Klaus Grimm geht in den Ruhestand

37 Jahre an der Spitze der Sozialstation für Münster und Eppertshausen

Zum Abschied in den Ruhestand nahm Klaus Grimm in der Münsterer Kulturhalle auch Dank und Glückwünsche der Darmstädter Caritas-Direktorin Stefanie Rhein entgegen.
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Zum Abschied in den Ruhestand nahm Klaus Grimm in der Münsterer Kulturhalle auch Dank und Glückwünsche der Darmstädter Caritas-Direktorin Stefanie Rhein entgegen.

Klaus Grimm, Leiter der Ökumenischen Sozialstation für Münster, Eppertshausen, Dieburg und Groß-Zimmern, geht nach 40 Caritas-Jahren in den Ruhestand. Zuletzt hatte er die / Verantwortung für ein 51-köpfiges Team und 380 Klienten.

Münster/Eppertshausen/ Dieburg – Eine Sache wird Klaus Grimm bei aller beruflichen Passion im künftigen Ruhestand nicht vermissen: sein Diensthandy. Das klingelte in den vergangenen Jahrzehnten am frühen Morgen ebenso wie am Wochenende – schließlich ist die Arbeit der Ökumenischen Sozialstation kein „Nine-to-five-Job“. Für Grimm ohnehin nicht: Von den 40 Jahren beim Caritasverband Darmstadt war er 37 Jahre Leiter der Dienststelle, die die ambulanten Pflegeleistungen in Münster, Eppertshausen, Dieburg und Groß-Zimmern koordiniert und erbringt. Nun, zeitgleich mit dem runden Dienstjubiläum, ist der 65-Jährige in einer Feierstunde in der Münsterer Kulturhalle in den Ruhestand verabschiedet worden.

Der Bahnhof war dabei groß: Nicht nur, dass dem Ereignis etwa die Bürgermeister Joachim Schledt (Münster) und Achim Grimm (Groß-Zimmern) sowie die Darmstädter Caritas-Direktorin Stefanie Rhein beiwohnten; Auch die 51-köpfige Belegschaft der „Ökumenischen Sozialstation Dieburg“ – wie sie offiziell heißt, obgleich sie im Münsterer Storchenschulhaus sitzt und die vier genannten Kommunen gleichermaßen versorgt – war breit vertreten. Was für einen langjährigen Vorgesetzten spricht, den die Caritas als „engagiert“, „besonnen“ und „mit einem offenen Ohr für die Sorgen und Probleme seiner Mitarbeitenden“ beschreibt.

Dass Klaus Grimm Karriere bei der Caritas gemacht hat, ist auch einem mutigen Schritt vor vier Jahrzehnten zu verdanken. Damals kündigte der gelernte Krankenpfleger seine Anstellung auf der Intensivstation der Groß-Umstädter Klinik. Sein Wechsel zum ambulanten Pflegedienst der Caritas war für einen Mann damals ein Novum: Laut Auskunft des Caritasverbands Darmstadt war Grimm Anfang der 80er innerhalb der gesamten Diözese Mainz erst der zweite männliche Mitarbeiter, der diese Aufgabe anpackte. Ein Wagnis, zu dem ihn auch sein Vater – Münsters früherer Bürgermeister Karl Grimm – ermuntert habe. Und ein Versuch, der glückte, denn auch die weiblichen Klienten akzeptierten die Erbringung der bekanntlich körpernahen Pflege-Dienstleistungen durch einen Mann.

Alsbald arbeitete sich Klaus Grimm bei der Sozialstation in die Führungsposition hoch, die er bis zu seinem jetzt beginnenden Ruhestand innehatte. Die Nachfolge ist geregelt: Künftig leiten Sandra Braun und Sylvia Schiavon die Dienststelle gemeinsam (Artikel folgt). Verantwortung tragen sie nicht nur für die 51 Mitarbeiter, sondern auch für den Umgang mit 380 Klienten in Münster, Eppertshausen, Dieburg und Groß-Zimmern.

Ihrem Vorgänger wurde es derweil weder auf der Schlussrunde seines Arbeitslebens langweilig noch droht dies fürs Dasein als Rentner. Seit dem Frühjahr 2020 musste Klaus Grimm die Ökumenische Sozialstation durch die Corona-Krise manövrieren, in der man trotz anfänglicher Engpässe beim Schutzmaterial stets arbeitsfähig blieb, gerade personell. Dies zählte – wie Neuerungen im Zusammenhang mit der Pflegeversicherung Mitte der 1990er Jahre – zu den größten Herausforderungen seiner Leitungsfunktion.

Zumindest Grimms Privattelefon wird aber auch künftig regelmäßig läuten: „Bei sechs Enkeln wird man oftmals fremdbestimmt“, lächelt er. Für die persönliche Muße hat er sich zudem vor zwei Jahren ein Wohnmobil angeschafft. (Jens Dörr)

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