Oper Frankfurt beweist erneut Entdeckermut

Frankfurt - „Carmen“ und „Rigoletto“ gibt’s auch nächste Spielzeit nicht. Intendant Bernd Loebe ist stolz und dem Publikum dankbar, dass die Oper Frankfurt ohne solche Renner eine Auslastung von mehr als 81 Prozent erzielt. Mit Generalmusikdirektor Sebastian Weigle und Gastdirigenten, hauseigenen und externen Gesangssolisten, Chor und Orchester bereitet der Chef die Saison 2010/11 vor. Von Markus Terharn

Diese wartet mit sieben Neuproduktionen und einer Übernahme am Willy-Brandt-Platz, drei Inszenierungen im Bockenheimer Depot, zwei konzertanten Neueinstudierungen sowie 14 Wiederaufnahmen auf. Dazu kommen acht der beliebten Liederabende. Anfang und Ende ist mit griechischer Mythe, erst Aribert Reimanns moderne „Medea“ aus Wien als deutsche Erstaufführung, dann Marc-Antoine Charpentiers barocke „Médée“ mit Weltstar Anne Sofie von Otter. Das Kernrepertoire bedient Regisseur Dale Duesing mit „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach, Andreas Kriegenburg mit Giacomo Puccinis „Tosca“; Vera Nemirova setzt Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ mit der „Walküre“ fort. Barock und Moderne vereint auch ein Doppel mit Henry Purcells „Dido und Aeneas“ sowie Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“, auf die Bühne gestemmt von Barrie Kosky.

Mit Johann Strauß’ „Fledermaus“ wird mal wieder das Operettengenre gepflegt, den Eisenstein singt Christian Gerhaher, Regie führt Christof Loy. Spannendes Musiktheater unter der Hand von Elisabeth Stöppler verspricht „Neunzehnhundert“, Kombination von Alexander Zemlinskys „Lichtstrahl“, Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ und Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ in einer Fassung für Kammerensemble des Rodgauers Jens Joneleit – ebenso im Depot wie Salvatore Sciarrinos „Luci mie traditrici“, weiteres Werk eines lebenden Komponisten, in der Interpretation von Christian Pade.

Ihre Frankfurter Erstaufführung erlebt Ildebrando Pizzettis 50er-Jahre-Oper „Murder in the Cathedral“, von Keith Warner unter Rückgriff auf T. S. Eliots Drama in englischer Sprache gedeutet, mit John Tomlinson als Thomas Becket. Und „Kullervo“ des Finnen Aulis Sallinen, von Christof Nel um des Verständnisses willen auf Deutsch gebracht. Konzertant erklingen Wagners Erstling „Die Feen“ und Alfredo Catalanis „La Wally“. Es gibt viel zu entdecken!

Quelle: op-online.de

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