Rodgau: Maibaum bestärkt die Hoffnung auf bessere Zeiten

16 Meter hoher Mutmacher

Sonst wird der Baum mit Muskelkraft in die Senkrechte gestellt. Der Kran sichert dabei nur gegen das Umfallen. Dieses Mal wollten/sollten nicht so viele Aktive teilnehmen, deshalb hob der Kran den Mast in seinen Metallfuß.
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Sonst wird der Baum mit Muskelkraft in die Senkrechte gestellt. Der Kran sichert dabei nur gegen das Umfallen. Dieses Mal wollten/sollten nicht so viele Aktive teilnehmen, deshalb hob der Kran den Mast in seinen Metallfuß.

Der neue Maibaum steht. Der aktuellen Situation angemessen, hob ein Autokran ohne die sonst übliche musikalische Unterstützung und ohne Fassbieranstich das Frühlingssymbol in die Höhe. Die Aktiven des Gewerbevereins Rodgau (GVR) packten anschließend an und fixierten das Frühlingssymbol im Haltegestell. Nun zieren 24 Zunftzeichen und die sechs Rodgauer Wappen (für die Stadt und die Stadtteile) das Areal zwischen dem Dudenhöfer Dalles und dem Ludwig-Erhard-Platz.

Dudenhofen - Man könnte ihn auch ein Symbol der Hoffnung nennen. Schon letztes Jahr fand kein Fest statt, das sich zuvor über Jahre eingebürgert hatte; Rodgau feierte vor der Pandemie mit Musik und Kulinarischem in den Mai. Nun ließen die Corona-Bedingungen noch immer keine Festivitäten zu. Trotzdem setzte der GVR ein Zeichen, wie es der Vorsitzende Berthold Schüßler auf den Punkt brachte: „Corona hin oder her.“

„Die Stadt befürwortete die Fortsetzung der Tradition“, lobte Berthold Schüßler die Zusammenarbeit mit dem Rathaus. Mit der Wirtschaftsförderung und Bürgermeister Jürgen Hoffmann lief die Abstimmung pro Aktion.

Einige schaulustige Bürger wohnten dem Spektakel bei – aus sicherer Distanz. Denn der GVR hatte mit Flatterbändern aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Mit neuem Maibaum darf nun der Wonnemonat den Frühling ins Land lassen. Dieses Mal hat der GVR ein sehr robustes Maisymbol gestiftet bekommen. Denn der Maibaum 2019 ist schon seit einiger Zeit Geschichte. Trocknungsrisse ließen die Fichte vorzeitig das Zeitliche segnen.

Nun hat Dietmar Wilhelm vom Unternehmen WilliSoft den Stahlmast gespendet. Dieser ist schwerer als seine Vorgänger. „Wir hoffen, dass er länger hält“, bezieht sich Berthold Schüßler auf das Maisymbol.

Der Neue ist mit 16 Meter einen Meter höher, als sein Vorgänger. Beim weiß-roten Anstrich hatte die Firma Dries aus Nieder-Roden den Farbroller im Spiel.

Auch für den Gewerbeverein waren die letzten Monate mit den zahlreichen Einschränkungen schwer. Die fröhlichen Feste mussten entfallen. „Wir haben hin und wieder telefoniert, wir haben auch digitale Vorstandssitzungen gemacht“, bezieht sich Berthold Schüßler auf die Vorstandsarbeit der vergangenen zwölf Monate. Aber in Bezug auf die sonst so häufigen Aktionen und Feste war das öffentliche Leben natürlich heruntergefahren.

„Trotzdem sind wir überall mit dabei“, hebt der Vereinschef die Schriftzüge und Aufkleber in den Rodgauer Ladengeschäften hervor. „Kauft lokal“ und die auf die Maskenpflicht hinweisenden Schilder in und an den Schaufenstern – dies lief alles über die Schreibtische des GVR.

Bunte Akzente setzten kürzlich die GVR-Projekte der hölzernen und bunt bemalten Osterhasen auf Rodgaus Grünflächen. Kinder aus eineinhalb Dutzend Rodgauer Kindergärten gaben weit über 300 Holzfiguren in Hasenform einen farbenfrohen Anstrich. Die Mitarbeiter der Stadtwerke stellten die Holzhäschen in Parks auf. Die Holzplatten dafür kamen aus der Schreinerei Born, zurechtgeschnitten wurden sie in der Firma Fleurmont.

Eine weitere Aktion der Gewerbetreibenden, die trotz der Einschränkungen durchgeführt werden konnte, war das Schmücken des Osterbrunnens vor dem Rektor-Geißler-Haus. In Dudenhofen verschönerten dort Heike Born und Christiane Eckel und als Vertreter aller Rodgauer Kinder, Fabian Lohnes, die Fläche am Standesamt.

Anträge des GVR an die Stadt in Bezug auf verkaufsoffene Sonntage fanden dort keine Zustimmung. Aber ein weiteres erfolgversprechendes Projekt steht in der Warteschleife: Zusammen mit dem Verein „Gemeinsam mit Behinderten“ ist geplant, während des Wochenendes des 24-Stunden-Laufs im September parallel die Geschäfte während dieses Wochenendes zu öffnen. Und die Hoffnungen auf die Krautschneidemeisterschaften am ersten Oktoberwochenende keimen weiter.

Nun freut sich Rodgau über den neuen Maibaum. Beim Aufstellen half Axel Fritsch vom Mietservice Rodgau. Er steuerte den Kran: Generell gerne ist er für die Vereine und den Gewerbeverein im Einsatz. Einen Maibaum in die Höhe hieven, „das macht man nicht allzu oft, allerdings war ich schon in den letzten Jahren immer da, es ist schön und aufregend, und inzwischen eine Tradition“.

So gehen die Blicke und die Hoffnungen voraus auf das nächste Jahr. Dann spielt in Dudenhofens Zentrum hoffentlich wieder zünftige Musik zum Aufbruch in den Wonnemonat Mai, und nach dem Fassbieranstich wird der Ruf erklingen: O‘zapft is‘.

Von Andreas Pulwey

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