Ohrwurm, Sperrmüll, Demo

+
Jochen Döring, Mitarbeiter der Kunsthalle Schirn, mit dem „Demonstrationsrucksack“ des Offenbacher Künstlers Nasan Tur

Ohrwurm und Psychografie, extravagante Rucksäcke und Gebilde aus Sperrmüll: „Playing the City“ heißt die Ausstellung, die ab sofort in der Kunsthalle Schirn und in Frankfurt zu bewundern ist. 23 Künstler sorgen für spontane, irritierende und überraschende Aktionen und Performances. Von Bianka Rehn

Das avantgardistische Projekt „Playing the City“ spielt sich zum größten Teil an diversen Schauplätzen der Innenstadt ab und soll bis zum 6. Mai zu sehen sein.

Projektleiter Matthias Ulrich betont, dass es ihm sehr wichtig war, die moderne Kunst der 90er Jahre in den Fokus zu nehmen und neu zu interpretieren. Das heißt in diesem Fall: Weg von der konventionellen Kunst im Atelier – und hinaus auf die Straße. Wer demnach mit einem einheitlichen und vorhersehbaren Ausstellungsprogramm rechnet, wird sich in den nächsten Wochen in erster Linie auf temporäre Einzelperformances einstellen müssen. Denn auch die Veranstalter selbst müssen mit Überraschungs-Vorführungen rechnen.

Zu den öffentlichen Aktionen gehört unter anderem Dara Friedmans Ohrwurm- Inszenierung des Klassikers „You Can't Always Get What You Want“ von den Rolling Stones, der zu bestimmten Zeiten an diversen Lokalitäten wie zum Beispiel dem Dom zu hören ist. Auch Robert Ladislas Derrs Reise durch Frankfurt, die auf den Würfen von Würfeln basiert, ist öffentlich zu bestaunen. Ferner stapelt die Künstlerin Elisabeth Wurst Sperrmüll auf unterschiedliche Weise aufeinander, und das Londoner Künstlerkollektiv „Artists Anonymous“ inszeniert eine von 50 Leibwächtern begleitete Demonstration durch die Stadt.

Das von Berliner Architekten entworfene, aufblasbare Raumlabor „Küchenmonument“ befindet sich die ganze Zeit über direkt an der Kunsthalle Schirn. Außerdem soll eine im wahrsten Sinne des Wortes eisige Skulptur von Allan Kaprow in der Performance-Zone vor dem Museumsgebäude nahe dem Römer entstehen.

„Playing the City“ beinhaltet sehr unterschiedliche Formen von Kunst und Performance, von denen auch das Publikum nicht verschont bleibt. „Besucher müssen so viel Konditionen mitbringen wie die Produzenten“,betont Ulrich. Zudem wird eigens für die Ausstellung eine Zentrale in der Kunsthalle eingerichtet, die für jedermann kostenlos zugänglich sein soll. Interessenten können sich dort mit sämtlichen Informationen rund um das Projekt, zu Führungen und Künstlern versorgen.

Quelle: op-online.de

Kommentare