Zwischen High Heels und Buchhaltung

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Zunächst einmal will Julia Simonis (19) als Kauffrau für Bürokommunikation arbeiten – das Modeln will sie aber keinesfalls aus den Augen verlieren.

Münster - Schier endlos reicht das Bein vom Fahrersitz des knallroten Ferrari, das andere nackte Bein ruht locker auf der Tür abgestützt – Julia Simonis hat keine Probleme damit, beim Foto-Shooting mit der Kamera zu flirten. Die 19 Jahre alte Münsterin macht kein Geheimnis daraus: Sie will Model werden. Von Alexander Klug

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Wie sie dieses Ziel erreichen will und ob es einen Plan-B gibt, darüber hat sich Redakteur Alexander Klug mit ihr unterhalten.

Was ist das für ein Gefühl, sich in knappen Klamotten vor einer Kamera zu räkeln?

Ein sehr angenehmes, finde ich. Fotografiert zu werden, macht mir Spaß, schüchtern bin ich da nicht. Außerdem mag ich es, vor der Kamera in verschiedene Rollen zu schlüpfen, das ist ein bisschen wie Schauspielerei.

Wann haben Sie das herausgefunden?

Vor einem Jahr habe ich ein Shooting beim Hessischen Rundfunk gewonnen, das war großartig. Zehn Stunden am Stück habe ich verschiedene Posen und alle möglichen Klamotten ausprobiert. Sechs Mal hab ich mich umgezogen, mal glamourös, mal dramatisch, mal im Business-, mal im Casino-Stil. Die Klamotten habe ich alle selbst mitgebracht und der Fotograf hat dann die besten Stücke ausgewählt. Zum Beispiel den Rollkragenpullover als Kleid zu tragen, ist damals gut angekommen. Bei dem Foto für den Extratipp-Kalender gab es eine Anzeige, dass man sich bewerben kann. Das hab ich gemacht und bin genommen worden.

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Zwischen High Heels und Buchhaltung

Wie sieht es mit der beruflichen Zukunft aus? Model oder Bürojob?

Im Moment mache ich die Prüfungen zur Kauffrau für Bürokommunikation, in diesem Job würde ich schon gerne danach einsteigen und mich nicht auf das Modeln verlassen. Aber nebenher würde ich schon gerne Fotos machen. Und wer weiß, vielleicht klappt es ja irgendwann, das professionell zu machen. Das wäre schon mein großer Traum. Aber in den nächsten Wochen stehen erstmal Buchhaltung, Einkauf, Verkauf und Bürowirtschaft auf dem Programm und das Modeln hat Pause.

Wovon hängt der Profieinstieg ab?

Ohne eine Agentur, die einen an Mode- oder Versandhäuser vermittelt, geht gar nichts. Vielleicht schaffe ich es ja über Germany’s next Top Model, bekannter zu werden. Ich habe mich auch schon bei Agenturen in Berlin, Frankfurt und München beworben, aber bis jetzt ist nicht viel dabei herausgekommen, weil ich gerade mal zwei, drei Zentimeter zu klein bin, 1,72 Meter reichen ihnen nicht. Aber vielleicht habe ich ja doch noch Glück.

Ist es nur Glück, oder kann man außerdem auch selbst etwas tun, um ein gutes Model zu sein?

Klar übe ich zuhause das eine oder andere. Zum Beispiel die emotionale Mimik für die entsprechenden Shooting-Situationen parat zu haben. Das geht vor Ort nicht, dort gibt es keinen Spiegel um zu sehen, wie man gerade schaut.

Und wie halten Sie den Körper in Form?

Da geht es bei mir eher locker zu. Ich geh gern Inlinerfahren und joggen mit dem Hund, auch tanzen macht mir Spaß. Früher habe ich in einer Dieburger Tanzschule Abzeichen gemacht, das hab ich in die Disko und aufs Wochenende verlegt.

Wie sieht’s mit High Heels, Handtasche und Nacktfotos aus?

Das klappt schon. Auf hohen Schuhen gehe ich, seit ich 14 Jahre bin und das mit der Handtasche kann ich mittlerweile auch schon ganz gut. Ganz ausziehen werde ich mich aber nicht, die Unterwäsche bleibt an.

Was sagen eigentlich Ihre Eltern und Freundinnen zu Ihren Modelambitionen?

Die unterstützen mich voll und ganz, sie haben mich damals zum HR-Shooting gefahren. Sie sagen immer, ich soll das alles machen, wie ich es denke und sie wissen, dass ich alleine auf mich aufpassen kann. Das tut gut. Mit meinen Freundinnen ist es ähnlich.

Quelle: op-online.de

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