Lohnendes Zeugnis für den Wald

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Nicht nur, dass Münsters Bio-Wald schön anzuschauen ist, er zahlt sich für die Kommune auch aus.

Münster - Die naturnahe Waldbewirtschaftung in Münster zahlt sich für die Kommune aus. Nicht nur in Zertifizierungen, von denen die Gemeinde nun wieder eine erhielt.

Mit diesen Zeugnissen verbunden sind durchaus auch finanzielle Vorteile, sei es in Form von Zuschüssen oder in höheren Preisen, die das Holz erzielt.

Der Wald rund um Münster ist etwas ganz Besonderes: Während in Hessen zumeist die PEFC-Zertifizierung, die bestimmte Standards für Forstökosysteme, die Waldbewirtschaftung und sozioökonomische Bedingungen festlegt, vorherrscht, gibt es in der Gemeinde zudem noch die FSC-Zertifizierung. Das Kürzel steht für Forest Stewardship Council, was soviel wie Wald-Verwaltungs-Rat bedeutet.

Siegel hat viele Vorteile

„Sie geht weiter als das Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung (PEFC) und hat andere Prüfkriterien“, sagt Thomas Schmalenberg vom Forstamt Dieburg, das in fast allen seinen Waldbeständen auf dieses Qualitätsmerkmal setzt. „Nicht umsonst wird FSC von den großen Naturschutzverbänden wie dem NABU, dem WWF oder dem BUND anerkannt“, freut sich Schmalenberg, der betont, dass FSC sogar eine „Sehr gut“-Bewertung von Öko-Test bekommen habe.

Für Münster hat das Siegel viele Vorteile, wie Bürgermeister Walter Blank informiert: „In Münster wurde der Wald ohnehin möglichst naturnah bewirtschaftet, so dass nicht allzu viel umgestellt werden musste. Durch die zusätzliche Zertifizierung schützen wir einerseits in besonderer Weise die Natur, erhalten aber andererseits auch hochwertigeres und besser nachgefragtes Holz.“

Neuer Urwald am Erlenbach

Neuer Urwald am Erlenbach

Das bestätigt Schmalenberg, Bereichsleiter Produktion im Forstamt Dieburg: „Alle Bände von Harry Potter wurden beispielsweise auf Papier aus FSC-Holz gedruckt, weil es der Autorin wichtig war, dieses ökologisch und sozialökonomisch wichtige Siegel zu unterstützen. Denn es geht dabei nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um die Menschen, die im Wald arbeiten: Sie müssen angemessene Arbeitsbedingungen haben.“ Zudem werde die Überprüfung des Siegels wesentlich häufiger und intensiver veranlasst, als beim PEFC-Zertifikat. Und auch schon die Erteilung läuft über ein gänzlich anderes Verfahren. Das PEFC erhält man über eine Selbstverpflichtungserklärung, die man im Internet ausfüllen kann. Sie ist unbefristet. Das FSC ist jedoch nur über ein öffentliches Audit, das alle am Wald Interessierten mit einbezieht, also Reiter, Jäger, Schulen und Umweltschutzverbände, erhältlich. Es läuft nur über fünf Jahre bis zum nächsten großen Audit. Dazwischen finden jährlich Prüfungen des gesamten Waldgebietes nach bestimmten Schwerpunkten statt, während beim PEFC nur zehn Prozent der Fläche pro Jahr kontrolliert werden.

Besonders hohen Schutzwert

Was die Zertifizierungen nun konkret für Münster bedeuten, erläutert Bürgermeister Walter Blank: „Gebiete mit ursprünglichen Wasserläufen, wie die kleinen Nebenarme der Gersprenz, haben besonders hohen Schutzwert. Zudem werden Biotopbäume stehen gelassen, in denen Tiere wie der Specht ihr zu Hause finden. Ganz wichtig ist: Durch FSC wird im Münsterer Wald gänzlich auf Biozide und Pestizide verzichtet.“

Ein Ergebnis also, das nicht nur die Tiere und Pflanzen, sondern zudem die Erholungssuchenden im Münsterer Wald freut: Denn munter plätschernde Bäche und knorrige Bäume sind schlicht auch ein schöner Hingucker für Spaziergänger und Fahrradfahrer. J tm

Informationen unter www.fsc-deutschland.de und https://pefc.de.

Quelle: op-online.de

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