Nabu informiert auf Storchenfest

Zuviel Gift: Population vieler Falter in Gefahr

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Zehn Jahre Naturfüchse: Beim Storchenfest bekam Hildegard Jakob vom Vorsitzenden Dieter Günther und ihren Schützlingen einen Blumenkorb überreicht.

Münster - Sie heißen Kathrin Peter, Finn Sprenger, Aliyah Klose sowie Michelle Heberer und sind alle elf Jahre alt. Auf sie ist Hildegard Jacob, Leiterin der „Naturfüchse“, besonders stolz. Von Michael Just

„Die vier sind sehr treu und begeisterungsfähig“, lobt sie das Quartett, das das Rückrat der Münsterer Naturschutzjugend (Naju) bildet. Dieses Jahr haben die Kinder mit ihrer Leiterin einen außergewöhnlichen Grund zum Feiern: Die „Naturfüchse“ werden zehn Jahre alt. Beim Storchenfest des Nabu Münster am Sonntag im Gersprenzstadion ging das Jubiläum der kleinen Naturschützer groß auf: Die Gruppe präsentierte sich mit einem eigenen Stand, dazu wurde Leiterin Hildegard Jacob als Dankeschön ein Blumenkorb überreicht. In dem stecken Salbei, Hortensien, Storchenschnabel, Löwenmäulchen, Heiligenkraut oder das lila Gänseblümchen.

Das Storchenfest begann bereits um 10 Uhr. Wie die Jahre zuvor zog es eine große Zahl an Besuchern an. Wer sich nicht nur für den Mittagstisch interessierte, wie es einige Ausflügler taten, hatte ausreichend Gelegenheit, sich mit den Belangen des Naturschutz zu beschäftigen. Ins Auge stach eine Wand mit 18 großformatigen Schmetterlings-Fotografien. Den Auslöser hatte Karin Banki vom Nabu gedrückt. Sie ist gerade dabei, die Schmetterlingsarten im Naturschutzgebiet Auf dem Sand zu dokumentieren. „Wegen zuviel Einsatz von Gift und Düngemitteln sind heute über 70 Prozent der 131 hessischen Schmetterlingsarten im Bestand gefährdet“, sagt sie.

Neben der Tafel lag eine Broschüre die kündete, wie man den Faltern helfen kann. Dazu zählt ein schmetterlingsfreundlicher Garten. Der zeichnet sich durch ein reichhaltiges Angebot an Nektar, Raupenfutter, geschützen Orten und nachhaltiger Grünpflege aus. Wer wollte, konnte auf dem Fest Pflanzen erwerben, die die heimischen Schmetterlingsarten schätzen. Bisher wies Banki unter anderem den Admiral, den Aurorafalter, das große Ochsenauge, den kleinen Feuerfalter oder den Rotkleebläuling nach. Die Bestimmung Auf dem Sand wird noch fortgeführt. „Mit bisher 18 Arten habe ich noch nicht alle gekriegt“, sagt Banki. Ihre Aufgabe ist nicht immer einfach, denn die optischen Unterschiede sind manchmal nur gering. So unterscheiden sich der kleine und große Perlmuttfalter nur durch sehr kleine Details bei der Punktierung.

Mann mit 45 Kilo schwerem Bienenschwarm bedeckt

Das wichtige Thema Müllvermeidung und Recyceln wurde beim Storchenfest nicht außen vor gelassen. Was sich aus alten Fahrradschläuchen machen lässt, demonstrierten findige Schlüsselanhänger. Wer ein Glas Quitten-Gelee oder Bärlauchpaste kaufte, bekam noch zwei kleine Zierpflanzen für den Garten geschenkt. Umweltfreundlich zog man die in einem wiederverwendeten Tetra-Pack heran. Einfach in der Mitte durchgeschnitten, resultierten daraus zwei simple aber funktionierende Behältnisse. Bei anderen Pflanzen wickelten die Naturfüchse das Wurzelwerk zuvor in Zeitungspapier ein. Damit wurde gar kein Abfall produziert, denn die Gewächse kommen mit dem Papier direkt in den Boden.

Zum Thema Müllvermeidung passte eine Stellwand, die verdeutlichte, wie lange die Natur braucht, um Abfall aufzulösen. Bei einer Plastiktüte gehen dafür zehn bis 20 Jahre ins Land. Die Dimension wirkt umso erschreckender wenn man weiß, dass jede Minute in Deutschland rund 10.000 Plastiktüten verbraucht werden. Nicht minder interessant war die Information, dass der Schutz der Ozeane schon vor der eigenen Haustür im Binnenland anfängt. Denn gelangt Müll durch Unachtsamkeit in Bäche und Flüsse, beginnt eine lange Reise, die von der Gersprenz, in den Main, den Rhein und über die Nordsee in die Weltmeere führt.

Quelle: op-online.de

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