Einige Gründerinnen arbeiten noch mit

Für eine bessere Welt: 20 Jahre Eine-Welt-Laden 

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Maria Ritter (links) und Marga Simon (rechts) haben vor 20 Jahren mit Gleichgesinnten den Eine-Welt-Laden in Nieder-Roden gegründet. Jürgen Klinkert repräsentiert die jüngere Generation.

Nieder-Roden - Dieser Laden ist nicht zum Geldverdienen da: Der Eine-Welt-Laden in Nieder-Roden feiert seinen 20. Geburtstag. Sein Motto heißt: „Kaufen und helfen.“

Wer kauft, hilft doppelt: Die Erzeuger der Waren erhalten faire Preise und der Überschuss aus dem Verkauf geht als Spende an Projekte in der Dritten Welt. 66.252 Euro hat das Weltladen-Team innerhalb von 20 Jahren gespendet.

Es ist kalt im Kirchturm von St. Matthias - und das nicht nur, wenn die Tür offen ist. Durch alle Ritzen kriecht die Kälte in das Gemäuer. Ein kleines Heizgebläse pustet erfolglos gegen die Minusgrade an. An vier Tagen pro Woche harren ehrenamtliche Mitarbeiterinnen an diesem unwirtlichen Ort aus. Sie arbeiten für eine gerechtere Welt, von der andere nur träumen.

Verkaufsstelle mit „fairem Handel“

Seit 20 Jahren gibt es diese Verkaufsstelle für Waren aus „fairem Handel“. Sie entstand aus einer Gruppe von Frauen, die Kindergottesdienste vorbereiteten. Maria Ritter und Marga Simon sind seit den Anfängen dabei. „Pfarrer Grittner hat immer ein Faible für die Dritte Welt gehabt“, erzählt Marga Simon: „Unser Vorbild war Eppertshausen. Dort gab es schon einen solchen Laden.“ Am 13. Dezember 1992 um 9.30 Uhr kamen die ersten Kunden.

Kaffee, Tee, Honig, Schokolade und Handwerksprodukte bezieht der Eine-Welt-Laden direkt vom Importeur „Gepa“. Fairer Handel garantiert den Erzeugern einen Erlös, der über dem konventionellen Weltmarktpreis liegt.

Überschüsse spenden die Nieder-Röder an Entwicklungsländer

Die Nieder-Röder gehen darüber hinaus. Aus Einkaufsrabatten und Spenden erzielen sie Überschüsse, mit denen sie Projekte in Entwicklungsländern unterstützen, vor allem in Indien (Altenheim) und Brasilien (Kinderheim, Schule). Zu allen Projekten bestehen persönliche Kontakte. Maria Ritter hat alle Quittungen, Dankesbriefe und Fotos in einem Ordner abgeheftet - eine lückenlose Dokumentation über 20 Jahre. Der Ordner steht im Laden, jeder kann darin lesen.

Obwohl man Fair-Trade-Waren seit ein paar Jahren auch im Supermarktkaufen kann, wollen die 25 Ehrenamtlichen ihre Arbeit für eine gerechtere Welt fortsetzen - im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch.

eh

Quelle: op-online.de

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