Namhafte Regisseure inszenieren

(zik) Oliver Reeses Pläne für seine erste Spielzeit als Intendant im Schauspiel Frankfurt geben Anlass zur Hoffnung, dass ein Hort spannender Auseinandersetzung entsteht. Das Ensemble wird aufgestockt auf 34 Schauspieler.

Eine auf mehrere Spielzeiten angelegte Zusammenarbeit ist mit namhaften Regisseuren wie Karin Henkel, Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg und Michael Thalheimer vereinbart. Dazu kommen junge Kräfte wie Hausregisseurin Bettina Brunier. Der Intendant selbst will einmal je Spielzeit inszenieren.

Eröffnung ist mit fünf Premieren in neun Tagen, beginnend mit Sophokles’ „Ödipus“ und „Antigone“ in der Regie Thalheimers. Es folgt das Musical „Cabaret“ (Michael Simon) im Bockenheimer Depot, das man sich mit Forsythe Company und Oper teilt und das als Experimentierbühne die Schmidtstraße ablöst. Bruinier zeigt im wieder als Kammerspiele firmierenden Kleinen Haus eine Dramatisierung von Paul Austers Roman „Stadt aus Glas“. Den Block beendet Henkels Inszenierung von Tschechows „Drei Schwestern“ im Großen Haus.

Das 20. Jahrhundert bildet dort den Schwerpunkt: Horvath („Geschichten aus dem Wiener Wald“, Regie Günter Krämer), Brecht („Mutter Courage und ihre Kinder“, Robert Schuster), Wedekind („Lulu“, Kimmig) und die Beatles mit einer Dramatisierung des „Weißen Albums“ von Roland Schimmelpfennig; es inszeniert Florian Fiedler, der bislang die Schmidtstraße geleitet hat.

In den Kammerspielen sind Ibsens „Hedda Gabler“ (Regie: Alice Buddenberg), Patrick Marbers „Hautnah“ (Christoph Mehler) und Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ vom Regieteam Sommer Ultickson und Mark Jackson zu sehen. Uraufgeführt wird „Das blaue, blaue Meer“ von Nis-Momme Stockmann, Regie Marc Lunghuss. Reese macht Ra cines „Phädra“, Stefan Kaminski bringt Preußlers „Kleine Hexe“ als Live-Hörspiel, eins von vier Stücken für Kinder und Jugendliche. Den Beginn macht „Peterchens Mondfahrt“; das Kollektiv Show case Beat Le Mot ist Garant für ungewöhnliche Ästhetik.

Im Depot greift Bernhard Mikeska mit „Remake: Rosemarie“ den Frankfurter Fall um die Edelhure Nitribitt auf. Andreas Kriegenburg wartet mit Goldonis „Diener zweier Herren“ auf. Im unteren Foyer wird eine Box installiert, in der sich junge Regisseure erproben. Für 2010 ist „Romeo und Julia“ im Zelt geplant.

Michael Quast gastiert mit seiner Fliegenden Volksbühne. Daniel Cohn-Bendit trifft in einer Gesprächsreihe mit Köpfen aus Politik und Kultur zusammen. Unter den Übernahmen und Gastspielen ist eine Arbeit von René Pollesch, der ab 2010/11 regelmäßig inszenieren soll.

Quelle: op-online.de

Kommentare