Zauberhafte Schatten

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Diese Suppe ess’ ich nicht. Auch nicht in der Schattenwelt von „Shadowland“.

Frankfurt - Die haben ja einen Schatten! Einen? Ach was, viele. Und vielfältige obendrein: Die Schatten stellen Blumen, Tiere, Gebäude und Autos dar, um nur einiges zu nennen. Von Christian Riethmüller

Manchmal meint man sogar, die Mitglieder des amerikanischen Pilobolus Dance Theatre könnten in ihrer Show „Shadowland“ jede Gestalt, jeden Gegenstand, jede Form als Schatten auf einer großen Leinwand verkörpern.

In der Jahrhunderthalle in Frankfurt ist nun jene verblüffende Anverwandlung einer der ältesten Unterhaltungstechniken der Menschheit - das Schattenspiel - zu sehen, die seit dem Jahr 2006 für immer größere Begeisterungswellen sorgt. Damals wurde die eigentlich für experimentierfreudige Choreographien renommierte Tanzcompagnie Pilobolus von einem koreanischen Autobauer gefragt, ob sie nicht einen Werbespot für ein Auto gestalten könne, in dem kein Auto vorkommt. Das Resultat war die erste Schattenarbeit des Ensembles, der schnell weitere Anfragen folgten. Ein erster Höhepunkt war dann der legendäre Auftritt bei der Oscar-Verleihung 2007, als Pilobolus mit ihrem Schattentanz Filmszenen nachstellten.

Steven Banks liefert die Geschichte

Die vielen Figuren, die das Ensemble in schier endlosen Proben und unter Berücksichtigung physikalischer Berechnungen für die verschiedenen Auftraggeber entwickelt hatte, verlangten irgendwann aber nach einer eigenen, verbindenden Geschichte, die schließlich der amerikanische Kinderbuchautor und Drehbuchschreiber der Zeichentrickserie „SpongeBob“, Steven Banks, lieferte.

Erzählt wird in „Shadowland“ von einem Mädchen im Teenager-Alter, das im Traum eine Entdeckungsreise durch das Land der Schatten unternimmt. Dort wird es in einen Hundemenschen verwandelt, der allerlei Abenteuer und verstörende Begegnungen hinter sich zu bringen hat, aber auch eine Liebesgeschichte mit einem Zentauren erleben darf.

Eine Mischung aus Tanz und Akrobatik

Diese Erweckungsgeschichte, kongenial untermalt von den Songs und atmosphärischen Scores des Singers/Songwriters David Poe, wird vom Ensemble um die Hauptfigur Molly Gawler in einer Mischung aus Tanz und Akrobatik in einen faszinierenden Bilderfluss umgesetzt, der nur eines Lichtstrahlers, einer Leinwand und einiger begnadeter Körper bedarf, um eine der außergewöhnlichsten Shows der letzten Jahre zu bieten.

„Shadowland“ ist bis Sonntag, 29. April, in der Jahrhunderthalle zu sehen. Es gibt nur noch einige Restkarten. Für nächstes Jahr ist bereits ein Gastspiel von 20. bis 24. März 2013 in der Jahrhunderthalle angesetzt.

Quelle: op-online.de

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