Museen als harter Wirtschaftsfaktor

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Das Struwwelpeter-Museum im Frankfurter Westend.

Im Gegensatz zur garstigen Figur, der das Haus gewidmet ist, strahlt das Struwwelpeter-Museum im Frankfurter Westend in tadellosem Glanz. Von Christian Riethmüller

Zum 200. Geburtstag des „Struwwelpeter“-Autors Heinrich Hoffmann in diesem Jahr ist die in einer Villa in der Schubertstraße untergebrachte Dauerausstellung neu hergerichtet worden: farbenfroh und kindgerecht für die kleinen Besucher, aber auch den großen Besuchern einen spannenden Überblick über die Wirkungsmacht und Popularität eines der bekanntesten Bilderbücher der Weltliteratur bietend. Darüber hinaus informiert das Museum ausführlich über Hoffmann selbst, der als Arzt und Vorkämpfer der Demokratie zu den bedeutenden Frankfurter Bürgern des 19. Jahrhunderts gehört.

Das Programm des Museumstags und die Öffnungszeiten der Häuser können hier abgerufen werden. Weitere Informationen gibt es unter www.hoffmann-sommer.de.

Die Neugestaltung der Schau „Salut für Heinrich Hoffmann“ konnte rechtzeitig zu einem besonderen Tag abgeschlossen werden. An diesem Sonntag, dem 17. Mai, wird in Deutschland , Österreich und der Schweiz der 32. Internationale Museumstag begangen. Zum Schwerpunktthema „Museum und Tourismus“ beteiligen sich allein in Hessen rund 160 Museen an diesem Aktionstag. Für die offizielle Auftaktveranstaltung mit der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, ist dabei das Struwwelpeter-Museum ausgesucht worden.

Diese Wahl wurde nicht ganz zufällig getroffen. Weil der Struwwelpeter wahrscheinlich in nahezu jedem Land dieser Welt bekannt ist, lockt sein kleines Museum Besucher aus aller Herren Länder an den Main. Das Haus ist so nur eines von vielen Beispielen, welche Bedeutung Museen und Denkmäler für die touristische Infrastruktur von Städten und Regionen haben.

Auf diesen bedeutenden Image- und Wirtschaftsfaktor wollen am Sonntag in Hessen der hessische Museumsverband und die beteiligten Ausstellungshäuser mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen hinweisen. Auch die vielen Museen in der Rhein-Main-Region präsentieren am Sonntag ihre Angebote und Sammlungen.

Im Kreis Offenbach sind die Museen in Obertshausen , Dreieich und Dietzenbach am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Während in Obertshausen ein mittelalterliches Marketing-Genie vorgestellt wird, soll in Dreieich antike Alltagsgeschichte zum Leben erweckt werden, während in Dietzenbach alte Dorffeste und traditionelle Handwerkstechniken präsentiert werden. Die größte Sammlung in der Gegend dürfte allerdings das Museum für Kommunikation Frankfurt in seinem Depot in Heusenstamm unterhalten. Auf 15.000 Quadratmetern warten dort über 375.000 Objekte aus der Post- und Telekommunikationsgeschichte auf die Besucher, die unter anderem auch eine Fahrt mit dem historischen Postbus unternehmen können.

Wie Thomas Wurzel, Vorsitzender des Hessischen Museumsverbandes, gestern in Frankfurt sagte, ist der Internationale Museumstag aber nicht allein Gelegenheit, auf die vielfältige Museumslandschaft in Hessen hinzuweisen, sondern auch ein Appell an Museumsträger und kulturpolitisch Verantwortliche, die nötigen finanziellen Mittel für die vielfältigen Aufgaben der Museen zur Verfügung zu stellen. Die werden übrigens als attraktive Ziele geschätzt. Wie Wurzel sagte, besuchen jedes Jahr sechs Millionen Menschen die Museen in Hessen. Am Sonntag könnten einige dazu kommen.

Quelle: op-online.de

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