Peter Maffay mit „Tabaluga“

Knallbunt und nachdenklich

Frankfurt - „Was ist Zeit?“ und „Wie bekomme ich sie zu fassen?“ Mit diesen Fragen macht sich der kleine Drache Tabaluga auf den Weg in sein nunmehr fünftes Bühnenabenteuer. Von Anke Steinfadt

„Tabaluga und die Zeichen der Zeit“ ist die letzte Folge des erfolgreichen Rock-Märchens, mit dem Peter Maffay seit drei Jahrzehnten Jung und Alt begeistert. Riesig ist der Applaus in der Frankfurter Festhalle, als der 63-jährige Sänger und Drachen-Erfinder aus einer sich öffnenden Blüte ins Scheinwerferlicht tritt. Jedes Mal, wenn er singt, kocht die Begeisterung hoch, nicht selten gibt es Standing Ovations.

Die Show besteht aus Fragmenten – Geschichte wäre zu viel gesagt – die sich allesamt um das Phänomen der Zeit drehen. Tabaluga begegnet bekannten Figuren wie seinem ewigen Widersacher, dem fiesen Eismann Aktros, der unerwartet milde gestimmt ist und Philosophisches zum Thema von sich gibt. Und vielen anderen mehr: einem Schwarm Eintagsfliegen, dem Tod im Skelettkostüm mit Rübennase, einer Riesenschnecke, einer Herde Pferde-Damen mit Pagenkopf und Strapsen, einem hardrockenden Eisbärballett, hyperaktiven Hasen – und und und. Der Reichtum an Charakteren und Kostümen ist überbordend. Ebenso facettenreich ist die Musik. Der Tod swingt, die Schnecken grooven im Reggae-Rhythmus, die Hasen sind auf Ska.

Bilder vom Rockspektakel „Tabaluga“

Mit Maffay auf Märchenreise: Rockspektakel „Tabaluga“ gestartet

Erholung vom knalligen Spektakel finden die Zuschauer bei wiederkehrenden Ballett-Einlagen der flügelschlagenden Eisprinzessin Lilli sowie eingestreuten Balladen, die Peter Maffay überwiegend selbst vorträgt. Rührend ist der Moment als er „Ich hatte keine Zeit für dich“ singt, während der kleine Drache von seinem toten Vater träumt. Für ruhige Momente sorgt ebenso der in der Funktion des Erzählers auftretende Magier, verkörpert durch Rufus Beck. Prominente Gäste gehören zum Tabaluga-Konzept dazu. Im Schneemannkostüm aus dickem Schaumstoff steckt Heinz Hoenig. Laith Al-Deen hat einen launigen Auftritt mit Kuckucksuhr auf dem Kopf. Und Uwe Ochsenknecht erntet als bauchtanzende Kameliendame viel Beifall.

Das Phänomen Zeit wird von allen möglichen Seiten beleuchtet. Tabaluga erfährt, dass man die Zeit dehnen kann und kürzen, aber nicht zurückdrehen. Er lernt, dass die einen behaupten, Zeit sei Geld, während andere sie sich einfach nehmen. Aufgrund der unsauberen Akustik sind leider nicht alle Dialoge und Liedzeilen klar verständlich. Nach zweieinhalb Stunden enden der musikalische Rausch und Tabalugas Suche bei der Liebe und bei einer Weisheit, passend zum endgültigen Abschied: „Alles im Leben hat seine Zeit“.

Quelle: op-online.de

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