Zwerge ohne Pommes

+
Kritische Akteure bringen sich zur Aufführung von Schneewittchen mit Regietipps ein. Ein dramatischer Kampf der süßen Zwerge um Schneewittchens Leben fand großen Beifall.

Hergershausen - „Hey ho, hey ho, wir sind vergnügt und froh“, schmetterten die sieben Zwerge als sie auf die Bühne marschierten. Begleitet wurde ihr fröhlicher Gesang von einer neunköpfigen Band, die sich mit Triangel, Kongas, Xylophon und anderen Instrumenten ins Zeug legte. Von Petra Grimm 

Der Garten der Hergershäuser ASB-Kita hatte sich am Freitagnachmittag in eine Showbühne verwandelt. Die künftigen Schulkinder des Maxiclubs der viergruppigen Einrichtung hatten in den vergangenen Monaten für ihre Familien eine Märchenvorführung einstudiert. Und ihr „Schneewittchen“ konnte sich wirklich sehen lassen. 45 Minuten war beste Unterhaltung geboten.

Die 15 Schauspieler, die von den beiden Erzieherinnen Anke Leutzsch und Manuela Grieser betreut wurden, hatten fleißig Texte gelernt und bewegten sich trotz ihres Lampenfiebers souverän vor dem Publikum. Und das ist ja nicht nur für Sechsjährige eine echte Herausforderung. „Jedes Kind, das da vorne auf der Bühne steht, hat schon eine tolle Leistung gebracht. Man hat richtig gespürt, wie sie während der Proben in ihren Rollen gewachsen sind“, sagte Anke Leutzsch.

Die Kinderband, die für den richtigen Rhythmus sorgte, hatte sich mit dem Erzieher Achim Bender auf den großen Auftritt vorbereitet. Und eine kreative Bastelgruppe, unter der Leitung der beiden Erzieherinnen Anke Hallstein und Jana Menkenhagen, hatte für die Kulissen gesorgt. Eine Burg, in der die böse Königin ihren Zauberspiegel befragte, war zu sehen und auch das Häuschen der sieben Zwerge hinter den sieben Bergen war als Bühnenbild entstanden. Insgesamt waren 32 Kinder als Darsteller, Musiker oder Kulissenbauer im Einsatz.

Bei der Gestaltung der einzelnen Szenen des bekannten Märchens der Brüder Grimm, hatten die Kinder Mitspracherecht. Und nicht alle Dialoge der Vorlage, die benutzt wurde, fanden Anklang bei den kritischen Akteuren. In einer Szene dieser modernen Märchenvariante fragte beispielsweise ein Zwerg: „Wer hat von meinen Pommes gegessen?“ Also, das ging für die Kinder ja gar nicht. Sie kannten das Märchen in der Mehrzahl in der traditionellen Version und waren sich einig: Pommes gab es bei den sieben Zwergen bestimmt nicht. „Das wollten sie nicht. Da haben sie protestiert. Diese Textpassage haben wir geändert“, erzählte Anke Leutzsch.

Die Kinder hatten bei der Erarbeitung des Stücks Raum für eigene Ideen und konnten ihr Wissen über den Märchenklassiker einbringen. Der rote Faden der Geschichte um Schneewittchen und die böse Stiefmutter, die die Schönste im Land sein will, blieb erhalten. Einige Szenen hatten ihren eigenen Charme, beispielsweise als die Zwerge das durch den Apfel vergiftete Schneewittchen, das in einen todesähnlichen Schlaf gesunkene ist, zum Prinz aufs (Stecken)Pferd heben wollten. Sie zerrten mit hochroten Köpfen an den Armen und Beinen der Schönen, aber da war nichts zu machen. Schneewittchen musste von alleine aufstehen, um mit ihrem Retter Richtung Happy End zu galoppieren.

Nach der zauberhaften Aufführung rief Kita-Leiterin Eva Maria Hartmann alle Akteure vor die Zuschauer, die begeistert applaudierten. Der Elternbeirat, unter der Leitung von Alexandra Hilzinger, hatte mit dem Kita-Team nicht nur eine After-Show-Party organisiert, sondern beschenkte die Kinder auch noch mit kleinen Büchern, die – ganz klar – das Märchen über Schneewittchen zum Inhalt hatten. Ein Dank ging auch an die beiden Mütter Doris Barth und Sandra Fischer, die die kleinen Darsteller geschminkt hatten.

Für die zukünftigen Schulkinder ist das Thema Märchen, mit dem sie sich seit Weihnachten auf unterschiedliche Weise beschäftigt hatten, noch nicht abgehakt. Denn sie haben noch einen aufregenden Ausflug zu den Märchenfestspielen nach Hanau vor sich.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare