Umgestaltung des alten Ortskerns

Ideen für das Münster von morgen

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Beim Bürgerworkshop diskutierten die Teilnehmer intensiv über die Ortsentwicklung der Altstadt.

Münster -   Wie groß das Interesse an einer zukunftsfähigen Ortsentwicklung der Gemeinde Münster ist, zeigte sich beim Bürgerworkshop des Projekts „AktVis“. Über 70 Teilnehmer erarbeiteten in Kleingruppen Vorschläge für den alten Ortskern, aber auch darüber hinaus.

Die Ergebnisse wurden nun ausgewertet. Der alte Ortskern zwischen Dammstraße, Hintergasse und Austraße steht im Fokus des Projekts „AktVis“ (Aktion gemeinsame Vision), finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Gemeinsam mit Eigentümern, Anwohnern und interessierten Bürgern sammeln die Gemeinde Münster, die TU Darmstadt und das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) Ideen, wie der alte Ortskern – und mit ihm ganz Münster – fit und attraktiv für die Zukunft gemacht werden kann.

Bei einem Bürgerworkshop Ende Februar haben über 70 Teilnehmer, größtenteils Bewohner des alten Ortskerns, ihre Ideen eingebracht (wir berichteten). Diese fließen nun in die Projektarbeit sowie weitere Bürgerworkshops ein, um darauf aufzubauen. Alle Ergebnisse sind inzwischen übersichtlich zusammengefasst worden und können auf der Internetseite der Gemeinde, www.muenster-hessen.de, oder direkt auf der Projektseite, www.aktvis.de/das-projekt/ergebnisse, heruntergeladen werden.

Aus einem der Poster geht hervor, welche Impulse die Workshop-Teilnehmer zum Thema „Was sind die schönsten und unschönsten Orte in Münster?“ lieferten. Löblich hervorgehoben wurden dabei unter anderem die alte Mühle, in der das Heimatmuseum untergebracht ist, das Hallenbad, das Kino Kaisersaal, die Freizeitzentren, die Kulturhalle sowie die schöne Umgebung und die Natur der Gemeinde. Als unschön empfanden die Bürger dagegen den Ortsteil Breitefeld durch seine isolierte Lage und viele Leerstände, den alten Ortskern mit seinem hohen Renovierungsbedarf, den Rathausplatz mit seiner räumlich schlechten Aufteilung von Parkplätzen und fehlender Begrünung sowie die Hauptverkehrsstraßen.

Auch zur Frage „Wie wollen wir wohnen?“ kamen etliche Vorschläge zusammen. Die Teilnehmer regten an, die Attraktivität des alten Ortskerns unter anderem durch mehr Grünräume, eine lichtdurchflutetere Bebauung und einen zentralen Treffpunkt zu steigern. Beim Thema Wohnen wünschten sie sich eine Wohnraumberatung, um Möglichkeiten eines barrierefreien Ausbaus oder Umzugs im Alter, finanzielle Unterstützungen und Fördermittel sowie Möglichkeiten alternativer Wohnformen, zum Beispiel Mehrgenerationenwohnen oder „Alten-WGs“, auszuloten.

Da der alte Ortskern im Zentrum des Projekts steht, sind die Erfahrungen und Wünsche der Bürger, die dort leben, von großer Bedeutung. Im Rahmen von „AktVis“ wurden all diese Bedürfnisse bereits Ende vergangenen Jahres mit einem detaillierten Fragebogen abgefragt. Auch die Ergebnisse dieser Aktion können heruntergeladen werden. Einige zentrale Erkenntnisse daraus sind:

  • Die Befragten leben durchschnittlich 36 Jahre mit dem Partner in einem eignen Haus und verfügen über mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche. Die Mehrheit der Befragten befindet ihr Wohnhaus in gutem baulichen Zustand und möchte es derzeit auch nicht umbauen.
  • Der Großteil der Befragten aus dem alten Ortskern lebt zudem in einem nicht barrierefreien Haus. Dennoch möchten sie keinen Umbau vornehmen, da es ihrer Meinung nach derzeit nicht nötig sei.
  • 76 Prozent der Befragten geben weiterhin an, dass sie im Alter zu Hause wohnen bleiben wollen. Aber auch das Konzept eines generationenübergreifenden Wohnens sowie der Umzug in eine geeignetere, barrierefreie Wohnung sind für je knapp 22 Prozent der Befragten eine Option.
  • Fast 65 Prozent der Antwortenden wünschen sich zudem, dass „AktVis“ ihnen aufzeigt, welche Veränderungen und alternativen Nutzungen für Gebäude und Grundstücke möglich sind. Weiterhin wünschen sich die Befragten, dass die Verkehrssituation vor Ort verbessert und die Parkplatzproblematik angesprochen wird, aber auch über die Nahversorgung vor Ort sollte gesprochen werden.

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„Anwohner, Eigentümer und alle Interessierten sind auch weiterhin dazu eingeladen, sich in das Projekt einzubringen“, lädt Bürgermeister Gerald Frank zur Teilhabe ein. Ort und Datum eines weiteren Workshops würden von der Verwaltung zeitnah bekannt gegeben. (tm)

Quelle: op-online.de

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