Zentral im Grünen leben

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Das kleine, aber feine Wohngebiet Am Mäusberg, inmitten von Münster gelegen, bekommt zum Frühjahr den rechten Bio-Schliff: Die Grünanlagen sind im Endausbau, hier harkt Roger Seefeld schon mal für eine neue Wiese ein.

Münster ‐ Mit Beginn des milderen Frühlingswetters wurde jetzt mit den Arbeiten zum Endausbau der Grünanlagen im Neubaugebiet „Am Mäusberg“ begonnen. Hierbei werden 18 Bäume, darunter auch Obstgehölz, und 45 Sträucher und Hecken der verschiedensten Arten gemäß den Vorgaben aus dem Bebauungsplan gepflanzt. Von Thomas Meier

Ferner wird eine Fläche von insgesamt etwa 2300 QuadratmeterN mit einer Blumen- und Kräuterwiese begrünt. Dieser Ausbau soll diesem besonderen Wohngebiet eine zusätzliche Note verleihen.

Auf dem Areal mit einer Größe von 1,55 Hektar stehen noch sechs von 14 Grundstücken für die Bebauung bereit. Bei der Realisierung der teilweise auch möglichen Doppelhäuser können insgesamt maximal 20 Wohneinheiten entstehen. Besonderen Charme hat dabei die Gliederung des Wohngebietes in zwei Hausgruppen, die sich jeweils um einen baumbekrönten Platz ordnen, der auch die Mitte der Nachbarschaften werden kann. Die beiden Hausgruppen sind eingebettet in öffentliche Grünflächen, die nun fertig gestellt werden und über einen schönen Fußweg und eine besondere Treppenanlage verbunden sind.

Das neue Wohngebiet weist außergewöhnliche Qualitäten auf: Einerseits innerörtlich und in zentraler Lage gelegen mit komfortabler Nähe zu Kindergarten, öffentlichen Einrichtungen, Versorgungseinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten. Andererseits ist das Gebiet ungewöhnlich ruhig gelegen und in einer stark durchgrünten Landschaft eingebettet, die einer Ortsrandlage nahe kommt und gerade Kindern Spielorte bieten kann. Ohne durchgehende Fahrstraße hat das neue Wohnquartier zudem auch keinen Durchgangsverkehr.

Wenn das Wohnquartier zu etwa 60 Prozent mit den Passivhäusern bebaut sein wird, kann auch der Endausbau der Straßen und Plätze erfolgen. Die Baustraßen werden hierfür mit einem Pflasterbelag belegt.

Das Wohngebiet ist nach der Zielsetzung der Gemeinde Münster ein Beispiel gebendes Pilotprojekt einer modernen Siedlungsform, die Nachhaltigkeit durch die Verbindung von energetischen, ökologischen und sozialen Elementen realisiert.

Die Erschließungskosten liegen bislang bei etwa 280.000 Euro. Für den Endausbau der Grünanlagen werden nun weitere Kosten in Höhe von etwa 30.000 Euro anfallen. Der Endausbau der Straßen und Plätze wird mit 170.000 Euro geschätzt.

Das städtebauliche Konzept zielt dafür auf die Synthese aus einer energieeffizienten Bauweise, wie beispielsweise von Passivhäusern, und einer energetisch geprägten städtebaulichen Struktur. Die konzipierte Bebauung wird dabei eingebettet in eine Landschaft von besonderer ökologischer und gestalterischer Qualität. Die vorhandenen Landschaftselemente, wie die natürliche Böschung und der alte Baumbestand charakterisieren die weitläufigen öffentlichen Grünflächen, die bestimmend sind für die Atmosphäre des Quartiers. Die Grünflächen und die Quartiersplätze bieten Spiel- und Freizeitnutzungen und sind ein attraktives Wohnumfeld.

Das städtebauliche Ordnungsprinzip ist energetisch bestimmt mit einer konsequenten Nord-Süd Ausrichtung der Bebauung. Durch eine schachbrettartige Anordnung der Gebäude sollen sich diese gegenseitig auch bei tief stehender Wintersonne nicht verschatten. Die aus der Verschattungsfreiheit notwendigen Gebäudeabstände bewirken ein hohes Maß an Durchgrünung der Baulandschaft. Durch Vernetzung der Freiflächen wird eine ökologische hohe Wertigkeit erzielt.

Durch die Anordnung der Plätze als zentrale Orte der Nachbarschaft und die Gestaltung der Wege im Plangebiet wird eine gute Erschließungs- und Wohnumfeldqualität erzielt. Für Fußgänger wird eine bequeme und barrierefreie Wegevernetzung angeboten, die auch als Spielfläche konzipiert ist. Die Verkehrsbelastung ist auch am Rand des Plangebiets sehr gering, da Durchgangsverkehr nicht möglich ist und nur Anliegerverkehr gegeben ist.

Quelle: op-online.de

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