Zwei Urkunden und viel Rummel

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Münsterer „Kanzlei für Versicherung und Finanzierung“ wird für hervorragende Ausbildungsleistung ausgezeichnet – und kommt damit ins Fernsehen.

Münster - Hätte Matthias Klemenz vorher gewusst, was es bedeutet, eine nun offiziell „hervorragende“ Auszubildende im Nebenzimmer sitzen zu haben, wer weiß, vielleicht hätte er sie überredet, in ihrer Abschlussprüfung zwei, drei Fehler mehr zu machen. Von Cora Werwitzke

„Der nächste Azubi darf bestenfalls mit einer Zwei abschließen“, scherzt der Versicherungsexperte, der mit seinem Kollegen Andreas Weiß die Münsterer „Kanzlei für Versicherung und Finanzierung Klemenz & Weiß GbR“ leitet.

Dank Carmen Ohl liegt hinter der kleinen unabhängigen Kanzlei an der Frankfurter Straße ein noch nicht da gewesener Rummel. Inzwischen fest angestellt, schloss sie ihre Ausbildung zur Kauffrau für Versicherung und Finanzen mit der Note eins ab - als eine der zwei Besten im Bezirk Darmstadt unter gut 20 Lehrlingen in ihrem Ausbildungsberuf. Da Matthias Klemenz und Andreas Weiß zum ersten Mal selbst ausbildeten, etwas Besonderes: Eine „hervorragende Leistung bei der erstmaligen Ausbildung mit bestem Prüfungsergebnis“ bekam die Kanzlei von der Industrie- und Handelskammer (IHK) attestiert – und dafür (neben Carmen Ohl) eine weitere Urkunde überreicht. Damit gehört sie zu zehn in diesem Jahr ausgezeichneten Ausbildungsbetrieben im Bezirk der Darmstädter IHK.

Doch mit einer kürzlich erfolgten, groß angelegten Zeugnisübergabe und Ehrung im Darmstadtium war es noch lange nicht getan. „Mit einem Mal klopfte Rhein-Main-TV an“, berichtet Matthias Klemenz. Drei Stunden lang drehte ein Fernsehteam des Senders in der Kanzlei, die entsprechend „von dem Moment an, als alle davon erfuhren, Kopf stand.“ Sprich: „Es herrschte eine Woche Ausnahmezustand“, erzählt Klemenz. Anfang dieser Woche wurde der Beitrag über die Münsterer ausgestrahlt, erst langsam kehrt jetzt der Alltag wieder ein.

Familiäre Atmosphäre

Carmen Ohl kümmert sich inzwischen um das komplette Sachgeschäft - also um alles, was mit Haftpflicht, Rechtsschutz und weiteren, eher alltäglichen Problemen der Klienten zu tun hat. In der mit vier Personen überschaubaren Kanzlei war sie schon von der ersten Minute ihrer Ausbildung an gefordert. „Eigenständig zu arbeiten habe ich sehr schnell gelernt“, erzählt die junge Frau, die die familiäre Atmosphäre eines kleinen Ausbildungsbetriebs schätzt. „Beide Geschäftsführer sitzen in Rufweite. Ich hatte bei Fragen also immer einen Ansprechpartner.“

Matthias Klemenz weiß, dass die inzwischen ausgelernte Mitarbeiterin bei ihnen ins kalte Wasser springen musste. „Sie war definitiv gezwungen, im Wasser zu paddeln, was das Zeug hält“, bemerkt er schmunzelnd. In großen Versicherungshäusern sei das sicher anders. „Da läuft im ersten Jahr nicht viel außer Telefondienst und Abtippen“, schätzt Klemenz, der davon überzeugt ist, dass große Einsatzbereitschaft auch einen großen Lerneffekt zur Folge hat. „Natürlich ist das Typsache“, schränkt der Versicherungsmakler ein, aber bei Carmen Ohl sei die Rechnung absolut aufgegangen. Ob die Kanzlei nach diesem Erfolgserlebnis bald wieder ausbildet, steht noch in den Sternen. „Unser Ziel ist es langfristig natürlich weiter zu wachsen“, blickt Matthias Klemenz voraus. Fürs Erste sei man aber zufrieden. In den Räumen an der Frankfurter Straße ist die Kapazitätsgrenze mit vier Personen erreicht. Und Rummel – auch Umzugsrummel – ist bei „Klemenz & Weiß“ vorerst wohl nicht ganz so gefragt.

Quelle: op-online.de

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