fit zu machen und zu motivieren fürs selbstständige Lernen. Denn das ist unabdingbar in der Oberstufe, fürs Abi und fürs Studium. Und leichter effektiver zu lernen bedeutet ja auch weniger Lern- und mehr Freizeit.

Gerhild Krause-Petermann, Leiterin des Gymnasialzweiges an der Aueschule, ging gern auf das kostenfreie Angebot des insgesamt sich über sieben Wochen erstreckenden Workshops der TU Darmstadt ein. Entwickelt und betreut wird das Seminar, das zu einer Studie der Universität gehört, von der Dieburger Diplom-Psychologin Anne-Kathrin Scheibe, die über Emotionen und ihre Bedeutung beim selbstregulierten Lernen promoviert.

Sie legte ihr Abitur an der Dieburger Alfred-Delp-Schule ab und weiß wie wichtig es ist, sich auch dann motivieren zu können, wenn das Lernen mal keinen Spaß macht. Dranbleiben bei langweiligen, schweren oder frustrierenden Arbeiten ist ihr Credo. Und sie will im Workshop mit weiteren Mitarbeitern der TU den Teilnehmern vermitteln, wie sie nach einer schlechten Note besser mit Enttäuschung oder Prüfungsängsten umgehen können.

Zum Auftakt des Kurses kamen jetzt 32 Schüler in die beiden EDV-Räume der Schule – der Workshop läuft online-gestützt –, vier waren ob des zu erwartenden Aufwandes abgesprungen. In eineinhalb Stunden wurde ihnen erklärt und demonstriert, was sie erwartet, denn die drei Präsenzeinheiten beginnen erst in eineinhalb Wochen. Die ersten Übungen allerdings schreckten die Gekommenen nicht, alle willigten gar ein, über die gesamte Dauer des Projektes ein Lerntagebuch zu führen.

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In dem gemischten Online- und Präsenskurs werden Lernstrategien und -techniken vermittelt. Der Umgang mit störenden Gefühlen, beispielsweise Langeweile oder aber auch Angst vor Misserfolg, wird trainiert. Die Schüler sollen sich Ziele setzen und diese auch erreichen, werden vertraut gemacht mit Planung und Zeitmanagement. Das Ganze soll freilich live umgesetzt werden in den schulischen Tagesablauf, also in „Anwendungsbereiche“ wie Unterricht, Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitung. Die drei eineinhalbstündigen Arbeitsblocks in der Schule, zu denen die TU-Mitarbeiter jeweils aus Darmstadt anreisen, bestehen aus einem Wechsel von Informationen, Übungen und Austausch. Gelernt werden soll anhand eigener Beispiele, eine persönliche Rückmeldung ist den Dozenten wichtig.

Und bedeutsam ist auch die Mitarbeit an und mit den Onlinemodulen. Dafür haben die Probanden freie Zeiteinteilung. Hier gibt es laut Scheibe auch die Möglichkeit, online in Kontakt mit den Workshopmitarbeitern zu treten. Alle Informationen aus Befragungen, Lerntagebuch und Onlinekontakten würden freilich anonymisiert und vertraulich behandelt, versicherte Anne-Kathrin Scheibe den Schülern. Und als Dank für die vollständige Teilnahme an der TU-Studie gibt es auch noch einen materiellen Anreiz: Gutscheine eines Online-Buchladens.

Quelle: op-online.de

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